Freitag, 27. Januar 2012

Sabatina James: Die zwei Gesichter des Islam

Bild links: Die in Pakistan geborene Islamkritikerin Sabatina James.

Von Michael Stürzenberger

„Das harmlose Gesicht des Islams ist zu sehen, wenn Muslime in der Minderheit sind, das andere zeigt sich, wenn sie in der Mehrheit sind“. So klar redet Sabatina James immer, wenn sie auftritt. In diesem Fall in der gestrigen Hörfunksendung von Bayern 2 „Eins zu Eins. Der Talk“. Sie war so in Fahrt, dass sie der vorsichtige, aber durchaus passabel informierte Moderator kaum bremsen konnte. Sabatina James ist spürbar auf einer Mission: Sie will über die Gefährlichkeit des Islams aufklären, und das macht sie mit großem Engagement. Sie weiß, wovon sie spricht, sie hat den Islam am eigenen Leibe erlebt, kann sich überzeugend ausdrücken und ist sehr sympathisch – ein Glücksfall für die Islamkritik.

Sabatina James erzählt von ihrer Jugend in Österreich, wie ihre Eltern sie nach Pakistan verschleppt hätten, um sie zu zwingen, ihren Cousin zu heiraten. Sie sei in eine Koranschule eingesperrt worden, wo man ihren Willen habe brechen wollen. Wieder zurück in Österreich, habe sie die islamischen Fesseln gesprengt und sei aus ihrer Familie ausgebrochen. Sabatina habe zum Christentum gefunden und fände es empörend, dass jedes Jahr 160.000 Christen in der islamischen Welt umgebracht und hundert Millionen verfolgt, unterdrückt und diskriminiert werden. Ihr eigener Vater habe sie zum Tode verurteilt.

Sie schätze, dass in Deutschland jedes Jahr mindestens 30.000 muslimische Frauen zwangsverheiratet würden. 6000 Frauen begingen aus reiner Verzweiflung Selbstmord.

Sabatina stellt den Propheten detailgenau als Mörder und Frauensteiniger dar. Es empöre sie ungemein, dass der 50-jährige Mohammed ein sechsjähriges Kind geheiratet habe. Aus all der Gewalt und der Unmoral, die ihr im Koran, der islamischen Geschichtsschreibung und dem täglichen muslimischen Alltag begegnet sei, habe sie den Ausweg zum Christentum gefunden. In Jesus sehe sie den liebenden Gott, was sie am grausamen und rächenden Allah immer vermisst habe.

Sabatina James in Höchstform. 45 Minuten spannendes Radiogespräch, die sich mehr als lohnen [Moderation: Norbert Joa]:

Sabatina James: Die zwei Gesichter des Islams [Audiodatei]

Ich habe mir die Mühe gemacht, das Interview für euch abzutippen.

Quelle: Sabatina James: Die zwei Gesichter des Islams

Norbert Joa im Gespräch mit Sabatina James: Ein Leben zwischen Islam und Christentum

Norbert Joa: Frau James, sie haben sich einer Zwangsheirat verweigert und sind vom Islam zum Christentum übergetreten. Seit dem ist ihr Leben sehr schwer geworden. Hadern sie nicht manchmal mit Gott?

Sabatina: Doch, ich hadere mit Gott. Vor allem, wenn ich sehr einsam bin, wenn ich Sehnsucht nach meiner Familie habe, dann frage ich mich, warum das nicht alles einfacher werden könnte, daß es ihre Herzen berührt und sie vielleicht offener werden, weil, wenn Gott allmächtig ist, dann kann Gott er alles bewirken. Aber es ist immer der freie Wille des Menschen. Der Mensch muß halt auch wollen.

Joa: Frau James, seit dem Bruch mit ihrer Familie und dieser Todesdrohung [durch die Familie] sind bald 10 Jahre vergangen. In wieviel Orten haben sie denn seit dem gewohnt?

Sabatina: Ich glaube, ich bin so ungefähr 16 mal umgezogen. Das längste, wo ich an einem Ort gelebt habe, war ein Jahr.

Joa: Und immer aus Sorge, man möge [könnte] ihre Spur finden und ihnen etwas antun. Deswegen ziehen sie weiter. Das Ganze hier, muß ich dazu sagen, ausnahmsweise, ist eine Aufzeichnung, damit eben kein Gegner kurz vor vier vor unserem Funkhaus ihnen auflauern kann. Aber was machen sie eigentlich bei großen Liveauftritten? Ab und zu kommen sie geladen zu Kongreßen. Geht da jemand mit?

Sabatina: Ich habe immer Polizeischutz, wenn ich öffentliche Veranstaltungen habe, wo jeder hinkommen kann. Ansonsten mache ich keine öffentlichen Veranstaltungen. Selbst bei den Gästen frage ich immer nach, was für Leute da kommen.

Joa: Allerdings, andersherum sind ja jetzt 10 Jahre vergangen und gottlob ist nichts passiert.. Vielleicht droht ja auch nichts mehr.

Sabatina: Ja, das ist so eine Sache. Ich habe 2006 Polizeischutz bekommen, mein Opferschutzprogramm in Deutschland. Die haben ja auch geprüft, ob überhaupt eine Gefahr für mich besteht und haben sich dann entschlossen, mich in das Opferschutzprogramm aufzunehmen. Meine Familie hat 2001 das Todesurteil über mich ausgesprochen, nach meiner Konvertierung [Übertritt] zum christlichen Glauben. Ich habe sehr viel über den Islam gesprochen. Ich habe über die Lehre des Propheten Mohammed gesprochen und die Kritik am Islam bringt mir auch Todesdrohungen ein. Bei uns schreiben die Islamisten [der „Friedensreligion“] ganz offen an der Pinnwand, tötet alle Juden, alle Christen, daß ich auf dem falschen Weg unterwegs bin.

Joa: Aber das muß ich an der Stelle schon einmal sagen, durch einen Auftritt wie diesen, in Bayern 2 hören Zehntausende zu, da wächst jetzt auch kein Gras drüber. Sie könnten doch auch sagen, ich halte jetzt einmal ganz schön still.

Sabatina: Genau, und genau das finde ich, ist das größte Verbrechen, was derzeit passiert. Wir haben zur Zeit die größte Christenverfolgung aller Zeiten, jedes Jahr werden über 160.000 Christen ermordet und über 100 Millionen Christen leben zur Zeit unterdrückt, werden gefoltert und die ganze Welt schaut zu. Es ist ein Völkermord, der da passiert in der islamischen Welt. Ich habe, als ich 2008 in Pakistan war, mit den Menschen gesprochen, die ihre [christlichen] Söhne verloren haben, die hingerichtet worden sind. Und ich habe ihnen mein Versprechen gegeben, daß ich nicht schweigen werde. Und das werde ich niemals machen.

Joa: Man spürt jetzt schon, wie sie Fahrt aufnehmen. [Sabatina schmunzelt leise.] Es gibt auch Gegner von ihnen, die sprechen von einem persönlichen Kreuzzug gegen den Islam.

Sabatina: Ich finde, es ist ja keine Tugend, den Islam zu verteidigen. [Gut-]Menschen die glauben, sie sind besonders liberal und menschlich, wenn sie eine andere Religion verteidigen, wie den Islam, die haben sich meistens mit der Lehre des Islams nicht befasst. Sie leben da so nach der Ringparabel „alles ist gleich“, wir beten ja alle zum gleichen Gott und irgendwo gibt es ja in jeder Religion das Gute. Im Westen geht man einfach von diesem humanistischen Gedanken aus, das Gute im anderen zu sehen. Das Problem beim Islam ist, daß sogar das Verstellen [die Lüge] erlaubt ist gegenüber Andersgläubigen.

Joa: Ihre harte Kernaussage zieht ihnen ja auch so viel Hass und Wut zu. Gewalt gegen Andersgläubige, Intoleranz, Geringschätzung der Frauen. Das entspringt nicht der Verirrung einer handvoll Islamisten, also besonders Fanatischer, sondern ist wichtiger Teil des Koran. Aber da gibt es doch auch andere Stellen. In der Bibel würde ich ja auch dies und jenes finden, im Alten Testament. vor allem. [Im Neuen Testament gibt es keinerlei Aufforderung zu Gewalt. Der Geist des Neuen Testaments ist, liebe deinen Nächsten. Das Christentum beruht im wesentlichen auf dem Neuen Testament. Jesus sagte, liebet eure Feinde. Mohammed sagte, tötet eure Feinde.]

Sabatina: Genau. Es ist nur so, daß in jeder Religion der Religionsgründer die höchste moralische Vorbildrolle hat. Im Islam hat es Prophet Mohammed. Der Prophet Mohammed war über 50 Jahre alt, als er ein sechsjähriges Mädchen geheiratet hat, Aischa. Sie war seine jüngste Frau [Mohammed hatte insgesamt etwa 10 Ehefrauen].

Mit neun Jahren hat er mit ihr die Ehe vollzogen [Geschlechtsverkehr gehabt]. Er hat einen ganzen Stamm von Juden persönlich ausgelöscht, den Stamm Banu Quraiza [Er hat etwa 700 bis 900 Männer des jüdischen Stammes auf dem Marktplatz von Medina enthaupten lassen und die Frauen und Kinder in die Sklaverei verkauft um sich davon neue Pferde und Waffen für weitere Kriegszüge zu kaufen]. In der Bibel haben wir als höchstes moralisches Vorbild Jesus Christus. Deshalb nennen wir uns ja auch Nachfolger Christi und nicht Nachfolger Moses [Judentum]. Das hat Jesus gelehrt, als die Jünger ihn gefragt haben, was ist das höchste Gebot und er [Jesus] hat gesagt die Liebe.

Joa: Das ist ein Stichwort, um einmal ein bißchen Druck und Tempo rauszunehmen [Sabatina lacht schallend], aber gerade bei dem Stichwort fällt mir eben auch ein, sie haben durch diesen fundamentalen Streit keinen Kontakt mehr zu Vater, Mutter, Bruder, Schwester. Ist das so?

Sabatina: Ich habe sie nicht mehr gesehen. Ab und zu habe ich Emails geschrieben, mit meinen Geschwistern. Sie sagen, komm zurück, es hätte sich alles geändert. Und wenn ich sie auf die Zwangsheirat anspreche, dann sagen sie, ja, das war eine Verirrung durch unsere Mutter und das hätte sich jetzt alles geändert.

Joa: Also, die reichen ihnen jetzt die Hand?

Sabatina: Ja, ja, die schreiben jetzt auch Emails und darin ist alles OK. Jetzt, ist alles in Ordnung. Aber dann kommen wieder ganz wütende Emails. Ich kann es dann oftmals nicht einschätzen. Mir ist einfach das Risiko zu hoch. Ich arbeite tagtäglich mit jungen Frauen zusammen und ich weiß, wie es nach hinten losgehen kann. Und ich würde, solange ich nicht dieses Vertrauen habe, nicht wieder zu ihnen zurückgehen, denn ich würde mich fragen, was die 180-Grad-Wende in ihnen ausgelöst hat, daß sie auf einmal ganz anders geworden sind.

Joa: Aber sie reden jetzt doch so viel darüber. Also innerlich haben sie nicht abgeschlossen, natürlich nicht, mit ihrer Familie?

Sabatina: Nein, ich liebe meine Eltern. Für mich ist es ein sehr hoher Preis, den ich hier bezahle. Manchmal bin ich eher diejenige, die dann sagt, so, ich gehe jetzt zurück, ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr. Es gibt diese Zeiten. Wenn ich krank zu Hause im Bett liege und keiner kocht mir Tee und ich sehne mich nach Mama, die da wäre. Das sind ganz normale Gedanken, die man hat als Kind.

Joa: Es gab wohl wirklich Tage, wo sie dachten, ja, ich habe Schande über meine Eltern gebracht.

Sabatina: Ja, aber dann sage ich immer nur, was war die Schande? Ich habe im Endeffekt ein totalitäres System öffentlich dargestellt. Und damit haben sie, glaube ich, ein Problem. Ich glaube, daß meine Eltern das größte Problem mittlerweile damit haben, daß ich meine Geschichte öffentlich erzähle.

Joa: Und heute tun sie es wieder, was die Sache gut und schwierig zugleich macht, für sie, nehme ich an.

Zwischeneinblendung - Joa: Mir gegenüber Sabatina James. Wie kann ich sie beschreiben? Außer, äußerst attraktiv [Sabatina lacht und sagt: „Danke“], lange schwarze Locken, ein ebenmäßiges Gesicht [Sabatina lacht und sagt: „Oh, Gott, das ist zu viel jetzt, hör auf.], schwarze Augen. Aber das ist auch gleich ein Punkt, daß die Gegner sagen, der geht es um Auftreten, Geltungssucht. Das begegnet ihnen häufig.

Sabatina: Ja gut, also ich meine, das ist ganz klar, daß dann, wenn man gegen so ein totalitäres System, wie dem Islam aufsteht, daß man dann auch Feinde hat. Und da man bei mir keine Sachargumente gegen mich und meinen Aussagen findet, greift man eben auf Nebenaspekte zurück.

Joa: Das wird bei Frauen gerne gemacht.

Sabatina: Ich find's lächerlich, daß ich dunkle Locken..., was soll ich jetzt machen?

Joa: Ein Pfarrer ließ sich einmal [zu der Aussage] hinreißen, „das Modell Gottes“.

Sabatina: (lacht) Das war der Pfarrer, der mich getauft hat. (lacht wieder)

Joa: Ich meine, worüber wir reden, daß ist so gar nicht zum Lachen. Ihre Eltern meinten, die Familienehre ist beschmutzt, weil sie sich damals der vorgesehenen [Zwangs-]Heirat mit dem Cousin wiedersetzten, als sie 15, 16 Jahre alt waren. Wir kommen noch genauer darauf zu sprechen. Und dann auch noch zum Christentum konvertierten. Als sie vor 10 Jahren die Bibel in die Finger bekamen. Warum war ihnen dann Gott und Jesus sympathischer als Allah?

Sabatina: Weil Jesus eine völlig andere, konträre [entgegengesetzte] Botschaft gebracht hat zu Mohammed. Er hat seine Feinde geliebt. Er hat für seine Feinde gebetet. Er hat die Frauen geachtet. In einer Zeit, in der Frauen nichts wert waren, in einer Zeit, in der Frauen vor Gericht nicht einmal angehört wurden, weil sie keine Rechte hatten, hat er bei seiner Auferstehung eine Frau als seine Zeugin. Er hat damit der Frau eine große Würde gegeben. Das längste Gespräch, welches wir im Neuen Testament finden, ist mit einer Frau, mit der Samariterin am Brunnen [Johannes 4, 1-42 ] und nicht mit irgendeinem Apostel. Und das ist das, was mir so extrem gut gefällt an der Bibel. Jesus hat auch die Ehebrecherin verteidigt [die im Islam gesteinigt werden soll]. Er hat sie nicht zur Steinigung freigegeben, sowie der Prophet Mohammed. Ich habe immer Jesus mit Mohammed verglichen und habe einfach gemerkt, Mohammed hat zum Töten aufgefordert. Jesus hat sich nicht einmal verteidigt. Wenn Menschen im Namen Jesus Morde begehen, dann ist das völlig gegen seine Botschaft.

Joa: Wir reden über's Neue Testament. Im Alten Testament da stehen auch harsche Dinge drinnen, aber im neuen, das stimmt, das war ein gewaltiger Klimawechsel. Sie sind, ich muß einmal klar machen, wo sie her kommen, geboren im November [Sternzeichen Skorpion] 1982 im Dorf Dhedar, zwei Autostunden vom pakistanischen Lahore, eine Riesenstadt. Allerdings aufgewachsen auf einem Bauernhof, mit Mama, zwei Brüdern, einer Schwester und einem fernen Papa.

Sabatina: Mein Vater war in Österreich und er kam alle zwei Jahre nach Pakistan, um uns zu besuchen. Und dann hat er immer gesprochen, ja, in Österreich da würden die Äpfel am Boden rumliegen und die Autos würden darüber fahren und alles wäre so sauber. Es kam mir alles so paradiesisch vor und ich habe mir gedacht, da leben die reichen Menschen, da will ich hin [Sabatina lacht verschmitzt] Bei uns in Pakistan, da gibt es nur Armut. Papa hat auch immer von seinem Kran Fotos geschickt und mein Großvater und meine Großmutter haben sie alle möglichen Leute gezeigt, denn wer so ein Riesending beherrschen konnte, der war von Allah reichlich gesegnet [Sabatina lacht schallend].

Joa: Sie schreiben in ihrem Buch, das zwischen uns liegt, „Nur die Wahrheit macht uns frei“, die Mutter war sehr streng, aber das wird gar nicht so empfunden, denn überall war es so. Die Töchter hatten sich mit um die Hausarbeit zu kümmern. Die Jungs natürlich nicht. Sie hatten vier Kilometer Fußweg zur Schule, fanden es aber toll, weil sie als Mädchen auf die Schule durften. Das war reihenweise bei den Freundinnen nicht so. War das eine schöne Kindheit?

Sabatina: Insgesamt gesehen schon. Ich denke auch sehr oft daran zurück. Da hatte ich auch noch meine Geschwister bei mir und das ist etwas, was mir natürlich fehlt. Pakistan hat eine große Gastfreundschaft. Es ist eine [Herzens-]Wärme da. Man muß keinen Termin ausmachen, um beim Nachbarn vorbeizuschauen. Du kommst einfach vorbei. Und wenn dir Zucker und Mehl fehlt, dann gehst du auch zum Nachbarn. Und es wird nie jemand komisch angesehen. Und wir haben auch ein sehr hohes Ansehen in unserem Dorf gehabt, weil mein Großvater islamischer Geistlicher war. Er war Mullah. Und wenn irgendwelche Vorfälle waren, dann sind die Menschen nicht zu irgendwelchen Gerichten gegangen, sondern sind zu meinem Großvater gekommen. Er war der Imam, der die Gebete ausgerufen hat auf den Minaretten und ich war sehr stolz darauf und habe darum auch den Koran gelernt.

Joa: Sie waren auch sehr gläubig als Kind. Sie waren auch sehr froh, als es kurz vor dem zehnten Geburtstag hieß, Papa holt uns alle ins Paradies Europa. Sie haben das vorhin erzählt. Es war schön grün, sie hatten einen Garten mit einem Apfelbaum im österreichischen Sarleinsbach [Oberösterreich, Rohrbach]. Ich habe einmal nachgeguckt, es liegt zwischen Passau und Linz. Und da haben sie in den ersten Wochen so über alles gestaunt, habe ich so das Gefühl.

Sabatina: Also, vor allem diese Ordnung, die da war. [lacht] Auch an der Straße. Alles fährt irgendwie wo Platz ist. Und die Frauen in Hosen, in Jeans, so etwas habe ich in Pakistan nie gesehen. Das war für mich das allererste Mal. Und dann diese Kurzhaarschnitte. Und dann kam diese Nachbarin an, die uns gleich Töpfe gebracht hat. Ich habe aber auch eine Nachbarin gehabt, die war unverheiratet und die hat uneheliche Kinder gehabt. Ich weiß nicht, ob es ein oder zwei Kinder waren, aber auf jeden Fall war es ein uneheliches Kind. Und da habe ich mich schon gefragt, warum diese Frau noch lebt, denn sie würde bei uns [in Pakistan], weil sie die Ehre der Familie beschmutzt hat, umgebracht werden. Auch die Familie würde von der Gesellschaft verstoßen werden. Das war für mich schon sehr gewöhnungsbedürftig.

Joa: Oder Wasserklos, oder Jungs und Mädels in einer Klasse. Das fand ich auch sehr interessant. Da waren sie ja sprachlos.

Sabatina: Wir hatten in Pakistan eine absolute Geschlechterapartheit [Geschlechtertrennung]. Allein schon bei den Besuchen. Wenn wir in Linz eine pakistanische Familie besuchen gegangen sind, [dann gingen] die Mädchen mit den Mädchen, die Jungs mit den Jungs und die Männer mit den Männern.

Joa: Wie gings ihnen denn mit dem berühmten Stichwort Integration? Die Sprache war sicherlich erst einmal verdammt schwer..

Sabatina: Für mich nicht. Ich habe kein Problem gehabt mit Österreichisch. Wir waren sehr willkommen in diesem Dorf und das hat mir auch sehr geholfen. Unsere Lehrer haben sich extrem bemüht. Wir haben Nachhilfeunterrricht bekommen, wenn wir uns irgendwo nicht ausgekannt haben...

Joa: Es kommt nicht die Geschichte von, wir fühlten uns fremd und einsam und wir spürten die Kälte?

Sabatina: Nein, überhaupt nicht. Wie gesagt, schon in den ersten Tagen standen diese Frieda? [Nachbarin?] dort und in der Schule hatte ich eine Lehrerin, Frau Kobler, die haben sich alle so bemüht, daß ich deutsch lerne.

Joa: Gab es auch Freundinnen?

Sabatina: Ja, die Anita und die Maria, das waren meine ersten Freundinnen, die ich in der Klasse hatte. Es ist alles schon sehr freundlich gewesen.

Joa: Bei Freundinnen hingen die Bravo-Poster an der Wand, die trugen ja auch Jeans und T-Shirt. Aber in den Anfangsmonaten, wie sah da ihr Zimmer, ihre Kleidung da aus?

Sabatina: Also, am Anfang habe ich immer so ein gelbes Salva Kamis, die pakistanische Nationaltracht, angezogen. Das ist eine Hose und ein ganz langes Kleid, das über die Knie geht.

Joa: Das man ja nichts sieht.

Sabatina: Genau. Und dann habe ich auch noch so komische Spiegelchen da drauf gehabt. Ich habe das Bild nämlich gestern noch gesehen. Ich habe es gefunden.

Joa: In ihrem Zimmer gab es keine Bravo-Poster, nehme ich an.

Sabatina: Nein, aber ich wollte später unbedingt, den Angelo Kelly und Paddy Kelly [Kelly-Family], die mochte ich... [lacht]

Joa: Eigentlich recht harmlos.

Sabatina: Total, aber erstmal waren das Ungläubige. Das war eigentlich nicht gestattet.

Joa: Sie haben aber auch mitbekommen, wie ihre Eltern über ihre österreichischen Freundinnen gesprochen haben.

Sabatina: Ja, gut, ich meine, es liegt einfach daran, wir als Menschen, aus dem Islam kommen. Der Islam bestimmt alles in unserem Leben, was wir essen, was wir trinken, was wir anziehen, wen wir heiraten, wer unsere Freunde sind, wer gut und wer böse ist. Und der Islam teilt die Menschen in Muslime und Nichtmuslime ein. Muslime ist gleich Umma, Umma heißt [islamische] Gemeinschaft und die anderen gehören eben nicht dazu. Und Menschen, die religionsfrei Leben [Atheisten], das ist auch eine Erfahrung mit Muslimen, die ich heute kenne, haben einen sehr schlechten Stand im Islam. Und wir haben, zumindest Österreich, wo wir waren, als religionsfreie Zone gesehen. Ich habe schon so Sprüche gehört wie, die Bordelle sind voll, die Kirchen sind leer, denen ist nichts mehr heilig. Das ist etwas, was viele Muslime verstört.

Joa: Und eine Frau mit kurzem Rock ist schnell eine Nutte.

Sabatina: Ja, das wird als unmoralisch empfunden, denn der Körper der Frau ist überhaupt das Sexobjekt schlechthin und die muß sich verhüllen, damit der Mann nicht in Versuchung gerät. Das ist halt die Auslegung.

Joa: Aber mit den Jahren haben sie Lust bekommen, sich eben so zu kleiden. Sie wollten ja auch dazu gehören, zu der Gemeinschaft in der Klasse, und fingen an, ein Doppelleben zu leben. Ich habe das wirklich fasziniert gelesen.

Sabatina: Ja, ich habe mich immer doppellagig angezogen. Und das, was ich nicht mehr haben wollte, habe ich immer in der Schule ausgezogen. Ich habe auch Jeans getragen in der Schule. Aber auch im Hochsommer bin ich langärmlig durch die Gegend gelaufen. Ich bin nicht mit den anderen schwimmen gegangen. Auch wenn mal Geburtstagsfeiern waren oder Klassenfeste, dann mußte ich immer irgendwelche Ausreden meinen Eltern gegenüber erfinden, daß ich bei einem Schulfest mitmachen durfte oder an einem Theaterunterricht teilnehmen durfte. Das wollte ich immer machen. Ich war ja an einem Gymnasium, das einen Schwerpunkt in Musik und Schauspiel hatte. Das war für meine Eltern etwas, das nur die Prostituierten machten, Schauspielern oder Sängerin werden. Das ist kein Beruf für ehrenhafte Mädchen.

Joa: Ein biss'l hat's sicher auch von Tennie-Rebellion gehabt, damals. Es war sicher nicht nur Glaubenskampf, oder?

Sabatina: Es ist einfach so, wenn man zwischen zwei Stühlen sitzt, zu Hause bist du nicht islamisch genug, in der Schule bist du nicht westlich genug. Du sitzt einfach zwischen den Stühlen, du weißt einfach nicht, wo du hingehörst.

Joa: Und langsam, langsam, eskalierte das Ganze. Und weil das ziemlich schwierig ist, heißen sie auch gar nicht James.

Sabatina: James habe ich von einer verfolgten christlichen Familie aus Pakistan angenommen. Die sind nach Deutschland gekommen. Damals, als mein Buch erschienen ist, haben sie von mir erfahren und sie wissen, wie viel Familien in Pakistan wert sind. Und sie haben gesagt, du bist für uns wie eine Tochter. Du darfst unseren Namen annehmen.

Joa: Dieses Pseudonym schützt sie natürlich auch. Und ein biss'l auch ihre Familie. Sie wollen da wahrscheinlich nicht noch weiter etwas auslösen. In Pakistan sind sie geboren, mit zehn nach Österreich gekommen und gerieten da in eine tiefe Krise. Sie waren fasziniert vom Westen, auch von den Freiheiten, vor allem von den Frauenrechten. Und doch ist es gelungen, mit diesem Doppelleben, erster Freund dann doch mit fünfzehn, züchtiger Kuss, habe ich gelesen in diesem Buch, Geheimtreffen...

Sabatina: Das war es dann auch schon [lacht]

Joa: Das wär gar nicht gegangen, zu sagen, ich habe einen Freund und wir gehen nur ins Kino. Punkt.

Sabatina: Nein, ich wußte von Anfang an, daß ich meinem Cousin in Pakistan versprochen bin [Inzucht]. Meine Mutter hat mir das auch immer wieder gesagt. Er hat auch immer wieder irgendwelche Briefe geschickt, zu Beiram [das Osterfest, welches nach dem Fastenmonat, Ramadan, folgt] und Kasetten, wo immer Liebesmusik dabei war. Dann mußte er immer dazu schreiben, ich bin dein versprochener... Da weißt du schon Bescheid. Und wenn meine Mutter dann immer in hooohen [extra lang gezogen] Tönen über ihn gesprochen hat und über keinen anderen Cousin, dann weiß ich auch, warum sie das gemacht hat.

Joa: Und sie haben es mit 13, 14, 15 gehört, wahrgenommen, aber verstanden nicht?

Sabatina: Ich habe mir gedacht, die wollen das [die Hochzeit] in Linz machen, wenn es passiert. Er ist in Pakistan und ich bin in Linz, wie soll das funktionieren? Man schiebt es auch von sich weg. Und dann lebt man einfach so weiter.

Joa: Aber dann gab es eben diesen Riesenstreit, wegen diesem ersten Freund und es gab wohl auch Schläge, das Wort Hure fiel und dann Ausgangsverbot. Sie flohen in eine Notschlafstelle, sind dann noch einmal heim. Da lief's dann besser. Aber dann habe ich mir gedacht, warum haben sie sich darauf eingelassen? Um die Familienehre zu retten, haben sie gesagt, na gut, ich flieg kurz mit, für ein paar Wochen nach Pakistan und verlobe mich dort, mit dem. Das klingt so blauäugig.

Sabatina: Sie haben mir gleich am Anfang die Frage gestellt, glauben sie, daß es noch besser wird, daß die Todesstrafe jetzt noch ausgeübt wird usw.. Es ist ein Versuch gewesen, mit meiner Familie noch einmal zu starten. Ich habe ihnen vertraut. Sie haben gesagt, du mußt nicht heiraten, wenn du nicht willst. Sie haben auch gesagt, daß ich in Pakistan alle Freiheiten habe. Ich darf dort eine Schauspielschule besuchen. Dort darf ich dann schwimmen gehen, wenn ich will. Also alle Freiheiten, die ich in Österreich nicht hatte, würde ich dann in Pakistan haben.

Joa: Ein schweres Zuckerl.

Sabatina: Ja genau. Und deshalb bringe ich auch heute dieses Vertrauen nicht zu meinen Eltern auf, wenn sie sagen, es ist alles wieder in Ordnung, denn das haben sie damals auch gesagt und es ist immer schief gegangen. Ich war ja nicht einmal in der Notschlafstelle. Ich war einige Male in der Notschlafstelle und ich bin immer wieder nach diesen Schlägen nach Hause gegangen. Immer, um ihnen eine Chanche zu geben.

Joa: und dann sind sie im Sommer 1999 mit in den Ferien nach Pakistan, in die alte Heimat gefahren. War's noch die Heimat?

Sabatina: Ja, Pakistan habe ich immer geliebt, werde ich immer lieben. Das ist ein Stück von mir.

Joa: Aber es kam, wie es kommen mußte. Dort vor Ort der liebestrunkene Cousin steht schon da und die Eltern sagen, jetzt ist doch Hochzeit, Heirat. Und der Papa flog dann ohne sie heim.

Sabatina: Sie haben mich in Pakistan zurückgelassen und sie haben gesagt, so lange du nicht Salman, so heiß mein Cousin, heiratest, kommst du nie wieder nach Österreich zurück. Dann bin ich in Lahore gewesen. Es gab dort keine Norschlafstelle für Jugendliche, sondern dort gab es das Haus meiner Tante, die für mich ein weiblicher Tyrann war, und dann haben meine Eltern mich einfach verlassen. Ich hatte keine Papiere, keine Dokumente, später habe ich herausgefunden, daß die Dokumente bei meinem Onkel waren, aber...

Joa: Sie sollten in der Koranschule zur Besinnung kommen. Monate waren's am Ende. Was für Erinnerungen bleiben an so eine Koranschule?

Sabatina: Große Wände - eingesperrt sein. Wir hatten keinen Ausgang. Wenn wir raus wollten, wenn wir abgeholt wurden, mußten wir auch ein Niqab [Gesichtsschleier] tragen, dass man nur die Augen sieht. Im Sommer hat meine Lehrerin mal gesagt, ich soll auch die Handschuhe anziehen. Auch die Haut von den Händen kann einen Mann in Versuchung bringen [perfekte Gehirnwäsche]. Unsere Lehrerin saß immer hinter einem Vorhang und hat von dort aus die Koransuren zitiert [in arabisch, was keiner verstand]. Ich habe mich zum ersten Mal in meinem Leben so richtig mit dem Koran befasst.

Ich habe [bis dahin] jahrelang den Islam und seine Tradition verteidigt und die ersten Zweifel am Islam sind mir gekommen, als ich angefangen habe die Übersetzung des Korans auf Urdu [pakistanische Nationalsprache] zu lesen [falsche Übersetzung würde die Muslime nun einwenden, offenbar halten sie alle Übersetzer für Dummköpfe] . Ich habe den Koran immer auf arabisch gelesen, aber nie verstanden, was ich lese. Das war für mich sehr schlimm, weil ich da erkennt habe, daß das, was meine Eltern machen, im Endeffekt nicht gegen den Propheten Mohammed spricht, denn er war selber ein alter Mann als er ein junges Mädchen geehelicht hat... [Ich finde schon, daß da eine Menge gegen den Propheten Mohammed spricht. So meinte sie es wahrscheinlich auch.]

Joa: Ein Kind, im Grunde.

Sabatina: Ein Kind, ja. Wir sind Sunniten, meine Familie, zumindest bin ich es gewesen. [die Mehrheit der Muslime sind Sunniten, die Minderheit, vor allem im Iran und im Irak, sind Schiiten] Sunniten folgen der Tradition des Mohammed. [die Schiiten folgen der Tradition des Ali [1]] Sunna entspricht der Tradition des Propheten Mohammed. Oftmals wird in der Diskussion gesagt, das ist Tradition, das ist Kultur, das hat nichts mit dem Islam zu tun. Aber dann muß man sich fragen, wessen Tradition ist es. [Es ist] Die Tradition des Propheten.
  • [1] Ali = Alī ibn Abī Tālib gilt den Sunniten als vierter und letzter rechtgeleiteter Kalif (656-661), den Schiiten und Aleviten als erster Imam). Er war ein Vetter und Schwiegersohn des Propheten Mohammed, dessen Tochter Fatima er heiratete.
Joa: Die Rolle der Frau ist [ihnen] eben da bewußt geworden. Man braucht [z.B.] zwei Frauen als Zeuginnen, um einen Mann zu wiedersprechen.

Sabatina: Weil der Islam davon ausgeht, daß die Frau kein Verstandeswesen ist, sondern eher ein sexuelles Wesen, weil sie sehr auf Emotionen bedacht ist und deswegen müssen zwei Frauen da sein. Das ist schon sehr, sehr schwierig und daß der Mann auch die Frau züchtigen darf. Er darf sie schlagen. Das steht im Koran ganz ausdrücklich [Sure 4,34]. Und es gibt die Sure die besagt: Frauen [Sabatina sagt „Weiber“] sind eure Äcker. Geht auf eure Äcker, wann immer ihr Lust habt. [Sure 2,187]. Für mich ist dies eine Einladung zur Vergewaltigung in der Ehe, was ja auch total oft passiert in Pakistan. [Muslime würden einem jetzt sicherlich erzählen, unsere Frauen sind gleichberechtigt und würden dies mit einem Koranvers unterstreichen, der sicherlich auch existiert. Die Realität sieht allerdings anders aus.]

Pakistan ist ein Land, das vom Islam durch und durch infiziert [ich würde sagen vergiftet] ist. Asma Jahangir, UN-Botschafterin aus Pakistan sagt, sie rät keiner pakistanischen Frau zum Anwalt oder zur Polizei zu gehen, wenn ihr Unrecht angetan wird. Es könnte sein, daß auch diese Männer sie vergewaltigen. [Hier sieht man wieder einmal die ganze Verlogenheit des Islam. Sie werfen dem Westen vor, er sei sündhaft und unmoralisch. Aber im Westen würde kein Polizist eine Frau auf einer Polizeiwache vergewaltigen.]

Joa: Aber jetzt muß ich an dieser Stelle einmal sagen, es gibt auch gute Ehen und Ehemänner, die ihre Ehefrauen nicht schlagen in Pakistan. [Ja, das stimmt. Neulich hat man einen gefunden, der wurde nämlich regelmäßig von seiner Ehefrau verprügelt :-)]

Sabatina: Natürlich gibt es die. Pakistan besteht ja nicht nur aus Menschen, die irgendwelche Tyrannen sind, um Gottes Willen. Pakistan ist ein wunderschönes Land und ich liebe dieses Volk. Wir haben, was ich vorhin schon sagte, eine Gastfreundschaft, wie ich sie noch nie irdendwo anders gesehen habe [und was droht Islamkritikern?]. Ich liebe diese Menschen. Das Problem ist nur, wenn ich vom Islam spreche, dann spreche ich nicht von den Muslimen. Dann sage ich nicht, alle Muslime auf der Welt sehen das so [aber fast alle Muslime folgen den radikalen Muslimen, wenn's drauf ankommt, sei's aus Überzeugung oder aus Angst]. Die Muslime haben auch ein Gewissen. Natürlich kannst du das Gewissen durch den Koran töten und deine Frau trotzdem schlagen. Aber viele folgen lieber ihrem Gewissen als dem Koran [darauf steht die Todesstrafe] und die meisten kennen sich, Gott sei dank, im Koran nicht aus, weil er auf arabisch gesprochen wird, haben wir einen großen Vorteil, denn die Menschen wissen nicht, was drin steht.

Joa: Sie wußten dann ziemlich genau, was drin steht, nachdem sie hundert Mal morgens um vier geweckt wurden und es bis Sonnenuntergang gelernt haben.

Sabatina: Auswendig gelernt.

Joa: Der letzte Ausweg für sie überhaupt noch mal da raus und zurück zu kommen, Silvester 1999. Jetzt weiß ich nicht, [war es die] Verlobungs- oder Hochzeitsfeier, dann doch?

Sabatina: Mein Vater ist ja gekommen und hat dann eine Verlobungsfeier gemacht. Sie wollten die Hochzeit erst dann feiern, wenn die ganze Familie dabei ist. In Pakistan ist es unvorstellbar mit einem Familienmitglied die Hochzeit zu feiern. Es müssen alle...

Joa: Sie waren ganz sicher, das ist die Vorstufe, nur Verlobung...

Sabatina: Natürlich, bei der Hochzeit unterschreibst du. Du unterschreibst deine Heiratsurkunde und so. Das habe ich alles nicht gemacht. Mein Großvater war da und er war der einzige, der im islamischen Sinne gefragt hat, ob ich diesen Mann möchte. Und wenn er sagt ja... denn das [war] der einzige Weg zurück [nach Österreich]. Die wollten ein Visum für meinen Cousin und dafür mußte ich zurück nach Österreich.

Joa: Haben sie auf dem Heimflug wirklich gedacht, das war es jetzt? Das habe ich alles hinter mir?

Sabatina: Ich habe gar nicht viel gedacht. Ich habe an meinen Vater gedacht. Ich habe nicht gewußt, was ich über ihn denken sollte. Er hat mich in die Hölle reingebracht und holt mich gerade von der Hölle wieder raus. Ich wollte einfach Frieden mit meiner Familie. Das war das, was ich wollte. Und ich habe mich gefreut, meine Schwester, meine Brüder und meine Freundinnen wiederzutreffen. Das waren eher die Gedanken, die ich da hatte und nicht, oh Gott, wie geht es weiter. Für mich war es wichtig, daß ich in die Schule gehen kann und ich die Matura [Abitur] machen kann.

Joa: Mir gegenüber Sabatina James, die erstaunlich viel strahlt, die ganze Stunde. Trotz dieser drückenden Geschichte, wenn man überlegt, was ihnen in den ersten 17 Lebensjahren widerfahren ist, von der gläubigen Muslimin - dann ein enormer Druck - sie stimmen der Verlobung zu. Daheim geht's weiter in Streit und sie lernen ausgerechnet über einen Christ, Jan, die Bibel kennen. Da waren sie siebzehn, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß sie die daheim lesen konnten.

Sabatina: Ich habe die Bibel heimlich gelesen. Er hat sie mir zu Weihnachten geschenkt. Das war eine Zeit, in der ich ihm auch erzählt habe, daß ich zu Hause Druck habe, weil meine Eltern wollten, daß ich die Heiratsurkunde unterschreibe. Ich habe ihm das erzählt, daß ich diese Probleme zu Hause habe und er hat gesagt, du mußt beten. Und ich war in der Koranschule und sagte, ihr Christen betet nur einmal am Sonntag und wir beten fünf Mal am Tag [lieber einmal aufrichtig am Sonntag, als fünf Mal aus Zwang jeden Tag] Und wenn ich ein Gebet verpasst habe, weil ich in der Schule war, dann habe ich das zu Hause nachgeholt [man sieht, die islamische Gehirnwäsche funktioniert perfekt]. Ich war da so radikal unterwegs. Und dann hat er gesagt, vielleicht betest du zum falschen Gott [Leute klärt mich bitte auf. Sind das nicht beides monotheistische Religionen? Dürfe es da nicht nur einen Gott geben? Wieso betet Sabatina nun zum falschen Gott?] Darum habe ich versucht, zu ihm [Jan] den Kotakt zu meiden, weil ich dachte, das führt mich irgendwie in Versuchung.

Aber er hat mir zu Weihnachten die Bibel geschenkt, mit ganz, ganz viel Liebe, und man muß diese Person kennen, um zu begreifen, daß man das einfach nicht ablehnen kann. Er hat so eine Frohnatur gehabt. Er hat sich um mich gekümmert. Und ich habe sie nach Hause mitgenommen. Meine Schwester hat nicht mehr in meinem geschlafen. Meine Mutter hat sie aus meinem Zimmer rausgenommen. Sie haben ein Zimmer geteilt, weil sie sagte, ich habe einen schlechten Einfluß auf sie. Wir hatten ein Hochbett und ich bin darauf gegangen und habe in der Nacht auf diesem Hochbett gesessen und habe Gott gefragt. Ich habe gefragt, Gott wer bist du? Bist du jetzt Allah oder Buddha oder Krishna? Ich hatte auch Sikhs gekannt [indische Religion, vergleichbar mit dem Hinduismus] und ich hatte Hindus gekannt.

Und dann habe ich die Bibel aufgeschlagen und ich stieß auf einen Vers, in dem stand, wenn ihr mich aus ganzem Herzen sucht, dann werde ich mich von euch finden lassen [Gott mag offenbar Versteckspiele ;-)]. Es war im Endeffekt auch diese Suche, auf der ich unterwegs war. Ich war immer gläubig. Ich habe an Gott geglaubt, aber ich habe das erste Mal das Gefühl gehabt, ich habe im Himmel angerufen und das erste Mal hebt jemand ab [wie war da noch gleich die Telefon-Nummer?]. [Sabatina lacht schallend] Ich habe ja auch als Muslimin immer gebetet...

Joa: Aber da war kein Anschluß unter dieser Nummer. [Sie hat ja auch immer zum falschen Gott gebetet. ;-)]

Sabatina: Das war einfach eine persönliche Erfahrung. Ein anderer Moslem wird vielleicht eine andere Erfahrung machen. Meine Erfahrung war eben die. Ich habe mich dann eben mit dem Neuen Testament befasst. Was ich auch so schön empfand, war diese Liebe, die von Jesus ausgegangen ist. Wenn ich mit einem Wort das Ganze zusammenfassen würde, dann würde ich sagen, das, was mich angezogen hat, war die Liebe. Es ist nicht mehr diese Rache, die Vergeltung [die im Islam dominiert und die ziemlich abstoßend ist] und Mord auf Mord.

Jesus bezieht sich ja auch auf Stellen, [im Alten Testamnent] in denen steht, Auge um Auge, Zahn um Zahn, ich aber gebe euch ein neues Evangelium: Schlägt euch einer auf die linke Wange, dann haltet ihm die rechte Wange hin [2]. Das heißt, er hat auf die Gewalttaten im Alten Testament Bezug genommen. Deswegen kam man mit dem Argument, na ja, das Christentum ist ja auch gewalttätig, denn das Alte Testament ist so. Das geht gar nicht auf. [Mit anderen Worten, Jesus hat jeder Gewalt abgeschworen. Und es ist falsch, Jesus für die Gewalt des Alten Testaments verantwortlich zu machen.]
  • [2] Was Sabatina allerdings auch nicht befolgt, denn sie ist ständig auf der Flucht. Wie sinnvoll ist diese Empfehlung von Jesus also wirklich? Die friedliebenden Buddhisten folgten in der Zeit ab etwa 1000 n. Chr. genau dieser Empfelung von Jesus. Das Resultat war, daß die Muslime die friedlichen Buddhisten fast ausrottenen. In der Zeit zwischen 1000 bis 1500 n. Chr. ermordeten sie außerdem fast 80 Millionen Hindus , die dies allerdings nicht als gottgegeben hinnahmen, sondern sich gegen die Überfälle der Muslime zur Wehr setzten.
Ich bin jetzt zu etwa zwei Drittel mit dem Text fertig und ich hätte nicht gedacht, daß es so lange dauert, den Text abzutippen. Aber ich denke es lohnt sich, denn irgendwann ist das Audio vielleicht wieder verschwunden. Und dann ist immerhin noch dieser Text da, hoffe ich jedenfalls.

Joa: Deshalb gab's diesen Tag im April 2001, da waren sie 18 1/2, wo sie sagten, ich werde meinen Cousin nicht heiraten, und übrigens, ich bin heimlich zum Christentum konvertiert. Haben sie geahnt, was passiert?

Sabatina: Natürlich, man war schon damit nicht einverstanden, daß ich den Cousin nicht heiraten will. Was würde passieren, wenn ich jetzt auch noch sagen würde, Papa, ich will jetzt auch noch dem Islam abschwören. Aber, daß sie dann wirklich so konsequent eine Todesdrohung aussprechen... Als Kind hat man immer noch diese Hoffnung, Papa macht das vielleicht doch nicht [Als Kind unterschätzt man die Wirkung der islamischen Gehirnwäsche.].

Joa: Er hat's auch nicht gemacht. Er hat's auch nicht getan.

Sabatina: Was? Die Drohung hat er aber ausgesprochen. Und das ist das, was ich gemeint habe. Ich habe nicht mal an die Drohung wirklich geglaubt, daß das passieren wird. Es ist ja oft so, wenn man konvertiert, dann kommt man drei Tage ins Gefängnis. Da wird man gefoltert und wenn man es dann trotzdem nicht bereut, dann wird man halt umgebracht. [Islam = die „Religion des Friedens“. Manchmal muß ein klein wenig mit Folter nachgeholfen werden, um die Menschen davon zu überzeugen. Wenn auch die Folter nicht hilft, dann hilft vielleicht eine Enthauptung.] ;-(

Es ist für mich damals so gewesen, daß ich dann zur Polizei [in Österreich] gegangen bin. Ich habe damals im Leben nicht daran gedacht, öffentlich darüber zu sprechen. Ich hatte panische Angst. Ich bin dahingegangen und habe gesagt, mein Vater will mich umbrigen, ich bin Christin geworden. Und dann hat der Polizist gemeint, na ja, dann werden sie halt wieder Moslem, Fräulein. [Das zeigt „wieviel“ Wissen der Polizeibeamte vom Islam hatte.] Die Österreicher sind Pragmatiker schlechthin, wenn sie meinen, jo, paßt schon, ist doch egal zu wem sie beten, ob Jesus oder Mohammed. Und er hat sich nicht darum geschert. Erst als ausgerechnet ein tunesischer Freund von mir dabei war und wir die ganze Geschichte erzählt haben, da ist er [der Polizist] von einem Extrem ins andere gefallen. Das was ihre Eltern gemacht haben, das ist Freiheitsentziehung, das ist Körperverletzung und schwere Nötigung. Wir müssen den Vater verhaften. Ich will nicht, daß sie meinen Vater verhaften. Ich bringe mich um, wenn sie meinen Vater verhaften.

Joa: Sie lieben ihn noch?

Sabatina: Ja

Joa: Jetzt sind sie nach einigen Jahren auf der Flucht, auch mit ihren Ängsten so weit gekommen, daß sie einen Verein gegründet haben [Sabatina e.V. ], um hierzulande jungen Musliminnen beizustehen, die ähnliches erleben, also Gewalt daheim oder Zwangsheiratspläne, Rechtlosigkeit. Das klingt erstens nach einer größeren Parallelwelt, als wir denken, denn wir sehen so viele Beispiele gelungener Integration und es sieht alles schon so westlich aus und wie hilft man denen dann?

Sabatina: Ich glaube, daß es sehr wichtig ist, daß man Frauen Mut macht, daß sie diesen Schritt gehen und daß man diesen Schritt [aus dem Elternhaus] gehen kann. Und deshalb erzähle ich meine Geschichte auch öffentlich. Eine meiner Mädels, die ich betreue, hat mir letztens eine Karte geschenkt, auf der draufgestanden ist, du und deine Geschichte sind so wertvoll für diese Welt. Und ich weiß, das sie mit „dieser Welt“, ihre Welt meint. Das gibt mir dann so viel Kraft, dann auch weiter zu machen. In Deutschland gab es jetzt diese Studie vom Familienministerium, die leider wahnsinnig untergegangen ist, in der man sagt, daß es über 3000 Zwangsheiraten jedes Jahr gibt, nur von denen, die sich gemeldet haben.

Joa: Und doppelt so hohe Selbstmordraten, bei den Mädchen....

Sabatina: ... bei den muslimischen Mädchen [gegenüber nichtmuslimischen Mädchen]. Ich gehe davon aus, wenn man die arrangierten Ehen [im Prinzip auch Zwangsheiraten] dazu rechnet, müßten wir mindesten 30.000 Fälle von Zwangsheiraten in Deutschland haben, denn die meisten Mädchen, die ich kenne und die aus dem Islam kommen, suchen sich ihren Freund nicht selber aus. [Sind die muslimischen Männer nicht ebenso arm dran?] Es ist nicht normal, es ist nicht angesehen, daß man einen Freund hat, mit ihm Zeit verbringt und dann irgendwann heiratet. Das kommt nicht in Frage. Ich weiß nicht, von welchem Beispiel da ständig gesprochen wird in unseren [gutmenschlichen] Fernsehtalkshows [3].
  • [3] Der Spiegelredakteur Matthias Matussek, der schon häufiger in solche Talkshows eingeladen war, schrieb einmal (ich rekapituliere aus meinem Gedächtnis, weil ich die Quelle nicht finde): Zu jeder Talkshow über den Islam, zu der er eingeladen war, waren in der Regel vier Islambefürworter und ein Islamkritiker eingeladen. So manipulieren die öffentlichen Fersehmedien die Bevölkerung.
Das sind die Vorzeigemuslime, die paar, die es geschaftt haben, Cem Özdemir und Co. [Cem Özdemir hat zwar eine prominente Position bei den Grünen, aber er würde aus Deutschland am liebsten eine türkische Provinz machen. Von Integration kann da also nicht die Rede sein. Cem Özdemir: „Was unsere Urväter vor den Toren Wiens nicht geschafft haben, werden wir mit unserem Verstand schaffen!“], die deutsch sprechen. Das sind Menschen, die für mich nicht unbedingt Repräsentanten [Stellvertreter] des Islam [für die Integration] sind. Das sind Menschen, die Osama bin Laden als erstes vernichten würde [wenn er noch könnte, aber er hat ja viele Gleichgesinnte im Geist], wenn er hier herkommen würde, denn sie sind Abtrünnige. Sie leben ja im Endeffekt [eine selbst erfundene] Patchworkreligion [Fantasiereligion]. Sie nehmen sich im Westen, was sie brauchen und sie nehmen sich vom Islam, was sie brauchen und sagen, das ist unser Euro-Islam. Das kann man machen, ist auch gut so [Das finde ich gar nicht gut so, denn sie stehen nicht dazu. Wenn's drauf ankommt ziehen sie nämlich den Schwanz ein und folgen den radikalen Muslimen, jedenfalls die große Mehrheit von ihnen.].

Joa: Sie kommen gleich wieder in Fahrt. Man fragt sich, sind wir denn blöd, daß wir tolerant sind? Es gibt doch gute, gelungene Beispiele von Miteinander.

Sabatina: [Immer noch in Fahrt.] Natürlich gibt es die, aber man muß dazu sagen, daß es immer zwei Gesichter des Islams gibt. Das Gesicht des Islam, wenn er in der Minderheitsposition ist und das Gesicht des Islam, wenn er in der Mehrheitsposition ist. Zeigen sie mir ein einziges Land, in dem der Islam an der Macht ist, wo die Muslime die Mehrheit bilden, wo die Scharia, das islamische Recht angewendet wird und wo Christen und Muslime friedlich miteinander leben und wo Christen dieselben Rechte genießen, wie die Muslime. So ein Land gibt es nicht. Und deswegen... [lacht, wohl über ihr Temperament]

Joa: Sie kommen schnell in Fahrt, aber es ist eine Glaubensfrage, im wahrsten Sinne. Wir machen hier einmal eine Zäsur [eine Pause] und hören [am Klavier] Martin Klein, aus Wien, übrigens: „Courage“ [4]
  • [4] Wieso ist es eine Glaubensfrage, wenn weltweit die Christen von den Muslimen unterdrückt, verfolgt, gefoltert und getötet werden? Das ist keine Glaubensfrage, sondern bittere Realität und mit großer Sicherheit die Zukunft, die auch Europa bevorsteht, auch wenn die Linken und Gutmemschen davor krampfhaft die Augen verschließen.
Joa: Das Schlüsselwort heute in diesem Gespräch heißt Courage [Mut, Tapferkeit]. Manchmal braucht man sie schon ein bißchen, auf einer Party hier, wenn man sagt, ich bin Christ. Zwischen Spott und Befremden geht es da hin und her. Ich mußte aber auch an einen Bekannten, Raschid aus Tunesien, denken, damals als ich studiert habe. Der meinte, daß du Christ bist, damit kann ich leben, aber daß die Mehrheit an nichts glaubt, verachte ich. Das ist ihnen vertraut, die Einstellung? [5]
  • [5] Wer sagt eigentlich, daß die Mehrheit an nichts glaubt? Natürlich leben die meisten Menschen nach einer christlich geprägten Lebensphilosophie [Religion], auch wenn ihnen dies nicht bewußt ist. Die haben sie gewissermaßen mit der christlich-abendländischen Kultur aufgesogen. Und selbst die, die behaupten sie seien Atheisten, rufen in der Not auch nach Gott. Ganz tief drinnen sind wir alle irgendwo religiös, auch wenn es bei dem einen oder anderen nicht sehr ausgeprägt zu sein scheint. Aber glaubt mir, in einer Notsituation meldet sich dieser Teil des Gehirns, ganz entgegen unseres logischen Denkens, das uns sonst dominiert, laut und deutlich zu Wort. Es scheint im Gehirn einen Bereich zu geben, der auf Religiosität anspricht. Jedenfalls scheinen Gehirnforscher so etwas entdeckt zu haben.
Sabatina: Sehr, sehr. Menschen, denen nichts mehr heilig ist, werden von den Muslimen sehr, sehr harsch [grob] beurteilt. Es ist für Muslime sehr wichtig, daß sie an einen Gott glauben [das hat man ihnen ja auch lange genug eingehämmert] und der Islam braucht eine Konkurrenz und wir [mit „wir“ meint sie das Christentum] haben eine viel bessere Botschaft.

Joa: Na ja, vielleicht kommt man mit besser und schlechter...

Sabatina: Ich würde sagen...

Joa: ... anders

Sabatina: Nein ich würde sagen, besser. Ich würde nicht sagen anders, wenn einer befiehlt, „Tötet die Ungläubigen“ oder, [Sabatina spricht den folgenden Satz auf arabisch] „Wer seine Religion ändert, den tötet“, gegen „Liebe deine Feinde und bete für die, die dich verfolgen“, dann würde ich sagen, das Letztere finde ich besser.

Joa: Seltsame Rolle jetzt bei mir, aber es gibt ja auch frühe Suren von Mohammed, da ist er sehr versöhnlich und auch sehr zugewandt. [6]
  • [6] In der Zeit von 610 bis 622 n.Chr. als Mohammed noch in Mekka lebte, versuchte er die Menschen friedlich von seiner Religion zu überzeugen. Später von 622-632 n.Chr. nachdem er von Mekka nach Medina geflohen war, hat er die Menschen, die nicht bereit waren, zum Islam überzutreten, militärisch bekämpft und getötet.
Sabatina: Genau. Da war er in der Minderheitenposition, das sind die mekkanischen Suren, von denen sie sprechen, die aber nach dem Abrogationsprinzip ... [das heißt, die alten Suren wurden durch die neuen Suren ersetzt]

Joa: Ei, ja, ja, ja, ja

Sabatina: ... abrogiert wurden. Wie Sure 9 Vers 12, wo dann steht: „Tötet die Ungläubigen, wo immer ihr sie findet.“ Und wenn man nicht weiß, welcher Sure man glauben soll, dann nimmt man eben die jüngere Sure. So sagt es die islamische Theologie.

Norbert Joa atmet tief aus, wegen des überschäumenden Temperaments von Sabatina [Ist das ein Zeichen, daß er den Worten Sabatinas nicht zustimmen mag?] und Sabatina lacht. Ja, Herr Joa, wer sich in solch eine seltsame Rolle begibt, der hat bei Sabatina nichts zu lachen. ;-)

Joa: Aber mir fällt auch auf, es gibt ja das Stichwort, die Konvertiten, das sind die Glühenden inmitten der Lauwarmen.

Sabatina: Ich halte auch nichts von lauwarm [7] Lauwarme haben noch nie etwas verändert. Ich bin entweder heiß oder kalt, aber nicht lauwarm.
  • [7] Ich mag die Lauwarmen [Warmduscher] auch nicht, denn sie sind langweilig, Herdentiere, die sich der grauen Masse anpassen, Menschen ohne Format und Charakter, charakterlos.
Joa: Es gibt auch den Spruch „Viel Feind, viel Ehr.“ Der ist sehr zwiespältig und zweifelhaft, ist aber bei ihnen ganz schön zutreffend, denn im Spiegelportrait war vor kurzem eine Passage drin, daß es viele Gründe gibt Sabatina James zu hassen, aus Sicht der Gegner. Ich würd' sie bitten ausgerechnet diese Stelle einmal selber vorzulesen.

Sabatina: OK. [Sabatinas Feinde sind:] Da wären die Nazis. Ihre [Sabatinas] Hautfarbe ist eindeutig dunkler, als die eines Ariers aus Zwickau, die Islamisten, weil sie zum Christentum konvertiert ist, ihre Familie, weil sie sich der Zwangsverheiratung entzogen hat. Für die Linke ist sie zu konservativ, für Feministinnen vermutlich zu schön und für den großen Rest unserer Partygesellschaft eine Zumutung, weil sie eine völlig unzeitgemäße Vorstellung von Liebe hat und Sex vor der Ehe ablehnt.

Joa: Und wenn das so ist, dann sind sie ganz schön einsam. [8]
  • [8] Allein und einsam sind zwei verschiedene Dinge, Herr Joa. Man ist nur einsam, wenn man sich nach etwas sehnt, z.B. nach einem Menschen den man liebt und der einen liebt. Besteht diese Sehnsucht nicht, dann ist man auch nicht einsam, auch nicht, wenn man alleine ist. Die christlichen Mönche zu Beginn der Christenheit lebten ganz allein in der nubischen  Wüste [Ägypten, Sudan], auch die Yogis im Himalaya leben sehr zurückgezogen. Aber sie waren nicht einsam. Erst in dem Moment, wo eine gewisse Sehnsucht, ein gewisses (erotisches) Verlangen aufkommt, welches man nicht befriedigen kann, fühlt man sich einsam.
  • Ob man sich einsam fühlt oder nicht, hängt auch nicht damit zusammen, ob man Gott kennt oder nicht, wie Sabatina es behauptet. Die Frage ob man einsam ist oder nicht, wird allen durch die Physiologie des Menschen bestimmt. Die Physiologie entscheidet darüber, ob wir glücklich oder traurig sind, ob wir uns einsam fühlen oder nicht. Ist man glücklich, dann fühlt man sich nicht einsam, egal, ob man an Gott glaubt oder nicht und egal ob man allein ist oder nicht. Es könnte allerdings sein, daß die Physiologie einer „übergeordneten“ [göttlichen?] Kraft unterliegt. Aber ich will das jetzt nicht weiter vertiefen.]
Sabatina: Ich würde sagen, ich bin alleine. Aber wenn man Gott kennt, wenn man Gott liebt, ist man nie einsam. Die Schönste und die beste Entscheidung, die ich in meinem Leben getroffen habe ist, daß ich einen Sinn habe, wofür ich lebe. Daß ich nicht da bin, um Essen, Schlafen und Familie zu haben, sondern daß das Leben einen höheren Sinn hat. Den gibt mir mein Glaube heute. Das ist die beste Entscheidung, die ich getroffen habe. Das ist auch der Antrieb, für das, was ich heute tue.

Joa: Aber leben müssen sie auf Erden von etwas und das ist der Bucherlös, oder? Von uns z.B. gibt es kein Honorar.

Sabatina: Ja, ich habe das erste Buch, das erste Buch ist ja ein Bestseller geworden, Gott sei Dank... [Sterben sollst du für dein Glück - 8,99 Euro, gebraucht ab 3,86 Euro ]

Joa: 200.000 Stück verkauft...

Sabatina: Und das zweite Buch ist ja gerade erst herausgekommen [Nur die Wahrheit macht frei -16,99 Euro ]. Aber ich bekomme eine kleine Entschädigung vom Verein, das sind jetzt keine Tausenden von Euros, aber davon kann ich leben. Ich lebe kein Luxusleben, aber es ist auch OK, ich will mich an diesen Dingen auch nicht bereichern, sondern ich will etwas verändern. [Sabatina nimmt wieder Fahrt auf.] Christenverfolgung ist etwas, was heute nicht in der Öffentlichkeit debatiert wird und kein Mensch weiß, daß es sie gibt. Und für mich hat es auch etwas mit Mut zu tun, daß ich sage, OK, ich muß den Leuten beweisen, daß diese Dinge existieren und dafür gehst du an die Öffentlichkeit.

Joa: In jedem Fall haben sie es nicht leicht und das ist so oder so...

Sabatina: Ich würde mir ein leichteres Thema vornehmen...

Joa: Ich denke mir, zum Schluß, Frau James, wünschen sie eigentlich, daß dieses wirklich schwere, wichtige, aber auch belastende Thema einmal durch ein anderes abgelöst wird? Also von der Berufung zu einem Beruf, 'nem Job, neuen Aufgaben, 'ner Familie.

Sabatina: Nein, denn Gott sagt uns nicht, daß das Leben leicht wird. Aber er sagt uns, daß er uns durch die Schwierigkeiten trägt. Und ich möchte eine gute Saat sähen. Ich frage mich, was hat die Welt davon, daß es mich gibt? Der Verein trägt dazu bei, daß ich das Leben von anderen Frauen verändere. Wir retten Leben und das macht mich wahnsinnig glücklich. Wir retten Menschen in Pakistan aus Gefängnissen, die wegen Blasphemie [Gotteslästerung] zum Tode verurteilt sind. Unser Team setzt sein Leben auf's Spiel in Pakistan, um die zu Tode verurteilten rauszuholen.

Joa: Frau James, im November werden sie 30 und ich habe irgendwelche Gerüchte gehört, daß sie die vielleicht die Feier in den USA erleben. [9]
  • [9] Bei einem Interview mit Matthias Matussek sagte sie, daß sie 2012 in die USA ziehen [auswandern?] will. Dort wohnt auch ihre Freundin Ayaan Hirsi Ali. Es ist außerdem die Rede davon, daß sie im März 2012 in New York auf dem „Women in the World-Kongreß“ sprechen soll. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sich das auf Ayaan Hirsi Ali oder auf Sabatina bezieht.
Sabatina: Ja, kann schon sein. Ich werde jetzt schon einmal nach Amerika gehen und nehme an, daß ich...

Joa: Da gibt es aber auch ganz schön viele christliche Eiferer, muß man auch mal sagen.

Sabatina: Es kommt darauf an, was man unter Eiferer versteht.

Joa: Fundamentalisten.

Sabatina: Was ist ein Fundamentalist in ihren Augen?

Joa: [Menschen] Ähnlich wie [der amerikanische Präsident] George W. Bush, [die] auch vom Kreuzzug, diesmal [aber] anders herum, sprechen. [10]
  • [10] Mir scheint, Norbert Joa ist auch so ein Multikultiträumer, auch wenn er es gut versteckt. Das fiel mir oben schon auf, als er von den vielen integrierten Muslimen sprach oder als er einmal ganz tief Luft holte, als Sabatina gerade in Fahrt war. Ja, wenn man im Rotweingürtel lebt, dann bekommt man von der Islamisierung natürlich nicht so viel mit. Eine rosarote [linke] Brille erfüllt dieselbe Funktion. Irgendwann werden wir vielleicht froh sein, Herr Joa, wenn wir einen Präsidenten [Bundeskanzler] haben, der den Islam mit aller Kraft bekämpft und nicht diese lauwarmen und feigen Politiker, die uns heute regieren. Und wenn es so weit ist, Herr Joa, dann werden auch sie sich wünschen, es gäbe solche Politiker. Aber ich glaube, darüber haben Leute wie Herr Joa noch gar nicht nachgedacht. Solche Leute haben oft keine Kinder und viele von ihnen denken, nach mir die Sintflut.
Sabatina: Also, für mich ist das Gefühl, daß in Deutschland jeder Mensch, der eine klare Position zu einer Sache hat, als Fundamentalist abgestempelt wird [Islamkritiker werden auch gerne als Rassisten oder Nazi's beschimpft], weil man dadurch versucht, seine eigenen lauwarmen Ansichten zu überdecken und weil man selber nicht weiß, wofür man steht. Es ist besser, den anderen zu degradieren, indem man einfach sagt, die bist Fundamentalist, dann muß man natürlich nicht sein eigenes Leben hinterfragen. Ich halte nicht viel von Herrn Bush und auch nicht viel von denen, die im Namen Gottes morden, weil dies nicht dem Auftrag Christi entspricht.

Joa: Wir halten fest, ganz zuletzt. Die Antrittsenzyklika : „Gott ist die Liebe.“ [Enzyklika = Rundschreiben] des Papstes.

Sabatina: Ja, das ist es.

Joa: Das wird es in allen Varianten, hoffe ich doch, in allen Weltreligionen geben. [11] Alles Gute und danke daß sie da waren.
  • [11] Er will damit sagen: Islam ist Friede. Mir scheint, solche Menschen wie Norbert Joa schieben die Realität immer weit von sich. Sie wollen davon nichts wissen. Andererseits ist er natürlich auch ein Opfer der Meinungsfreiheit, die es Moderatoren und Journalisten nicht mehr erlaubt, offen und ehrlich ihre Meinung zu sagen. Denn wenn er etwas anderes sagen würde, dann müßte er Angst um seinen gut bezahlten Job haben oder Angst haben von Muslimen ermordet zu werden. Sie weit ist es schon mit unserer Meinungsfreiheit. Sie existiert nur noch in beschränktem Umfang. Aber es war ein tolles Interview. Schade, daß Sabatina nach Amerika geht. Sie wird uns fehlen. Hoffentlich kommt sie bald wieder zurück nach Deutschland.
Die Anmerkungen in eckigen Klammern sind vom Admin. Entschuldigt meine Kommentare, aber als [staatlich diplomierter] Besserwisser mußte ich hier und dort die gelbe oder rote Karte zeigen. Demnächst werde ich sogar meine Doktorarbeit schreiben. Dann dürft ihr mich alle Dr. Besserwisser nennen. ;-)

Siehe auch:
Video: Sabatina James beim „Kölner Treff“ (10:00)  -  oder HIER
Video: Sabatina James im Gespräch mit Michael Hirz (31:57) 
Sabatina James: Das Modell Gottes
Der Leidensweg der Sabatina James
Sabatina James: Hübsche Konvertitin präsentiert hässlichen Islam
 
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