Wer hätte das gedacht? In der „taz“ (Tageszeitung) kann man doch etwas lernen. Jedenfalls wenn man rot-grüner Standard-taz-Leser ist, und wenn man online geht. Denn unter den Online-Kommentaren finden sich durchaus zutreffende, weiterführende Dinge. Zum Beispiel zum Thema Ehrenmord. Und das just zu der Zeit, zu der die Print-taz am liebsten nur noch über Marwa schreiben würde. (Marwa El-Sherbini wurde am 1. Juli 2009 in Dresden von dem Russlansdeutschen Alex W. aus offensichtlich islam- und ausländerfeindlichen Motivation erstochen.)Ach so, dies steht natürlich nicht in der taz: Zur gleichen Zeit wie der Marwa-Prozess finden auch zwei Ehrenmord-Prozesse statt. Einer in Hagen, einer in Kleve. In Kleve geht es um Gülsüm (Bild links). Gülsüm aus Rees in der Nähe von Kleve musste den bisherigen Erkenntnissen zufolge sterben, weil sie „die Familienehre beschmutzt“ habe. Sie sollte gegen ihren Willen verheiratet werden. Doch dann erfuhr die Familie, dass sie keine Jungfrau mehr war und schon einmal abgetrieben hatte. Deshalb befahl ihr Vater am 2. März 2009 ihren Tod. Gülsüms Bruder Davut und ein Freund lockten sie auf einen Feldweg. Davut legte seiner Schwester ein Seil um den Hals und zog zu. Als sie bewusstlos zu Boden sackte, nahm er fünf dicke Äste und schlug wie im Wahn auf seine Schwester ein. Der Gerichtsmediziner protokollierte, dass der Schädel komplett zertrümmert war. Gülsüm schluckte im Todeskampf Unmengen an Blut. Kiefer und Zähne waren rausgebrochen, die Augenhöhlen zerstört, das Gehirn gequetscht. Als die Polizei die Leiche fand, lag sie in einer 1,5 Meter großen Blutlache, versteckt unter Ästen und Laub. (siehe: Ehrenmord)
Komisch, kein Mensch, jedenfalls kein Journalist nimmt von dem Prozess in Kleve Notiz. Dabei wurde Gülsüm nur aus einem Grund ermordet: Sie war Muslimin, Muslimin, die in Deutschland wie eine Deutsche leben wollte. Das geht natürlich nicht. Drum hat ihr eigener Drillingsbruder Davut ihr das Gesicht zu Brei geschlagen und dann vom Sozialamt die Kosten für die Beerdigung (in der Türkei) gefordert. Das Sozialamt in dem 8.000-Einwohner-Städtchen Rees hat selbstverständlich gezahlt.
Aber ich komme vom Thema ab. Hier der taz-online-Kommentar von „GTI-Driver“ zum Thema Ehrenmord (Taz-Artikel: Muslime sind immer Täter):
Von GTI DRIVER - 30.10.2009 08:56 Uhr:
Ein Ehrenmord ist keine Beziehungstat/Familiendrama (keine Eifersuchtstat)
@ Berkan W.: „Eine Beziehungstat bei muslimischen Familien wird nicht Beziehungstat genannt, sondern Ehrenmord.“
Nein, verehrter Berkan, Ehrenmorde gibt es in der zivilisierten Welt nicht. Eifersuchtsmorde und sogenannte Familiendramen/Beziehungstaten, die es übrigens in der islamischen Welt zusätzlich zu den Ehrenmorden auch noch gibt, sind etwas völlig anderes als eure Ehrenmorde. Wer das durcheinander bringt, tut es immer aus Absicht: zur Verharmlosung und zur Verschleierung.
Aber es ist ganz leicht, diese beiden Dinge auseinander zu halten. Eifersuchtstaten gibt es in der Tat überall. Aber Ehrenmorde sind etwas ganz anderes. Eifersuchtstaten – vulgo (im Allgemeinen): Familiendrama – begeht der Ehemann oder der Ex an seiner Frau. Er gegen sie, und anschließend bringt sich der Täter häufig um. Die Familie des Opfers, also die Eltern, geben ihrer Tochter (bei einer Beziehungs-, bzw. Eifersuchtstat) Schutz, wenn dazu die Möglichkeit besteht. Ebenso die Geschwister oder der Onkel. Die leiblichen Verwandten sind für einander da, helfen einander. Man nennt das auch Familie.
Ganz anders der Ehrenmord: Da begehen die LEIBLICHEN VERWANDTEN kollektiv den Mord am eigenen Familienmitglied. Die eigenen Eltern, der eigene Vater, die Mutter und die ganze Familie planen den Mord an ihrer eigenen Tochter oder Schwester und begehen ihn kollektiv und rituell grausam. Oder sie bestellen Killer und schauen zu, wie der Tochter der Hals abgeschnitten wird, wie bei einem Schaf, das geschlachtet wird. Es gibt kein Entkommen, weil alle mitmachen, in Pakistan, Bangladesh oder Anatolien sogar die Polizei. Auch so kommt es vor: Der Ehemann erhält von seinem Schwiegervater den Auftrag, seine Frau, also des Schwiegervaters eigene Tochter, umzubringen. Und alle sind anschließend glücklich, weil die Familien-Ehre wieder hergestellt wurde.
Nein, verehrter Berkan, Ehrenmord und Familiendrama haben überhaupt nichts miteinander zu tun. Die Ehrenmorde sind aus einer sehr eigenen, sehr abstoßenden Welt zu uns gekommen. Wir sollten uns den Blick für die Tatsachen nicht verstellen lassen vom törichten Gutmenschen-Gerede.
Auch das fällt auf, wenn man über die verlogene und verharmlosende Gleichsetzung – Ehrenmord = Beziehungstat nachdenkt: Schon mal erlebt, daß ein Ehrenmord-Täter nach dem Mord sich selber umbringt? Nein, das käme ihm und der ganzen Familie, die den Mord ja gemeinsam beschlossen und oft auch gemeinsam ausgeführt hat, nie in den Sinn. Der Täter ist mit sich völlig im reinen und weiß Allah auf seiner Seite.
#39 Candide von PI (Politicallay Incorrect) sagt hierzu:
Damit auch der Allerletzte den Unterschied zwischen einem „Ehrenmord“ und einem „Familiendrama“ versteht, hier noch mal ein „schönes“ Beispiel, an dem man die ganze Verlogenheit und Heuchelei von Muslimen im Allgemeinen und der ägyptischen Gesellschaft im Besonderern sehen kann:
Im Juni 1993 erfolgte in Kairo die Ermordung einer 40jährigen Mutter und ihres ungeborenen Kindes. Die Tat wurde kollektiv von den drei Brüdern der schwangeren Frau begangen, deren Schwangerschaft lange nach deren Scheidung eingetreten war. Keine Rolle spielte für die Familie hierbei die Frage, ob es zu der Schwangerschaft etwa durch erzwungenen oder freiwilligen Beischlaf gekommen war oder wem etwa die Vaterschaft zuzurechnen wäre. Zwei der drei Brüder waren Polizeibeamte, deren Tat eine Kairoer Tageszeitung wie folgt wiedergab:
Die Polizei fand die Leiche eines Babys, angebunden an die Leiche der Mutter, auf dem Wasser des Nils schwimmend… Drei Brüder, darunter zwei Polizeibeamte, hatten beschlossen, das Leben ihrer Schwester auszulöschen. Sie haben solange mit Gewalt auf ihren Bauch gedrückt, bis das Baby tot heraustrat. Daraufhin haben sie die Mutter erdrosselt, beide Leichen aneinander gebunden und in den Nil geworfen. Die Mutter lebte nicht in ehelichen Verhältnissen, sie ist eine geschiedene Frau. Ihre drei Brüder bemerkten, daß ihr Bauch überdimensional an Umfang zugenommen hatte und stellten auf diese Weise die Schwangerschaft fest; sie war bereits im neunten Monat schwanger.
So, und jetzt kommt das Entscheidende:
Die Kairoer Presse berichtete von „Tötung“ und nicht etwa von Mord. Die ägyptische Öffentlichkeit fand sich in ihrer überwältigenden Mehrheit an der Seite der Täter, die die Tat unmittelbar nach ihrer Verhaftung mit Stolz einräumten. Da ihr Motiv nicht auf „niedrige Beweggründe“ zurückging und ausschließlich der Ehrenrettung ihrer Familie galt, endete ihr Prozess mit einer höchst milden Strafe.
Frau + Baby von den eigenen Brüdern(!) ermordet – gilt in der öffentlichen Meinung des Islam als „ehrenhafte Tat“.
Das ist der Unterschied zum „Familendrama“.
Quellen:
Ehrenmorde - Ein Plädoyee gegen Verbrechen im Namen der Ehre
Ehrenmord ist nicht gleich Beziehungstat
Anschließend noch ein Link auf eine Dokumentation über die in Deutschland bekannt gewordenen Ehrenmorde. Die meisten Ehrenmorde werden übrigens niemals bekannt, weil sie als Unfall oder Selbstmord getarnt werden. Manchmal wird eine Frau als vermisst gemeldet, und der Rest der Familie hält still. Wie man bei wikipedia.org nachlesen kann, werden weltweit mindestens 5.000 Mädchen und Frauen, vorwiegend in islamisch geprägten Ländern, wegen „sittlicher Ehre“ ermordet.
Siehe auch:
Ehrenmord: „Dem Druck nicht mehr standhalten.“
Video: Der Ehrenmord an Hatun Sürücü
Michael Mannheimer: Ehrenmorde und Islam
Zürich: Ehrenmord: Pakistani erschlug Tochter (†16) mit Axt
BKA-Studie: Ein Drittel aller „Ehrenmord“-Opfer ist männlich
Berlin: Vor 6 Jahren tötete Ayhan Sürücü seine Schwester
Berlin: Junges Paar bleibt nach versuchtem Ehrenmord zusammen
Berlin: Arabische Brüder wollten wegen verletzter Ehre morden
Dokumentation der in Deutschland bekannt gewordenen Ehrenmorde
Information zum Thema Islam
Videos zum Thema Islam
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