Sonntag, 30. Januar 2011

Antisemitismus in Europa: Rechtsradikale und Islamisten vereint gegen die Juden

Der Judenhass verbindet Rechtsradikale und aggressive Muslime. Eine Reise in die Niederlande, nach Schweden und Ungarn

Soweit ist es also wieder: Antisemitismus breitet sich in Europa aus
 
Vor einiger Zeit hat Raphael Evers aufgehört, die Tram in seiner Heimatstadt Amsterdam zu benutzen. Auch auf den Markt geht er nicht mehr. Er ist ein sichtbarer Jude, ein Rabbiner mit Rauschebart, breitkrempigem Hut und einem schwarzen Anzug mit Frackschößen, der mittags in Sal Meijers Kosher Sandwichshop ein Broodje Meijer mit gepökeltem Rindfleisch und Senf isst und sich dabei die Sorgen älterer Gemeindemitglieder anhört. Das Lokal im Amsterdamer Süden ist ein sicherer Ort. Die Straßen sind es nicht mehr. „Ich werde beschimpft, manchmal sogar angespuckt. Für Juden wie mich gibt es No-go-Areas in dieser Stadt. Das ist mir in Fleisch und Blut übergegangen.“

Das „jüdisch-christliche Erbe“ wird in Europa derzeit gern beschworen, um sich vom Islam abzugrenzen. Doch der Vereinnahmung der Juden zur Verteidigung des Abendlands widerspricht das prekäre (schwierige, teils gefährliche) Lebensgefühl vieler, die ihr Judentum offen leben. Zwar gibt es durch die Einwanderung aus dem Osten eine neue Blüte; erstmals nach dem Holocaust. Doch wer wissen will, wie es heute um das jüdische Leben in Europa steht, der stößt auf Beklommenheit, Verunsicherung und Angst. Das zeigt sich auf einer Reise nach Amsterdam, Malmö und Budapest.

„Bewusste Juden“, so wurde am 5. Dezember 2010 der niederländische liberale Politiker Frits Bolkestein in der niederländischen Zeitung „De Pers“ zitiert, „müssen sich darüber klar werden, dass sie in den Niederlanden keine Zukunft haben.“ Sie sollten mit ihren Kindern lieber nach Israel oder in die USA emigrieren. Der 77-jährige Bolkestein war Vorsitzender der regierenden liberalen Partei VVD und später EU-Kommissar. Bolkestein habe, so Rabbiner Raphael Evers, seine Landsleute warnen wollen. Aber die Grünen, die sonst gerne über Rassismus reden, kritisierten den Überbringer der schlechten Nachricht. Ihre Spitzenkandidatin Femke Halsema erklärte, Bolkestein müsse wohl den Verstand verloren haben. Für Rabbiner Evers sind solche Reaktionen Teil des Problems.

Er (Rabbiner Raphael Evers) ist als Direktor des Rabbinerseminars das Gesicht des Judentums im Lande. Er ist ein lebensfroher Typ. Er will kein Opfer sein, und er muss seiner Gemeinde Zuversicht vermitteln. Leicht ist das nicht. Das Klima sei „nicht gut“ für „offen lebende Juden“, sagt er: „Aber wir dürfen nicht fliehen. Damit würden wir ja den Antisemiten recht geben! Sprechen Sie mit meinem Sohn, der kann Ihnen mehr erzählen.“

Benzion Evers ist wie sein Vater in der Gemeinde tätig. Aber nicht mehr lange: „In einem Jahr bin ich weg. Ich beende noch mein Studium, dann gehe ich mit meiner Frau nach Israel. Mein Vater sagt das zwar nicht öffentlich, aber ich glaube, nach seiner Pensionierung geht er auch weg.“ Der 22-jährige Benzion hat sich schon in der Pubertät darauf eingerichtet, dass man in der Stadt besser keine Kippa (jüdische Kopfbedeckung), sondern eine Baseballkappe trägt. Er hat gelernt, den arabischstämmigen Schülern, die ihn und seine jüdischen Freunde als „Kanker Joden“ (Krebsjuden) mobben, aus dem Weg zu gehen. Und er hat sich damit abgefunden, dass er sich permanent für Israels Politik rechtfertigen muss: „Man kann so leben. Aber es nimmt einem die Luft zum Atmen, wenn man seine Religion und seine Identität verstecken muss. Unseren Kindern wollen wir das nicht zumuten.“ Benzion betont, er fliehe nicht nach Israel. Fünf seiner neun Geschwister sind schon in Israel. „Vielleicht macht der Antisemitismus nur den kleineren Teil meiner Entscheidung aus“, sagt Benzion. „Aber als Holländer finde ich, in unserem Land sollte so etwas überhaupt keine Rolle spielen.“

Seine Großmutter, Bloeme Evers-Emden, geboren 1926, ist eine Auschwitz-Überlebende. Sie war auf dem gleichen Transport wie Anne Frank. Sie kam zurück und lebte als Zeitzeugin in Amsterdam. Heute unterstützt sie seine Entscheidung. Eine Million Besucher kamen letztes Jahr ins Anne Frank Haus und ließen sich vom Schicksal dieser Ikone des Leides unter den Nazis bewegen. Wozu dient die Vergangenheitsbewältigung, wenn zugleich die Familien von Überlebenden aus dem Land gegrault werden?

Bild links: Der niederländische liberale Politiker Frits Bolkestein von der VVD

Wer Frits Bolkestein in seinem Büro mit Amstel-Blick [1] aufsucht, findet einen weißhaarigen Herrn vor, der einen sehr klaren, wenn auch bedrückten Eindruck macht. „Wenn Orthodoxe (Juden) hier in Amsterdam eine Bar-Mizwa [2] feiern, brauchen sie Wachleute. Die jüdischen Gemeinden müssen bei uns für ihre Sicherheit selbst bezahlen, die Regierung und die Stadtverwaltung schauen weg. Und die Politik hat Angst, das Problem anzugehen.“
[1] Die Amstel ist ein kleiner Fluß, der durch Amsterdam fließt.
[2] Die Bar-Mizwa bezeichnet den jüdischen Feiertag, an dem Mädchen im Alter von 12 und Jungen im Alter von 13 Jahren ihre Religionsmündigkeit erhalten.
Der muslimische Antisemitismus ist ein unangenehmes Thema in den Einwanderungsgesellschaften Europas, deren politisches System von Rechtspopulisten bedroht wird. [3] Geert Wilders hat gleich versucht, aus Bolkesteins Äußerungen Profit zu schlagen: Nicht die Juden, sondern die Marokkaner müssten gehen. Die Parteien der Mitte scheuen sich, das Thema aufzugreifen, weil es Wilders nutzen könnte.
[3] Da möchte ich ganz energisch widersprechen, Herr Lau. Zunächst einmal sei gesagt, daß es unter Linken üblich geworden ist, jeden Islamkritiker zu verunglimpfen und in die rechte Ecke zu stellen. Dies geschieht auch dadurch, daß man Islamkritiker durch den Begriff „Rechtspopulist“ heranwürdigt. Dieser Begriff hat einzig den Sinn, jemanden als unseriös einzustufen und mondtot zu machen, um eine offene Diskussion zu vermeiden, wie es auch die niederländische Regierung tut.

Wenn der niederländische liberale Politiker Frits Bolkestein warnt: „Bewusste Juden müssen sich darüber klar werden, dass sie in den Niederlanden keine Zukunft haben.“, dann sind die Ursachen für diesen Antisemitismus bei den Muslimen zu suchen. Geert Wilders greift dieses Thema zurecht auf und er fordert auch zu recht, daß die Muslime auszuwandern haben und nicht die betroffenen Juden, denn dieser Antisemitismus verträgt sich nicht mit den europäischen Grundgesetzen. Und jeder, der dieses Grundgesetz missachtet, sollte ausgewiesen werden.

Es ist geradezu zynisch, wenn sie behaupten, dass das politische System von „Rechtspopulisten“ wie Geert Wilders bedroht wird. Wenn das politische System bedroht wird, dann durch den Islam, der die europäische Demokratie verachtet und keine Toleranz gegenüber anderen Religionen akzeptiert.
Seit Jahren findet eine schleichende Verrohung des öffentlichen Raums statt: Weil Ajax Amsterdam als „jüdischer Club“ gilt (im Vorstand und auch im Team gab es gelegentlich Juden), rufen die Fans des Konkurrenten Feyenoord Rotterdam von den Stadionrängen „Hamas, Hamas, Juden ins Gas!“. Erst seit sich ein paar Holocaust-Überlebende darüber in Briefen an die Vereine beschwert haben, beginnt die Liga einzuschreiten.

Seit dem Gazakrieg nimmt der Antisemitismus zu. 2009, im letzten erfassten Zeitraum, wurde eine Steigerung der judenfeindlichen Straftaten um 48 Prozent registriert. Im Januar 2009, während des israelischen Krieges gegen die Hamas in Gaza, wurden 98 Taten gezählt, neun gewalttätig. Anfang Januar 2011 wurden mitten in Amsterdam Werbeplakate für ein Anne-Frank-Theaterstück mit dem Wort „PaleSStina“ überschmiert.

Trotz der Vergangenheit kommen immer mehr junge Israelis nach Europa. Ausgerechnet Berlin ist in den letzten Jahren zum Lieblingsreiseziel aufgestiegen. Gleichzeitig entdecken junge Europäer ihr Judentum wieder. Aber viele Juden, besonders orthodoxe, leben wie Rabbiner Evers, vorsichtig, innerhalb selbst gezogener Grenzen. Es gibt einen antisemitischen Alltag, einen offenbar akzeptierten Normalpegel des Hasses, auch in Deutschland: Jahr für Jahr werden im Schnitt 50 jüdische Friedhöfe geschändet, statistisch also jede Woche einer. Es sind meist Juden, die sich um den Antisemitismus kümmern müssen. Auch darum hat sich eine Bedrücktheit über das jüdische Leben gelegt.

Die Frage, wie tolerant Europa ist, wie der Alte Kontinent mit religiöser Vielfalt umgeht, ist zuletzt anhand von Kopftüchern, Minaretten und Burkas diskutiert worden. Die Offenheit für Muslime ist zu Recht zum Maßstab geworden für das multireligiöse Europa. [4] Darüber droht aus dem Blick zu geraten, wie sich alte Vorurteile, eine neue Demografie und der ewige Nahostkonflikt zu einer giftigen Mischung verquirlen, die Juden das Leben schwer macht. Das multireligiöse Europa muss zeigen, dass die Lehren aus dem Holocaust für alle gelten, auch für die Einwanderer und ihre Kinder.
[4] Ich halte von der „Offenheit“, wie sie sie nennen, Herr Lau, nicht sehr viel, zumindest nicht in Bezug auf die eingewanderten Muslime. Es ist nämlich eine Offenheit, die jede Kritik am Islam bereits als rassistisch und rechtsradikal einstuft Es ist eine Offenheit, der es nicht erlaubt ist, andere Religionen bzw. Ideologien zu hinterfragen und sie zu kritisieren. Es ist eine Offenheit, die daran gemessen wird, ob man andere Kulturen, egal ob sie uns wohlgesonnen sind oder nicht, mit offenen Armen empfängt oder nicht. Warum wird diese Offenheit eigentlich von uns erwartet? Hat man das Volk je befragt, ob sie die Einwanderung der Muslime begrüßt?

Sie wissen selber ganz genau, dass man das Volk, in solch einer wichtigen Entscheidung, nicht einmal befragt hat. Und wieso soll ich jemanden freudig begrüßen, der unsere Gesellschaft verachtet, der immer wieder durch seine Intoleranz, Kriminalität und Gewalttätigkeit auffällt, der wenig Bereitschaft zeigt, sich zu integrieren, der auf Kosten der europäischen Steuerzahler lebt und eine Forderung nach der anderen stellt.

Wenn es nach dem Willen der europäischen Bevölkerung ginge, wäre man die Muslime gerne so schnell wie möglich wieder los. Und was letzten Endes zählt, ist der Wille des Volkes. Wenn man nämlich glaubt, man könnte den Willen des Volkes ignorieren, so ist dies nicht nur zu tiefst undemokratisch, sondern es führt zwangsläufig zur Ablehnung der Einwanderer, die es immer wieder verstehen, sich bei den Einheimischen unbeliebt zu machen. Die Unbeliebtheit, ja man könnte schon sagen, die Verachtung, die den muslimischen Einwanderern entgegenschlägt, fällt ja nicht vom Himmel, sondern sie ist das Ergebnis jahrzehntelanger Erfahrung, die man mit diesen Muslimen gesammelt hat.

Die Offenheit, von der sie sprechen und die sie offensichtlich von der Bevölkerung erwarten, ist nichts anderes als ein linkes Diktat, welches von der Bevölkerung erwartet, daß es sich gefälligst den Entscheidungen der herrschenden Klasse unterwirft und sie auch noch freudig applaudiert.
Eine treibende Kraft der letzten Welle antisemitischer Taten sind muslimische Jugendliche, die selber unter der Engherzigkeit der europäischen Gesellschaften leiden, wenn sie Symbole ihres Glaubens tragen [5]. Zwar wäre es falsch, nur auf sie zu schauen: Ungarn hat nahezu keine Muslime und doch ein wachsendes Problem mit Judenhass. Hier hat nämlich, wie in Teilen Ostdeutschlands, der Rechtsradikalismus Wurzeln geschlagen und sich unter Ministerpräsident Viktor Orbán als normaler Teil des politischen Lebens etabliert. Das neue Phänomen des muslimischen Antisemitismus jedoch ist ein besonders heikles Thema für die Einwanderungsgesellschaften West- und Nordeuropas. Die Hassbekundungen einer kleinen Teilgruppe meist junger, männlicher Migranten muslimischer Herkunft gegenüber Juden gefährden den Religionsfrieden in einem zunehmend multireligiösen Europa.
[5] Natürlich sind die Einheimischen wieder einmal Schuld, wenn es mit der Integration nicht klappt. Zunächst sei einmal gesagt, daß Europa enorme Anstrengungen unternommen hat, um die Integration der Migranten zu erleichtern. Aber normalerweise wäre dies gar nicht erforderlich gewesen. Erst vor einigen Tagen sagte ein Pole, der sehr gut integriert ist, zu mir, daß er die ganze Migrationsindustrie überhaupt nicht gebraucht hat. Er hat sich um alles selber gekümmert.

Er hat sich eine Wohnung genommen, hat sich einen Arbeitsplatz gesucht, hat sich selber um das Erlernen der Sprache bemüht und er hat für seine Kinder einen Platz in der Schule gesucht. Und genau das halte ich für richtig. Die Integration ist eine Bringschuld der Einwanderer und wer dazu nicht willens oder in der Lage ist, der sollte in seiner Heimat bleiben oder umgehend wieder in seine Heimat ausgewiesen werden. Sobald man beginnt, eine ganze Migrantionsindustrie aufzubauen, werden die Migranten träge und entwickeln eine Versorgungsmentalität. Dies sollte man unbedingt vermeiden.

Auch in Malmö stößt man auf das Wort Gaza, wenn man nach Erklärungen für die Ereignisse der vergangenen Jahre sucht. Aber was hat Fred Kahn, der Vorsitzende der kleinen (jüdischen) Gemeinde von Südschweden mit ihren 800 Juden, mit dem Stück Land zu tun, in dem die Hamas regiert? Der freundliche Herr mit Glatze und Schnurrbart, ein pensionierter Professor für Biochemie und Mikrobiologie, ist Schwede durch und durch. Früher, sagt Kahn, war Judenhass ein Phänomen der südschwedischen Neonazi-Szene.

Heute machten vor allem Jugendliche aus dem islamisch geprägten Einwanderermilieu Probleme. Fast ein Fünftel der Bevölkerung Malmös ist muslimisch. Fred Kahn betont mehrfach, dass „99 Prozent der Muslime absolut friedlich“ seien. Es gebe exzellente Verbindungen zu islamischen Gemeinden. Der Zentralrat der Juden, betont er, habe sich seit Jahren gegen die in Schweden grassierende Islamophobie gewandt. „Wir wissen“, sagt Kahn, „dass es überall, wo gegen religiöse Minderheiten gehetzt wird, am Ende auch gegen die Juden geht. Wir sind gegen Kopftuch- und Minarettverbote und verteidigen jedermanns Religionsfreiheit.“ [6]
[6] Die Einstellung, die Herr Kahn von der jüdischen Gemeinde in Malmö vertritt, entspricht in etwa der gleichen Einstellung, die der Generalsekretär des Zentralrates der Juden, Stephan Kramer, in Deutschland immer wieder an den Tag legt. Er biedert sich den Muslimen in fast unterwürfiger Manier in der Hoffnung an, sie würden dadurch von ihren antisemitischen Aktionen und Äußerungen ablassen. Dies ist natürlich nichts als ein Trugschluß. Diese Anbiederung geht sogar so weit, daß Herr Kramer in der vordersten Reihe steht, wenn es darum geht, die Islamkritiker zu kritisieren. Ich meine, es wäre angebracht, wenn die jüdischen Vertreter den Antisemitismus der Muslime offen bennen und politisch dagegen angehen. Nur so schafft man ein offentliches Bewusstsein für die Intoleranz des Islam.
Die Frage ist allerdings, wer für die Freiheit der Juden einsteht, unbehelligt Zeichen ihrer Religion zu tragen wie die Kippa oder den Davidstern. Der Rabbiner der Gemeinde, ein Orthodoxer, wurde auf der Straße mehrfach schon als „Scheißjude“ beschimpft, den man „leider vergessen habe zu vergasen“. Seit dem Gazakrieg, sagt Kahn, sei das Klima so feindselig geworden, dass die meisten die Kippa lieber zu Hause lassen. Es gab Brandanschläge auf eine Kapelle, Verwüstungen jüdischer Friedhöfe und Pöbeleien gegen die Teilnehmer eines jüdischen Kinder-Ferienlagers. Etwa 30 jüdische Familien, schätzt der Vorsitzende, hätten die Stadt bereits verlassen, seit die Angriffe zunehmen. Manche gingen nach Stockholm, wo es eine größere jüdische Infrastruktur gebe, in der man sich sicher fühlen könne, manche auch nach England oder Israel ausgewandert.

Der sozialdemokratische Bürgermeister der Stadt, Ilmar Reepalu, hat lange geschwiegen. Nachdem Berichte lokaler Medien den Antisemitismus skandalisierten, gab er ein Interview, das in Fred Kahns Augen alles noch schlimmer machte. Reepalu forderte von Malmös Juden, „sich klar von den Menschenrechtsverletzungen des Staates Israel gegen die Zivilisten in Gaza zu distanzieren“. [7] Diese Äußerung kommt einer symbolischen Ausbürgerung gleich. Eine Ungeheuerlichkeit: Müssen sich schwedische Juden von Israel distanzieren, um sich das Recht auf Unversehrtheit als Bürger zu verdienen?
[7] Dies sieht nach typisch sozialdemokratischer Politik aus. In ihrer Multikulti-Romantik lassen sie Massen von Muslimen einwandern, ohne jemals darüber nachzudenken, was das für Konsequenzen für die einheimische Bevölkerung, besonders die jüdische Bevölkerung, haben könnte. Existierte vor der Einwanderung der Muslime ein friedliches Mit- und Nebeneinander der einheimischen und jüdischen Bevölkerung, ein paar Rechtsextreme gibt es leider immer, so änderte sich diese schlagartig, nachdem die muslimischen Einwanderer die jüdische Bevölkerung terrorisierte.

Und was macht der sozialdemokratische Bürgermeister Ilmar Reepalu? Er kritisiert nicht das menschenverachtende Verhalten der Muslime und setzt sich dafür ein, daß dieses umgehend beendet wird, sondern er rügt in antisemitischer Weise die jüdische Bevölkerung, „sich klar von den Menschenrechtsverletzungen des Staates Israel gegen die Zivilisten in Gaza zu distanzieren.“ Was lieber Herr Ilmar Reepalu hat die jüdische Bevölkerung in Malmö mit den Menschenrechtsverletzungen im Gaza zu tun? Und was ist mit den Menschenrechtsverletzungen der Palästinenser gegenüber dem Staat Israel? Sind dafür auch die Muslime in Malmö verantwortlich?

Das Verhalten des Bürgermeister ist ein typischer Ausdruck für eine jahrzehntelange linke Indoktrination, die Israel als das Böse stigmatisiert und die Palästinenser als Freiheitskämpfer glorifiziert. Sehr geehrter Bürgermeister Herr Ilmar Reepalu, ich würde ihnen empfehlen, sich einmal den Film „Soldatinnen Gottes - Die Frauen der Hamas“ (siehe unten) über die palästinensichen Frauen anzuschauen. Sie werden sehr bald erkennen, wie sehr die palästinensischen Frauen einer islamischen Gehirnwäsche unterzogen werden, die sie zu blinden und fanatischen Judenhassern werden lässt. Dies gilt nicht nur für die palästinensischen Frauen, sondern für die Palästinenser allgemein.

Um die Haltung der Palästinenser noch besser zu verstehen, sei darauf hingewiesen, daß in der Präambel der palästinensischen Hamas zum Töten der Juden aufgefordert wird und der Wunsch, Israel zu vernichten, offen ausgesprochen wird. Es geht also nur bedingt um einen palästinensischen Freiheitskampf. Es geht ebenso um die Umsetzung antisemitischer Empfindungen und um nichts weniger als um die Vernichtung der Juden, die besonders durch den Koran gefördert wird.

Solange der Koran die Juden als „Affen“ und „Schweine“ bezeichnet und zur Vernichtung der Juden aufruft, wird es keinen Frieden mit Israel geben. Solange solche antisemitischen Stellen im Koran sind, werden die Muslime versuchen, Israel zu vernichten, ganz egal welche Politik Israel betreibt. Und solange die Muslime glauben, diese Stellen im Koran seien gottgewollt, wird der Krieg gegen Israel und der Wunsch, die Juden zu vernichten, weitergehen.
Video: „Soldatinnen Gottes - Die Frauen der Hamas“



Der Bürgermeister aber setzte in einem späteren Interview noch nach: „Wir akzeptieren weder Zionismus noch Antisemitismus noch andere Formen ethnischer Diskriminierung.“ Das ist eine subtile Version der Behauptung, der Zionismus sei eine Form des Rassismus wie der Antisemitismus. Ein linker Bürgermeister, der sich nicht vor seine jüdischen Bürger stellt und stattdessen den als „Antizionismus“ posierenden Affekt gegen Juden auch noch füttert? „Wenn Juden aus der Stadt nach Israel auswandern wollen, hat das für Malmö keine Bedeutung“, sagte er. Reepalu ist weiter im Amt und wird von seiner Partei gestützt.

Die jüdische Synagoge an der Dohany-Straße im Zentrum von Budapest

In Budapest kommen die Angriffe gegen Juden aus einer anderen politischen Richtung. Ungarn hat mit über 100.000 Mitgliedern die größte jüdische Gemeinde Osteuropas. Nach dem Kollaps des Kommunismus gab es ein wahres Revival jüdischen Lebens. Die größte und schönste Synagoge des Kontinents steht an der Dohany-Straße im Zentrum der Hauptstadt, und Péter Feldmájer, Vorsitzender des ungarischen Zentralrats, residiert in einem holzgetäfelten Büro an ihrer Rückseite. Seine Augen leuchten, wenn er von den Tausenden nichtjüdischen Gästen spricht, die jedes Jahr zum jüdischen Sommerfest kommen. Seine Synagoge ist eine der Hauptattraktionen für Touristen, seit sie aufwendig saniert wurde.

Leider hatten auch die Rechtsradikalen ein grandioses Revival in den letzten Jahren. „Unter dem Kommunismus“, so Feldmájer, „war das alles verboten. Da konnte man es nicht sehen, aber es war immer da. Heute ist es wieder völlig normal, jemanden in der Öffentlichkeit als „verdammten Juden“ zu beschimpfen, als hätte der Holocaust nie stattgefunden. Was übrigens viele aus dieser Szene behaupten.“

Kristof Domina, ein junger Politikwissenschaftler, hat soeben das Athena Institute gegründet, einen Thinktank, der sich mit der rechtsradikalen Szene Ungarns beschäftigt. Er hat eine interaktive Karte der „hate groups“ (Hassgruppen) veröffentlicht, darunter 13 aktive Neonazi-Gruppen. Die Internetplattform kuruc.info, die regelmäßig den Holocaust leugnet und zur Gewalt gegen Roma und Juden auffordert, hat nach Dominas Erkenntnissen täglich bis zu 100.000 Besucher, eine erschreckende Zahl in einem Land von 10 Millionen Einwohnern. Kristof ist einer der wenigen nichtjüdischen Kritiker des Antisemitismus im Land. Er hofft, dass Ungarns EU-Ratspräsidentschaft die Aufmerksamkeit für diese Entwicklungen erhöht. Der Vorsitzender des ungarisch-jüdischen Zentralrats, Péter Feldmájer, wünscht sich eine klare Verurteilung des alltäglichen Antisemitismus durch die Regierung. Aber er glaubt wohl selbst nicht daran. Ministerpräsident Viktor Orbáns konservative Regierungspartei „Fidesz“ zögert, die offen rechtsextreme und antisemitische Partei „Jobbik“, seit deren Zwölf-Prozent-Wahlerfolg im vergangenen Jahr in die Schranken zu weisen.

Für junge Juden wie die Studenten Tamás Büchler und Anita Bartha, beide Anfang 20, ist es eine Last, sich mit überwunden geglaubten Stereotypen zu beschäftigen. Sie engagieren sich in jüdischen Gruppen, Tamás als Koordinator für die „Jewish Agency“, Anita für eine lokale Jugendgruppe namens „Jachad“. Sie suchen eine positive Identität, sie wollen weg von deprimierenden Themen wie Holocaust und Antisemitismus. Die offizielle Vertretung der Juden, finden sie, reite zu viel darauf herum. Sie gehören zu der Generation, die nach dem Kommunismus das Judentum in Freiheit wiederentdecken konnten, das ihre Eltern oft verheimlichen mussten. Die beiden tun die ungarischen Nazis als hässliche Folklore ab. Sie weigern sich, ihr Judentum von außen festlegen zu lassen und ihr Leben in Angst zu verbringen.

Vielleicht sind die Nazis mit ihren Pfeilkreuzen [8] und Árpád-Bannern [9] gar nicht das größte Problem. Anita berichtet von einer Untersuchung, nach der 40 Prozent der Geschichtsstudenten an ihrer Uni antisemitische Klischees vertreten. Tamás geht mit einem Aufklärungsprojekt in Schulklassen und muss immer wieder erleben, dass die Kinder darüber erstaunt sind, dass er keine große Nase hat. Er lacht, aber es klingt ein bisschen bitter. Wenn man die beiden fragt, wo sie ihre Zukunft sehen, lautet die trotzig-stolze Antwort: „Wir müssen nicht hier bleiben, anders als unsere Eltern unter dem Kommunismus.“

Aber zu gehen käme ihnen vor wie Verrat oder Niederlage. Entschieden haben sie noch nichts. Aber es ist beruhigend, die Option zum Gehen oder Bleiben zu haben: „Ich liebe diese Stadt wie verrückt“, sagt Anita. „Es ist die beste Stadt der Welt.“
[8] Die Pfeilkreuzler waren eine nationalsozialistische Partei in Ungarn. Am 15. Oktober 1944, nachdem Ungarn von Deutschland im März 1944 besetzt worden war, übernahm sie die Führung einer Regierungskoalition.

Das Parteisymbol der Pfeilkreuzler

Mit ihrer Hilfe konnte die zweite, von den Deutschen geplante Deportationswelle der Juden nach Deutschland im November 1944 durchgeführt werden. Unter der Führung des katholischen Minoritenbruders Pater András Kun (hingerichtet 1945) überzogen die Anhänger der Pfeilkreuzler das Budapester Ghetto mit Terrorakten und töteten bis zur Besetzung Ungarns durch die Sowjet-Armee (1945) mehrere tausend Juden.

Nach der Machtübernahme der Pfeilkreuzler im Oktober 1944 wurden außerdem zehntausende ungarische Juden von den Pfeilkreuzlern am Ufer der Donau erschossen. Bis März 1945 sollen 50.000 Juden von den Pfeilkreuzlern ermordet worden sein. Durch die Unterstützung der deutschen Behörden bei Erfassung, Sammlung und Deportierung der ungarischen Juden in deutsche Konzentrationslager tragen die Pfeilkreuzler nach Angaben des „United States Holocaust Memorial Museum“ Mitverantwortung für den Tod von rund 500.000 weiteren ungarischen Bürgern jüdischer Abstammung. (Quelle: Pfeilkreuzler)

Im ungarischen Wahlkampf im Jahr 2010 warben die nationalkonservative Partei „Fidesz“ und die rechtsextreme Partei „Jobbik“ auf ihren Plakaten massiv mit der Pfeilkreuzlerfahne und dem Davidsstern. Ihr Wahlspruch lautet: „Ungarn darf nicht Palästina werden.“ Der Text auf ihren Plakaten lautet: „Du wirst unsere Heimat nicht besetzen“.

[9] Arpad-Flagge: Das Banner ist eigentlich ein mittelalterliches Symbol des ersten ungarischen Königshauses, wird aber, ähnlich wie die ursprünglich kaiserliche Reichskriegsflagge in Deutschland, von Neonazis benutzt.

Das ungarische Arpad-Banner
Die Anmerkungen [1] bis [9] sind vom Admin.

Von Jörg Lau

Quelle: Antisemitismus: „Bewusste Juden müssen sich darüber klar werden, dass sie hier keine Zukunft haben.“

Siehe auch:
Die gefährliche Ideologie der Muslimbrüder
Wie Nazis und CIA mit den Muslimbrüdern paktierten
Die Väter des Dschihad - 80 Jahre Muslimbrüder
Barack Obama und die Muslimbruderschaft
1979 Iran - heute Ägypten - diesmal aber mit Atomwaffen?
Antisemitismus In den Niederlanden haben Juden keine Zukunft mehr
Antisemitismus Kanaken dissen Juden
Studie Antisemitismus auf höchstem Stand seit zehn Jahren
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