Sonntag, 4. April 2010

Europäer als Opfer des islamischen Kolonialismus

Von Peder Jensen (Fjordman)

Hier einige Auschnitte aus dem etwas längeren Artikel des norwegischen Journalisten Fjordman über den islamischen Kolonialismus, der wesentlich länger dauerte als der europäische Kolonialismus und der wesentlich mehr Opfer forderte.

Der französische Historiker Paul Fregosi nennt in seinem Buch „Jihad in the West: Muslim Conquests from the 7th to the 21st Centuries“ (Jihad im Westen: Muslimische Eroberungen vom 7. bis zum 21. Jahrhundert) den islamischen Jihad (den islamischen Heiligen Krieg) als „das wichtigste Ereignis in der Vergangeheit mit der am wenigsten aufgezeichneten und beachteten Dunkelziffer der Geschichte.“ In der Tat wurde dies weitgehend ignoriert, „obwohl es fast 1400 Jahre lang eine Tatsache in Europa, Asien und Afrika war.“

Weiter sagt Paul Fregosi: „Westliche Kolonisierung in der Nähe von muslimischen Ländern dauerte 130 Jahre, ungefähr von den Jahren um 1830 bis zu den Jahren um 1960. Muslimische Kolonisierung in der Nähe europäischer Länder dauerte 1.300 Jahre, von den Jahren um 600 bis in die Mitte der 1960er Jahre. Aber seltsamerweise sind es die Muslime, die am meisten verbittert sind über den Kolonialismus und die Demütigungen, denen sie unterworfen waren und es sind die Europäer, die dieser Scham und Schuld eine sichere Heimat geben. Es sollte genau anders herum sein.“

In einigen islamischen Staaten gibt es heute noch Sklaverei. Im westafrikanischen Niger (94 % der Nigerer bekennen sich zum Islam.) wird das Verbot der Sklaverei weitgehend ignoriert und etwa eine Million Menschen leben immer noch in Unfreiheit. Sklaven werden gezüchtet, oft vergewaltigt und in der Regel wie Tiere behandelt. (siehe auch: Missbrauch christlicher Kinder im Sudan)

Die Überfälle im Namen des islamischen Jihad begannen im Mittelmeer im siebten Jahrhundert n. Chr. Der Prototyp einer muslimischen Schiffsrazzia ereignete sich im Jahr 846, als eine Flotte von arabischen Dschihadisten an der Mündung des Tiber anlandete, nach Rom marschierte, die Stadt einnahm und von dem Reichtum der St. Peter Basilika alles an Gold und Silber mitnahm was sie enthielt. Der Grund, warum der Vatikan zu einer befestigten „Stadt in der Stadt“ in Rom wurde war, wegen der wiederholten Angriffe der Muslime (Sarazenen).

Nach den Verwüstungungen der Sarazenen im St. Petersdom, die die christliche Welt zutiefst erschüttert hatte, wurde beschlossen, das Gebiet rund um das Grab des heiligen Petrus zu befestigen. Der abgeschlossene Bereich bekam den Status einer Stadt mit eigenem Recht, der getrennt war vom Forum Romanum, dem Zentrum des politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und religiösen Lebens.

Diese Angriffe waren die Regel in vielen Regionen Eurasiens, nicht nur in Europa. Der indische Historiker Kishori Saran Lal stellte fest, dass überall dort, wo (muslimische) Dschihadisten ein Gebiet erobert hatten, „sich ein System der Sklaverei entwickelte, das eigentümlich war im Hinblick auf Klima, Landschaft und Bevölkerung des Ortes.“ Als die muslimischen Armeen in Indien [1] einfielen, „wurden seine Bewohner in Scharen zu Sklaven gemacht, um in fremde Länder verkauft zu werden oder sie mussten in unterschiedlich großen Mengen niedere oder weniger niedere Arbeiten innerhalb des Landes verrichten.“
[1] Zum Überfall muslimischer Armeen in Indien sagt Michael Mannheimer in seinem Essay Das Abrogationsprinzip im Koran: „Von Anbeginn an haben die Muslime fremde Völker überfallen, kolonisiert und wo möglich islamisiert und deren Produktivität in Form von Steuern ausgebeutet. Lange vor dem westlichen Imperialismus gab es den islamischen Imperialismus, ob in den nordafrikanischen Staaten (die überwiegend christlich und jüdisch waren), ob in Spanien (siehe: Der Mythos vom friedlichen Al-Andalus), ob bei der Eroberung und imperialen Vereinnahmung des urjüdisch-christlichen Nahen Ostens oder beim Überfall und der Teil-Eroberung Indiens, der Millionen Hindus das Leben kostete und die friedlichen und sich gegen die mörderischen Angriffe der Araber nicht zur Wehr setzenden Buddhisten Indiens nahezu ausrottete.

In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass die christlichen Kreuzzüge erst stattfanden, nachdem die Muslime mehr als 400 Jahre lang christliche Länder überfallen, Christen ermordet und sie zwangen, den Islam anzunehmen. Dabei überfielen muslimische Truppen Palästina, Syrien, Jordanien, Israel, Marokko, Ägypten, Tunesien, Algerien, Lybien, Iran, Irak, Spanien, Portugal, Teile Frankreichs, Sizilien, Griechenland, Bulgarien, Jugoslawien, Rumänien, Armenien, die Türkei (Byzanz), Zypern, Indien, China und Pakistan. (Quelle: Die islamische Expansion und Geschichte des Islam)

Dies löste den Aufruf Papst Urbans II. 1095 in Clermont aus, der zur Befreiung Jerusalems und des „Heiligen Landes“ (Israel) aus der Hand der Muslime aufforderte, mehr als acht Jahrzehnte, nachdem es in der Regierungszeit des fatimidischen Kalifen al-Hakim 1009 zur Zerstörung der Grabeskirche in Jerusalem gekommen war, eines der größten Heiligtümer des Christentums, die sich an der überlieferten Stelle der Kreuzigung und des Grabes Jesu befindet. (Quelle: (Kreuzzug)
Während die Araber in den ersten Jahrhunderten der islamischen Epoche dominierten, wurden sie bald von den Türken abgelöst und als Streitmacht sogar übertroffen. Da sie stetig mehr und mehr von Anatolien eroberten, reduzierten die Türken die griechische Bevölkerung und andere Nicht-Muslime indem sie sie zu Sklaven machten: „Sie versklavten Männer, Frauen und Kinder aus allen wichtigen städtischen Zentren und auf dem Land.“ Türkische Angriffe auf Europäische Länder, die in der Nähe lagen, dauerten bis weit in die Neuzeit an.

Dr. Andrew G. Bostom, der Autor des hervorragenden Buches „The Legacy of Jihad“ (Das Vermächtnis des Jihad), schrieb darin über das, was er als „Amerikas erster Krieg gegen den Terror“ bezeichnete. Thomas Jefferson und John Adams, die damals als amerikanische Botschafter in Frankreich und Großbritannien waren, trafen im Jahr 1786 in London den Botschafter aus Tripolis in Großbritannien, Sidi Haji Abdul Rahman. Diese beiden zukünftigen amerikanischen Präsidenten versuchten einen Friedensvertrag auszuhandeln, der den Vereinigten Staaten die Verwüstungen der Jihad-Piraterie ersparen könnte, Mord und Versklavung, die von den so genannten Barbaren-Staaten von Nordafrika ausgingen, dem heutigen modernen Marokko, Algerien, Tunesien und Libyen. Bostom stellt fest, dass „im Juni / Juli 1815 die geschickt kommandierte US-Marine ihren barbarischen Dschihadgegnern eine schnelle Serie von vernichtenden Niederlagen zugefügt hatte. Dieser Erfolg entfachte die Fantasie der Alten Welt sich gegen die Barbaren-Piraten zu wehren.“

Jihadpiraterie und Sklavenüberfälle wurden für mehr als tausend Jahre, wenn nicht länger, eine Tatsache des täglichen Lebens im Mittelmeer und den Regionen um das Schwarze Meer mit gelegentlichen Vergeltungsmaßnahmen der Christen. Korsaren aus Städten in Nordafrika, Tunis, Algier etc., beraubten Schiffe im Mittelmeer und im Atlantik, genauso wie die Dörfer am Meer, um Männer, Frauen und Kinder gefangen zu nehmen. Die Auswirkungen waren verheerend. Frankreich, England und Spanien verloren jeweils Tausende von Schiffen und über weite Strecken waren die spanischen und die italienischen Küsteneregionen von ihren Bewohnern fast aufgegeben worden.

Wie Murray Gordon in seinem Buch „Slavery in the Arab World“ (Sklaverei in der arabischen Welt) schreibt, waren die sexuellen Aspekte der Sklaverei unverhältnismäßig wichtig in der islamischen Welt. „Eunuchen erzielten die höchsten Preise unter den Sklaven, gefolgt von den jungen und hübschen, weißen Frauen.“ Normalerweise machten die hohen Kosten die weißen Sklavinnen zu einem Luxusartikel, den sich nur reiche Muslime leisten konnten: „Nach weißen Frauen gab es fast immer eine größere Nachfrage als nach afrikanischen und die Araber waren bereit, viel höhere Preise für tscherkessische (kaukasische) und georgische Frauen aus dem Kaukasus und aus tscherkessischen Kolonien in Kleinasien zu bezahlen.

Nach den weißen, wurden die abessinischen (äthiopischen) Mädchen zur „zweitbesten“ Alternative. Je nach Helligkeit der Haut, Attraktivität und Fähigkeiten, lagen die Kosten überall bei einem Zehntel bis zu einem Drittel des Preises einer tscherkessischen oder georgischen Frau. Solange Tscherkessinnen, Slawinnen, Griechinnen und andere weiße Frauen zu erschwinglichen Preisen erhältlich waren, bevorzugten sie die Araber vor den schwarzen Frauen.

Im Gegensatz zum Westen, gab es nie eine muslimische Bewegung zur Abschaffung der Sklaverei, weil diese nach der Scharia, dem islamischen religiösen Gesetz erlaubt ist und dies ist so geblieben, bis zum heutigen Tag [2]. Als die offene Praxis der Sklaverei endlich abgeschafft wurde in den meisten Teilen der islamischen Welt, war dies nur durch externen westlichen Druck geschehen, der ausging von dem amerikanischen Krieg gegen die Barbaren Piraten [3] bis hin zur Seemacht des Britischen Empires [4]. Sklaverei wurde als selbstverständlich hingenommen in der gesamten islamischen Geschichte und dauerte (wesentlich) länger als der westliche Sklavenhandel.
[2] Der Sklavenhandel wird im Koran durch die Sure 16,71 und durch Sure 30,28 legitimiert. (siehe: Sklaven im Koran)

[3] Der Sezessionskrieg (auch Amerikanischer Bürgerkrieg genannt) war der von 1861 bis 1865 währende militärische Konflikt zwischen den aus der Union der Vereinigten Staaten ausgetretenen Südstaaten, der Konföderation, und den in der Union verbliebenen Nordstaaten. Ursache war eine tiefe wirtschaftliche, soziale und politische Spaltung zwischen den Nord- und Südstaaten, die vor allem in der Sklavereifrage zu Tage trat. 1860 wurde der Republikaner Abraham Lincoln zum Präsidenten gewählt. Lincoln, bekennender Gegner der Sklaverei, war für viele Menschen in den Südstaaten untragbar und so kam es zum Sezessionskrieg.

[4] Der deutsche Althistoriker Prof. Egon Flaig schreibet in seinem Buch Weltgechichte der Sklaverei: „Vom ersten Tag des transatlantischen Sklavenhandels an führten die Europäer in der Alten wie in der Neuen Welt eine erregte Debatte über die Sklaverei. 1794 wurde sie von der französischen Nationalversammlung in allen französischen Territorien verboten. 1833 folgte das britische Parlament dem französischen Beispiel. Auf dem Wiener Kongress beschlossen 1815 die europäischen Monarchen, den Sklavenhandel zu unterbinden. Von da an machte die britische Marine Jagd auf Sklavenschiffe, blockierte die westafrikanische Küste und würgte den transatlantischen Sklavenhandel ab. Der jahrzehntelange Einsatz als maritimer Weltpolizist kostete London viel Geld.“
Kein europäisches Volk litt mehr unter der islamischen Kolonialpolitik als diejenigen auf dem Balkan. Sir Jadunath Sarkar, der herausragende Historiker von „Mughal Indien“ (dem indischen Mogulreich), schrieb folgendes über den Begriff „dhimmitude“ (unter Dhimmis versteht man die nichtmuslimischen „Schutzbefohlenen“ der Muslime), dem demütigenden Rassentrennungssystem, das Nichtmoslems nach islamischem Gesetz auferlegt wird: „Die Konversion der kompletten Bevölkerung zum Islam und das Erlöschen jeder Form von Meinungsvielfalt ist das Ideal des moslemischen Staates. Wenn ein Ungläubiger es ertragen muss, in der Gemeinschaft zu bestehen, dann ist dies ein notwendiges Übel. Daher kann ein Nichtmoslem nicht Bürger des Staates sein; er ist ein Mitglied einer untergeordneten Klasse; sein Status ist eine modifizierte Form der Sklaverei. Er lebt unter einem Vertrag (dhimma) mit dem Staat. Kurz gesagt, nachdem sein Land durch die Moslems erobert wurde, ist seine weitere Existenz im Staat abhängig von seiner Person und seinem Eigentum, das der Sache des Islams unterworfen wird.“

Diese „modifizierte Form der Sklaverei“ wird heute oft als Gipfel „der Toleranz“ bezeichnet. Wenn die Halbsklaven gegen dieses System rebellieren und Gleichberechtigung und Selbstbestimmung fordern, wird der Jihad eingesetzt. Das geschah mit den christlichen Untertanen des Osmanischen Reichs, die durch Gemetzel unterdrückt wurden, welche im Rassenmord türkischer und kurdischer Moslems gegen Armenier im 20. Jahrhundert gipfelten. (siehe: Die Muslime und der Holocaust)

Der Balkan, mit seinen engen Verbindungen zu Byzanz, war in mittelalterlichen (christlichen) Zeiten ein einigermaßen kultiviertes Gebiet, bis die osmanischen Türken dort viel verwüsteten. Einer der entsetzlichsten Aspekte davon war die Praxis des „devshirme“ (der Knabenauslese), das Sammeln von christlichen Jungen, die gewaltsam zum Islam konvertiert wurden und dazu erzogen wurden, ihr eigenes Volk zu hassen. Andrew G. Bostom zitiert die Arbeit des Gelehrten Vasiliki Papoulia, der den dauernden verzweifelten Kampf der christlichen Bevölkerungen gegen diese gewalttätig auferlegte osmanische Auslese hervorhebt:

„Es ist offensichtlich, dass sich die Bevölkerung stark dagegen auflehnte. Dieses Ausmaß (und die Auslese) konnten nur gewaltsam ausgeführt werden. Diejenigen, die sich weigerten, ihre Söhne, die gesündesten, ansehnlichsten und intelligentesten zu übergeben, wurden an Ort und Stelle getötet, indem man sie hängte. Dennoch haben wir Beispiele für einen bewaffneten Widerstand. Im Jahr 1565 fand eine Revolte in Epirus und Albanien statt. Die Einwohner töteten die Offiziere, die die Rekruten anwarben und die Revolte wurde erst niedergeschlagen, nachdem der Sultan fünfhundert Janitscharen zur Unterstutzung des lokalen Sanjak-Beis entsandte. Dank der historischen Archive von Yerroia über den Aufstand in Naousa im Jahr 1705 sind wir bestens darüber informiert, wo die Einwohner den Silahdar Ahmed Celebi und seine Helfer töteten und dann als Rebellen zu den Bergen flohen. Einige von ihnen wurden später gefangen genommen und getötet.

Die christlichen Untertanen versuchten jahrhundertlang diese grausame Praxis zu bekämpfen:

Da es keine Möglichkeit gab, (der Auslese) zu entkommen, ersann die Bevölkerung mehrere Listen. Einige verließen ihre Dörfer und flohen in Städte, die von der Knabenauslese befreit waren oder sie wanderten in venezianisch gehaltene Territorien ab. Das Ergebnis war eine Entvölkerung der Landschaft. Andere ließen ihre Kinder in einem frühen Alter heiraten. Nicephorus Angelus stellt fest, dass zuweilen die Kinder auf ihre eigene Initiative hin davonliefen, aber als sie hörten, dass die Behörden ihre Eltern gefangen genommen hatten und sie zu Tode folterten, kehrten sie zurück und gaben auf. La Giulletiere zitiert den Fall eines jungen Atheners, der aus seinem Versteck zurückkehrte, um das Leben seines Vaters zu retten und dann beschloss selbst zu sterben weil er nicht seinem Glauben abschwören wollte. Gemäß den Beweisen in türkischen Quellen schafften es einige Eltern sogar, ihre Kinder zu entführen, nachdem sie rekrutiert worden waren. Die erfolgreichste Art der Einberufung zu entgehen, war durch Bestechung. Dass das Letztere sehr weit verbreitet war, kann man an den großen Geldbeträgen sehen, die der Sultan von den korrupten Beamten beschlagnahmt hat.

Lee Harris beschreibt in seinem Buch, „The Suicide of Reason“ (Der Selbstmord des Verstands) diese Praxis des „devshirme“, den Prozess sich die besten, klügsten und passendsten „Alpha-Jungen zu pflücken“, um die nichtmoslemische, unterworfene Bevölkerung zu schwächen:

„Der Leibwächter der Janitscharen hatte die Aufgabe, den Souverän vor inneren und äußeren Feinden zu schützen, schreibt der Gelehrte Vasiliki Papoulia. Um diese Aufgabe zu erfüllen, wurde er einer sehr strengen und speziellen Ausbildung unterworfen. Die Janitscharenausbildung war berühmt in der osmanischen Gesellschaft. Diese Ausbildung machte die geistige Transformation von christlichen Kindern in feurige Kämpfer möglich, für den Ruhm des Sultans und für ihren kürzlich erworbenen islamischen Glauben. Weil die christlichen Jungen in zielstrebige Fanatiker verwandelt werden mussten, war es nicht genug, dass sie einfach ihre Position erbten. Sie mussten einer Gehirnwäsche unterzogen werden, wie wir heute sagen würden, und das konnte am effektivsten mit Jungen getan werden, die von allen familiären Beziehungen völlig abgeschnitten worden waren. Indem man die Jungen aus ihren Elternhäusern nahm und sie in eine andere Welt transportierte, stellte „devçirme“ (die Auslese) sicher, dass es keinen Loyalitätskonflikt zwischen Familie und Pflicht für das Reich geben würde. Die ganze Loyalität würde auf die Gruppe selbst und auf den Sultan konzentriert.“

Diese Praxis verringerte die Kraft der christlichen Bevölkerung. Noch einmal Harris:

„Die Auswahl dieser Alpha-Jungen hatte zwei Effekte, zum einen gut für das Osmanische Reich, zum anderen schlecht für die unterworfene Bevölkerung. Indem man die kritischen Posten im Osmanischen Reich mit Jungen besetzte, die auf der Grundlage ihrer inneren Leistung und nicht ihrer Familienverbindung hin ausgewählt worden waren, schuf das Reich automatisch eine Leistungsgesellschaft. Wenn ein Junge zäh, mutig, intelligent und fanatisch loyal war, war er in der Lage sich seinen Weg in der osmanischen Hierarchie selbst zu erarbeiten; tatsächlich, wie wir gesehen haben, wird er zu einem Mitglied der herrschenden Elite, obwohl er nach dem formellen Titel der Sklave des Sultans zu sein hatte. Das Osmanische Reich stärkte sich zweifach und zwar durch die Auslese dieser Alpha-Jungen und damit durch die Schwächung seiner unterworfenen Bevölkerung, der man das Beste und Schönste nahm. Dank der Einrichtung von „devcirme“ wurden die „passenden“ christlichen Jungen, die höchstwahrscheinlich einmal Agenten des Aufruhrs gegen das Reich sein würden, zu fanatischen Moslemkriegern, die verwendet wurden, um die Schwierigkeiten zu unterdrücken, die die „weniger passenden“ christlichen, zurückgelassenen Jungen im Stande waren zu verursachen.

Srdja Trifkovic erklärt in Kosovo in dem Buch „The Score 1999-2009“ (Die Anzahl 1999-2009):

„Die Balkanhalbinsel ist eines der ethnisch und religiös verschiedenartigsten Gebiete der Welt, besonders wenn man an sein relativ kleines Gebiet (etwas mehr als 200.000 Quadratmeilen) und die Bevölkerung (ungefähr 55 Millionen) denkt. Von dieser Zahl haben orthodoxe Christen, hauptsächlich Griechen, Bulgaren, Serben und slawische Makedonier, die schmale Mehrheit von ungefähr 53 Prozent. Sunnitische Moslems (Türken, Albanern und slawische Moslems) ergeben zusammen 40 Prozent. Römische Katholiken (hauptsächlich Kroaten) liegen um 5 Prozent.

Diese Gemeinschaften leben nicht in einer multikulturellen Harmonie. Ihr gegenseitiger Mangel an Vertrauen, der sich gelegentlich in Gewalt verwandelt, ist ein anhaltendes Ergebnis türkischer Herrschaft. Vier hervorstechende Eigenschaften des osmanischen Staates wurden institutionalisiert: 1. religiös gerechtfertigte Diskriminierung von Nichtmoslems, 2. persönliche Unsicherheit, 3. eine unsichere Koexistenz von Ethnien und Glaubensgrundsätzen ohne sich zu vermischen und 4. die Abwesenheit einer vereinigenden Staatsideologie oder überkonfessionellen Quelle der Loyalität. Es entstand eine Denkweise, in der der Gewinn der einen Seite als der Verlust der Anderen wahrgenommen wird. Diese Denkweise hat sich, fast ein Jahrhundert nach dem Zerfall des Reiches nicht geändert.

Trifkovic warnt, dass „die christlichen Gemeinschaften überall auf dem Balkan in einem steilen, langfristigen demografischen Niedergang begriffen sind. Die Fruchtbarkeitsrate ist unter dem Erhaltungsniveau. Die Moslems haben im Vergleich dazu die höchsten Geburtenraten in Europa, zusammen mit den Albanern, die an der Spitze der Tabelle stehen. Auf dem gegenwärtigen Level ist es wahrscheinlich, dass die Moslems innerhalb einer Generation die einfache Mehrheit auf dem Balkan erreichen werden.“

Die Kriege auf dem Balkan sind ein direktes Ergebnis des Vermächtnisses der türkisch-moslemischen Kolonialpolitik. Warum fordert niemand, dass die Türken Schadenersatz für ihre ehemaligen Untertanen bezahlen sollten, angefangen bei den Armeniern, die vor weniger als einem Jahrhundert einen Genozid (Völkermord) ertragen mussten, und weiter mit den Serben, den Bulgaren, den Griechen, den Kroaten und anderen, die alle Hunderte von Jahren des Missbrauchs und der Ausnutzung am eigenen Leib ertragen mussten?“

Es gibt einen beharrlichen Mythos, dass die wissenschaftliche und industrielle Revolution nur deshalb geschah, weil die Europäer andere Kontinente „ausplünderten“. Das kann leicht widerlegt werden. Portugal hatte mehrere Kolonien und war ein aktiver Teilnehmer am transatlantischen Sklavenhandel, trotzdem ist es immer noch eines der ärmsten Länder in Westeuropa, das in einem scharfen Kontrast steht zu Schweden, der Schweiz oder Finnland, die keine Kolonialgeschichten haben.

Die Anmerkungen [1] bis [4] sind vom Blogbetreiber.

Quelle: Europäer als Opfer des islamischen Kolonialismus

Siehe auch:
Richard Butrick: Das „Goldene Zeitalter“ des Islam
1300 Jahre islamische Sklaverei in Afrika
Das „goldene Zeitalter des Islam“ ist ein Mythos
Prof. Egon Flaig: Der Islam will die Weltherrschaft
Prof. Egon Flaig: Die ersten Hautfarbe-Rassisten waren Araber
Prof. Egon Flaig: Essay - Djihad und Dhimmitude
Beim Sklavenhandel lernten Christen von Muslimen
Islamischer Kolonialismus
Mittelalter: Al-Andalus, ein goldener Traum?
Weltgeschichte der Sklaverei
Islamisches Spanien: Der Mythos vom friedlichen Al-Andalus
Die Legende des Mittelalters
Die Toleranz im islamischen Spanien ist ein multikultureller Mythos
Das märchenhafte Andalusien und was Oriana Fallaci dazu meint

Weitere Texte von Fjordman:
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