Mirza Ghulam Ahmad (Bild) gründete die Ahmadiyya 1889 in Indien
Die Ahmadiyya ist sozusagen das „Familienunternehmen der Mirza Ghulam Ahmad Dynastie“. Diese Dynastie stammt wahrscheinlich aus einer türkisch-persischen Militäraristokratie. Die Herrscherfamilie wanderte im 16. Jahrhundert mit eigenem Heer in das indische Punjab (Nordindien) ein, wurde Großgrundbesitzer und zu den „Herren des Punjab“. Nach der Enteignung durch die Sikhs gründete Mirza Ghulam Ahmad, der sich als der „Verheißene Messias“, Mahdi und geistige Wiedergeburt Jesu ausgab, 1889 im Ort Qadian die Ahmadiyya-Bewegung, eine islamische Sekte mit eigener Propheten- und Jesuslehre, und richtete für seine Nachfolger das Kalifat ein.
Seit 1984 residieren die Kalifen in London, seit April 2003 der fünfte Kalif Mirza Masroor Ahmad, ein Urenkel des Gründers. 2008 wird weltweit das 100-Jahre-Kalifat-Jubiläum gefeiert. Die Ahmadiyya ist eine millenarische Bewegung (eine Bewegung, die an die Wiederkunft Jesu Christi und das Aufrichten seines tausend Jahre währenden Reichs glaubt). Ihr Gründer beanspruchte Messias, Mahdi, Prophet, die geistige Wiedergeburt Jesu, Mohammeds, Vishnus, Krishnas, Buddhas und der Reformer am Anfang der 1000-jährigen Endzeit zu sein, den wahren Islam zu vertreten und ihn durch seine Bewegung innerhalb von 300 Jahren zum Sieg über alle anderen Religionen zu führen. Sie breitet sich weltweit aus, besitzt nach eigenen Angaben über 200 Millionen Mitglieder und in 190 Ländern 14.000 Kalifatstützpunkte, genannt Moschee.
In Deutschland hat sie 30.000 Mitglieder, 32 Moscheen und betreibt ein „Hundert-Moscheen-Projekt“. (Das heißt, sie hatte vor, in Deutschland 100 Moscheen zu bauen. Davon hat sie aber mittlerweile wieder Abstand genommen.) Allein im Jahr 2004 wurden sechs Moscheen eröffnet. Zu ihrer Logistik gehört seit 1987 die Spezialausbildung von Führungskräften, an der bereits 40.000 Ahmadis von Geburt an teilnehmen, überwiegend in Pakistan, Indien, Deutschland, Großbritanien, Kanada und den USA. Entwicklung und Ziel der Ahmadiyya lassen sich in der Formel zusammenfassen: „Von den Herren des Punjab zu den Herren der Welt“.
Die Ahmadiyya ist streng hierarchisch nach dem Führerprinzip strukturiert und verbreitet mit einem Teil ihrer Schriften antichristliche [1], antiwestliche und antijüdische Propaganda. Dazu gehört bis heute die längst wissenschaftlich widerlegte Behauptung, Jesu Grab liege in Srinagar (Nord-Indien), wo er im Alter von 120 Jahren gestorben sei; außerdem antisemitische Stereotypen und Feindbilder, wie das von der „jüdischen Rasse“ nebst der Unterstellung, Juden befänden sich auf einer niedrigen Stufe der Entwicklung der Menschheit.
[1] Nach den Vorstellungen der Ahmadiyya wird Christus eines Tages wieder als Muslim auf die Erde zurückkehren und alle Schweine (Christen und Juden) töten und die Kirchen und Synagogen in Trümmer legen. Eine Zusammenfassung der Kernaussage der Ahmadiyya hat uns der bedeutende Koranexeget Al-Baydawi (gest. 1286) hinterlassen: „Er (Jesus) wird vom Himmel in das Heilige Land hinabsteigen, an einem Afiq genannten Ort mit einer Lanze in der Hand erscheinen, mit dieser den Dadjal (Antichrist) töten und zur Zeit des Morgengebets nach Jerusalem kommen. Der Imam wird versuchen, ihm seinen Platz abzutreten, doch wird er ihn nicht annehmen, sondern hinter dem Imam das Gebet verrichten gemäß der shari’a (Gesetz) Muhammads. Darauf wird er alle Schweine töten und das Kreuz zerbrechen, die Synagogen und Kirchen in Trümmer legen und alle Christen, die nicht an ihn glauben, töten. Nachdem er auch den falschen Messias getötet hat, wird vom Schriftvolk (Juden und Christen) niemand übrig sein, der nicht an ihn glaubt, so dass eine einheitliche Religionsgemeinschaft bestehen wird – diejenige des Islam ...“
In ihrer Lehre greift die Ahmadiyya auf alten Mythen zurück und setzt sie für ihre Zwecke ein. Sie arbeitet nicht mit physischer Gewalt gegen Christen und Juden, aber mit den Waffen des Wortes, besonders mit der Androhung ihrer Vernichtung. (Quelle: Die Ahmadiyya und ihr Feindbild Christentum)
Mitglied wird man durch Geburt oder „Bai´at“, ein Gelübde, das den Neuaufgenommenen zu lebenslangem Gehorsam gegenüber dem Gründer der Bewegung, dem Kalifen und dem Kalifat verpflichtet. Außerdem verpflichtet man sich schriftlich zur Zahlung eines monatlichen Mitgliedsbeitrags, von dem selbst Asylanten und andere Sozialhilfeempfänger nicht ausgenommen sind, und zu diversen Pflichtspenden. Die Gefolgschaft wird abkassiert und trägt zur außergewöhnlichen Finanzkraft der Führungselite bei.
Das politische Ziel der Ahmadiyya ist die Einrichtung einer islamischen Ordnung auf der ganzen Welt, auch in Deutschland. Das bedeutet Abschaffung der freiheitlich demokratischen Grundordnung und Einrichtung des Kalifats mit Scharia-Recht. Sie setzt eine Doppelstrategie ein: Anpassung und Integration einerseits, Machterweiterung der Führung andererseits. Sie betreibt eine gesteigerte Form der islamischen Herrschafts- und Gehorsamsreligion. Wie moderne Sekten, z.B. Scientology, behauptet sie, in ihrer Lehre auf dem Stand moderner Wissenschaft und Rationalität zu sein, und bedient sich bei ihrer Selbstdarstellung der Methoden der Propaganda. Zu ihrer Selbstinszenierung gehört die Behauptung, sie sei der „Reformislam“. Sie versteht aber darunter keinen aufgeklärten und liberalen Islam, sondern, aber das wird in der Propaganda verschwiegen, die Wiederherstellung der alten Form des Islam gemäß dem Medina-Modell mit der Einheit von Religion und Politik und Allah als oberstem Gesetzgeber. Ihre kontinuierliche Rede vom „Reformislam“ führt weit verbreitet zu Fehleinschätzungen, auch weil Medien die Propaganda unkritisch übernehmen und Politiker ihr Glauben schenken.
Wie andere islamische Gruppierungen verbindet die Ahmadiyya uralte mythische (außergewöhnliche, märchenhafte) und eschatologische (endzeitliche, Weltuntergang) Ideen mit Dschihad-Vorstellungen, allerdings mit einer klaren Absage an Gewalt. Die Geschlechterordnung folgt islamisch fundamentalistischen Prinzipien: Geschlechtertrennung in der Öffentlichkeit. So dürfen z.B. Mädchen nicht gemeinsam mit Jungen am Sportunterricht teilnehmen, Verschleierung der Frauen, Sexualität nur in der Ehe, Monogamie für die Frau und Erlaubnis der Polygamie für den Mann (Ein Mann darf mehrere Frauen heiraten.). Ehen werden arrangiert und dürfen nur innerhalb der Ahmadiyya-Gemeinde geschlossen werden. Unter dem Deckmantel der Religion breitet sich durch die Ahmadiyya der Patriarchalismus (die Männerherrschaft) mit alten und neuen Formen der Unterdrückung von Frauen und Mädchen bei uns aus.
Der Ahmadiyya-Islam ist eine Politreligion und eine Herrschafts- und Gehorsamsreligion, die mit „Legalitätstaktik“ (unter Verzicht auf revolutionäre Handlungsweisen), Doppelstrategie und Finanzkraft eine islamische Ordnung im Sinne ihrer herrschenden Dynastie errichten will. Dazu gehören der schnelle Erwerb der deutschen Staatsangehörigkeit wie auch die weltweite Propaganda in den Medien, besonders im MTA (Muslim Television Ahmadiyya), dem eigenen Satellitenfernsehen der Ahmadiyya weltweit. Deutschland ist die Basis für die Missionierung/Eroberung in 16 Ländern (2004).
„Ich bin sicher, dass wenn der Endsieg des Islams kommt (…), dies durch die Ahmadiyya sein wird.“ (4. Kalif)
Literatur: Hiltrud Schröter: Ahmadiyya-Bewegung des Islam. 186 Seiten, Hänsel-Hohenhausen, Deutsche Hochschulschriften 1206, Frankfurt (1)2002 (4)2005, ISBN 3-8267-1206-4.
Dr. Hiltrud Schröter ist Sozialwissenschaftlerin und erhielt für ihre Dissertation „Arabesken – Studien zum interkulturellen Verstehen im deutsch-marokkanischen Kontext“ den Elisabeth-Selbert-Preis des Landes Hessen. Hiltrud Schröter starb am 11. Juni 2010.
Quelle: Ahmadiyya-Bewegung des Islam
Siehe auch:
Ist der Islam eine Politreligion und eine totalitäre Ideologie?
Die Ahmadiyya und ihr Feidbild Christentum
Ahmadiyya: eine totalitäre Politreligion
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