Donnerstag, 16. Juli 2009

Bekenntnisse einer Ex-Muslimin

Es ist nunmal ein offenes Geheimnis, welche Art von Menschen besonders anfällig dafür sind, in die Fänge von Sekten zu geraten. In welche Richtung sie dann tatsächlich abdriften, ob z.B. zu Scientology, zu den Zeugen Jehovas oder zum Islam, hängt im Wesentlichen vom individuellen sozialen Umfeld bzw. dem zufällig sich ergebenden Bekanntenkreis ab. Bezüglich der Konvertiten (Konvertiten treten einer anderen Religion bei.) zum Islam haben die Erfahrungen von Ausstiegs-Selbsthilfegruppen ergeben, dass die sogenannten „Unterleibskonvertierten“ die größte Gruppe ausmachen. (Unter Unterleibs-Konvertiten versteht man Menschen, die eine intime Beziehungen mit einem Partner einer anderen (muslimischen) Religion eingehen.) Es sind diejenigen, die dann aber auch schnell wieder abtauchen, wenn die Beziehung mit einer Mohammedanerin oder einem Mohammedaner beendet ist. Zudem konvertieren überdurchschnittlich viele Pädophile, inhaftierte Kriminelle, psychisch Labile und politische Extremisten zum Islam. Auch geltungssüchtige Narzissten (Selbstverliebte, Eitle) finden oftmals im Islam die ihnen sonst fehlende Anerkennung und Bewunderung.

Daneben gibt es noch eine kleine Gruppe orientverliebter spirituell Enttäuschter, die in ihrer Suche nach dem „Sinn des Lebens“ unter Ausblendung der Lebensrealität sich ihren eigenen Patchwork-Islam stricken und diesen dann für den „einzig wahren Islam“ halten. Die ehemalige Konvertitin Karin (Name geändert), die während ihrer Studienzeit und danach diese Erfahrungen durchlebte, sich nach einigen Jahren wieder von dieser Ideologie befreite und nunmehr stattdessen andere potentielle Islam- Aussteiger berät, berichtet über ihre eigenen Erfahrungen die sie gerne mit uns teilt:

„Ich bin kurz vor Ende meines Studiums konvertiert. Religion hat mich schon immer fasziniert. Leider habe ich christlicherseits seit dem Jugendalter kaum Ansprechpartner finden können. Gleichaltrige waren zwar an ethisch-humanistischen Fragen, aber nicht an Religion oder Kirche interessiert. Bei den Kirchengemeinden selbst traf ich immer nur auf Kinder und (sehr) alte Menschen. Bis heute. Ein Angebot für Menschen zwischen 20 und 40 fehlte… Erwähnen sollte ich vielleicht zusätzlich, dass ich teilweise auch heftige Zweifel am Christentum hatte (Stichwort komplizierte Trinität, Sinn und Zweck des Kreuzestodes, Erbsünde, Rolle der Frau in der Kirche, etc.)

Ich bin dann während dem Studium vielen Muslimen begegnet. Sie waren gar nicht zu übersehen, denn an meinem Studienort gibt es eine riesige türkische bzw. islamische Community (Gemeinschaft). Ich fragte mich, wer sind diese Leute? Was ist der Islam? Ich begann mich dafür zu interessieren. Begierig suchte ich nach allen Infos, die ich über diese Religion finden konnte. Im Internet stieß ich auf ein liberales muslimisches Frauendiskussionsforum, wo fast ausschließlich deutsche Konvertitinnen schrieben, die meisten von ihnen waren sehr gebildet, fast alle studierten oder waren ausgebildete Akademikerinnen. Ich war begeistert, alle Frauen waren genau in meinem Alter, endlich konnte ich mich mit Gleichaltrigen über das Thema Gott, Religion und Spiritualität austauschen. Wie hatte ich das all die Jahre vermisst!

Ich hatte aber dennoch zunächst große Bedenken und Vorbehalte dem Islam gegenüber (bezüglich der Rolle der Frau, Brutalität gegenüber Andersgläubigen, Terror, Rückständigkeit, Judenhass…). Aber diese Frauen haben mich wieder und wieder beschworen: „Das hat nix mit dem Islam zu tun.” „Das sind nur patriarchale Traditionen.” „Das ist falsch übersetzt.” „Muslime, die ihre Frauen schlagen oder Moslems, die Terroristen sind, das sind gar keine echten Muslime.” usw. Man kennt das ja. Zunächst blieb ich auch skeptisch, außerdem musste ich mich auf mein Examen konzentrieren. Aber irgendwie zog mich der Islam dann doch in seinen Bann. Bald warf ich meine Bedenken über Bord, übernahm mehr und mehr das klassisch muslimische Gedankengut. Dabei berief ich mich immer wieder auf diese liberalen, gebildeten Frauen, die mir überaus emanzipiert schienen.

Zugegeben: Ja, es gibt solche Frauen! Es gibt Musliminnen, die tatsächlich emanzipierte, starke Frauen sind. Aaaber!!!!!! Diese Frauen stellen beileibe keine Mehrheit dar. In diesem Internet-Frauendiskussionsforum schreibe und lese ich heute noch. Es ist sehr aufschlussreich, dass die Musliminnen sich dort selbst als Insel bezeichnen. Dass sie selbstkritisch immer wiederholen, dass sie mit diesem Forum eine Ausnahme darstellen. Ich habe da schon eher hirnrissige Dinge erlebt: Konvertitinnen, die selbst zugaben, dass sie fast nur schlechte Erfahrungen mit dem real existierenden Islam gemacht haben und die dennoch weiter Muslim sind. Auch viele, die sehr wohl erkannt haben und wissen und spüren, was der Islam in Wirklichkeit ist, die sich aber dennoch nicht lösen können. Wie Frauen in einer Ehe mit einem prügelnden Mann, denke ich da manchmal….

Wieso ich mich für den Islam entschieden hatte?

Mich beeindruckte vor allem das klare, einfache Gottesbild und die klaren Strukturen des Islam. Außerdem imponierte mir, dass Muslime, im Gegensatz zu all den nicht vorhandenen oder lauen Christen, ihren Glauben allen Widerständen und gesellschaftlichen Anfeindungen zum Trotz sehr ernst nahmen. Auch dass sie so viel dafür taten (fünf Mal am Tag beten, das Fasten, all die Regeln). Aber auch all das Fremde, das Exotische, Orientalische, das begeisterte mich. Ich wurde auch von Beginn an sehr freundlich von Muslimen behandelt. Mir wurde sehr viel Herzenswärme entgegengebracht. Muslime sind meist supernett, wenn sie Dawa (Aufruf zum Islam) machen können. Ich trat dann selbst zum Islam über. Ich lebte meinen Glauben aber sehr liberal, trug noch kein Kopftuch.

Aber ich muss gestehen, dass ich im Islam das gesehen habe, was ich darin sehen wollte. Ich habe vor der Realität, vor allem vor der Lebensrealität dieser Religion gekonnt die Augen verschlossen. Im Koran las ich z.B. nur die schönen, guten Verse, all die Drohungen gegen Andersgläubige etc. blendete ich aus. Die Frauenunterdrückung? Klar, nur patriarchale Traditionen. Zwangsehen? Ausnahmen. Ehrenmorde? Bedauerlich, aber Ausnahmen, hat nix mit Islam zu tun. Der Terror? Das sind doch gar keine Muslime. Ich übernahm das Weltbild der Muslime ebenso wie ihre Vorurteile der westlichen Gesellschaft gegenüber (sie sei verlogen, verkommen, unmoralisch: teilweise war diese Kritik sogar nicht unberechtigt, denn zugegebenermaßen ist auch bei uns sehr vieles im Argen! Ich dachte, der Islam könne helfen, die Gesellschaft wieder auf den rechten Weg zu bringen).

Dass Muslime ihren Glauben so ernst nehmen, beeindruckte mich umso mehr in einer Zeit, in der ich langsam in eine Lebenskrise schlitterte: Als Geisteswissenschaftlerin wusste ich schon vor Ende meines Studiums, dass meine Jobsuche nicht einfach würde. Ich bekam Zukunftsangst. Was dann aber passierte, übertraf all meine negativen Erwartungen. Auch mein Mann (evangelisch, nicht konvertiert, eher agnostisch) hatte studiert und mit mir zusammen den Abschluss gemacht. Nach dem Studium konnten wir nur mit Mühe im Arbeitsleben Fuß fassen, zumal wir mitten in eine Rezession rutschten nach dem Examen.

Wir bekamen beide nur miese Jobs: Leiharbeit, befristet, mies bezahlt, dazwischen dauernd arbeitslos. Es war sehr schlimm für uns. Wir hatten hart gearbeitet an der Uni und mit 1,0 unser Studium abgeschlossen, und nun wurden wir teilweise wie Dreck, wie nutzlos-überflüssiger Abschaum behandelt. Ich sage das bewusst so, denn genau das ist passiert und es hat uns einen herben Schlag verpasst: Ich spreche der Einfachheit nur von mir selbst: Ich fühlte mich abgelehnt, nicht länger wertgeschätzt, als sei ich trotz meiner Fähigkeiten und Talente in meinem eigenen Land unerwünscht. Das hat mich enorm verunsichert und verletzt und mir gezeigt, dass sehr viel schief geht in unserem Land. Ich machte diese Erfahrungen nämlich beileibe nicht allein…

Just in dieser Zeit habe ich mich immer enger an den Islam angeschlossen. Er gab mir Halt und Stütze. Nach einer Phase längerer Arbeitslosigkeit (mein Mann schlug sich immer noch als moderner Arbeitssklave in Leihfirmen durch) waren es Muslime, die mir endlich eine berufliche Perspektive in einem interkulturellen Institut boten. Man wird natürlich nicht Muslim aus Dankbarkeit wegen eines Jobs. Aber all das hat mich nur umso fester an den Islam gebunden. Ich habe dann auch das Kopftuch getragen. Als deutsche Konvertitin wurde ich sogar bevorzugt eingestellt, denn Konvertiten werden oft an den Schaltstellen des Islam in der deutschen Gesellschaft postiert. Dort brachte man mir zunächst große Wertschätzung entgegen. Man zollte mir Respekt und bewunderte mich für meinen Entschluss, als Deutsche und erst recht als deutsche Frau den Islam angenommen zu haben. Gebannt hingen Muslime an meinen Lippen, wenn ich ihnen erzählte, dass ich zuerst Vorurteile gegenüber dem Islam gehabt hatte und nun doch Muslima geworden war. Ich war rasch total der Star. Glauben Sie mir, als deutsche Frau werden sie dafür von Muslimen hofiert wie eine Heldin. Das tat meiner zuvor verwundeten Seele und meinem gekränkten Ego unendlich gut.

Mein Mann konvertierte wie gesagt nicht. Aber er stand immer hinter mir, ohne wenn und aber. Er fand es zwar seltsam, dass ich mir als freiheitsliebender Mensch ausgerechnet so eine starre, rigide Religion ausgesucht hatte und beim Kopftuch hatte er zunächst schon deutliche Einwände geäußert, aber nachdem ich es ihm erklärt hatte, hat er das akzeptiert. Probleme bekam ich viel heftiger von anderer Seite: Seitens der Familie vor allem. Habe da echt krasse Sachen erlebt, von Kontaktabbruch, Drohungen, schiefen Blicken bis zu bösen Kommentaren war alles dabei. Ok, es war nie so übel, wie Musliminnen selbst das erleben. Also ich wurde wegen meines „Fehlverhaltens” nicht mit dem Tode bedroht, das nicht, aber es war dennoch nicht gerade schön. Mit fast nichts kann man in dieser Gesellschaft negativer auffallen, erst recht als Frau!, als wenn man zum Islam konvertiert.

In Islamforen im Internet wurde dann tatsächlich zu mir gesagt, ich müsse mich scheiden lassen… (nach islamischen Vorschriften darf eine Muslima nicht mit einem „Ungläubigen” verheiratet sein). Ich hab mir da jede Einmischung verboten und strikt mein Privatleben nach außen abgeschirmt. Das mit mir und meinem Mann ging niemanden etwas an, nur uns beide. Was sollten sie dazu schon sagen? Wer hätte Druck machen können? Ich entstamme ja schließlich keiner Moslemfamilie. Schlimmer war aber das schlechte Gewissen! Dass ich ja eigentlich unmuslimisch handle, wenn mein Mann kein Moslem ist. Und ich war mir immer dessen bewusst, dass die Muslime in meiner näheren Umgebung nicht dem Mainstreamislam angehören. Ich hatte mir damit eine bequeme Nische gesucht. Das wusste ich. Man hat aber oft darauf gedrängt, dass mein Mann auch zum Islam kommt. Oft habe ich gesagt: Mal sehen. Nur um meine Ruhe zu haben. Ich habe sie immer wieder vertröstet.

Es war stets ein ungutes Gefühl, zu wissen, dass ich ja eigentlich nicht wirklich akzeptiert bin mit diesem Mann. Aber wie gesagt: Ich habe mir eben immer nur sehr liberale Moslems als Bekannte und Freunde ausgewählt, bin Moscheen und Moscheegemeinden immer aus dem Weg gegangen. Was andere Frauen diesbezüglich erleben, habe ich aber oft live miterlebt. Die hatten da weit weniger Glück als ich. Habe diesbezüglich schlimme Dinge erlebt. Das Gefühl, eigentlich von Muslimen aber eben gerade NICHT akzeptiert zu sein, war immer in meinem Hinterkopf präsent. Ich wusste, ich konnte so nie einfach in eine Moschee gehen und sagen, hey, ich liebe einen Christen. Wenn ich auf Muslime traf, die ich nicht näher kannte, habe ich immer meine privaten Verhältnisse verschwiegen oder manchmal sogar gelogen… Heute schäme ich mich dafür und kann nur noch den Kopf schütteln, zu was mich der Islam oft gebracht hat. Was er in mir ausgelöst hat. Also das war und ist selbst heute im Nachhinein weit schlimmer für mich.

Welchen Spruch ich dauernd zu hören bekam? Ich weiß, er klingt skurril, ja beinahe schon bizarr und unglaubwürdig: „Ich finde den Islam toll, wenn nur die Muslime nicht wären!” Besonders von Konvertiten hörte ich solche Aussagen nicht selten. Das hat mich immer wieder überrascht, weil es ja so unlogisch ist. Eine Frau sagte mir sogar, sie habe bewusst gar keine muslimischen Bekannten oder Freunde, sie gehe Muslimen aus dem Weg, habe nur schlechte Erfahrungen gemacht. Als ich sie fragte, wieso sie dann überhaupt Moslem sei, beharrte sie darauf, dass der Islam ach so toll sei. Ich erwiderte, es könnten sich ja nicht alle Muslime irren und den Islam falsch praktizieren. Ob sie sich denn nicht der Absurdität und der logischen Konsequenz ihrer Aussage bewusst sei? Nein, der Islam sei wunderbar, nur die Muslime nicht. Was soll man dazu sagen? Aber solche Kommentare sind mir oft begegnet, vor allem, wenn man mal leise Kritik äußerte. Ganz verschämt kamen dann im Geheimen all die Berichte, all die Klagen. Meist von Frauen. Und immer wieder heimlich, nie offen gegenüber anderen Muslimen. Nie in der Gruppe. Das war schrecklich. Dieses Klima der Angst, der strikten, allgegenwärtigen sozialen Kontrolle.

Kritik zu äußern kann bereits sehr gefährlich sein. Genau wie eigenständiges Denken und Handeln. Mit meiner damals besten Freundin, einer türkischer Studentin, hatte ich einmal ein Gespräch. Es ging über Männer und Frauen und diese leidige Geschlechtertrennung. Meine Freundin wirkte nach außen perfekt integriert, eine junge, hübsche, intelligente Frau. Aber das war nur das Äußere. Sie trug nicht mal Kopftuch. Dennoch war sie der felsenfesten Überzeugung, niemand könne allein für sich Entscheidungen für sein persönliches Leben treffen. Mann und Frau im selben Raum? Klar, bei Nichtverheirateten ist immer der Teufel dabei. Ich sagte: „Ach so, Mensch Mädel, was für ein Quatsch. Glaubst du im Ernst, ich gehe zu meinem steinalten Professor in die Sprechstunde, um über meine Magisterarbeit zu reden und ich wollte dem an die Wäsche? Ich bitte dich!” Sie: „Mag ja sein, aber der will es bestimmt, man kann nie wissen, nur Gott weiß das.” Ich sagte: „Ich kann allein entscheiden, ob ich Alkohol trinke. Ich kann damit umgehen, ich weiß, andere können es wirklich nicht, die sollten besser gleich die Finger davon lassen. Aber ich kann damit umgehen, ich entscheide selbst, ob und wie viel ich trinke.” Sie: „Nein, das kannst du eben nicht. Das kannst du eben nicht selbst entscheiden. Das entscheidet Gott für dich, weil Alkohol schlecht für dich ist.”

Und genau das ist das Problem! Kadavergehorsam bis zur völligen Entmündigung.

Zum Thema Kopftuch

Ich habe mich recht früh nach meiner Konvertierung dazu entscheiden, das Kopftuch zu tragen. Ich empfand es teilweise als religiöses Gebot, aber wenn ich ehrlich bin, war dieser Aspekt eher zweitranging. Wichtiger war vielmehr dies: Ich habe das Buch einer englischen Konvertitin gelesen, sehr interessant, aber auch extrem aufwühlend und abstoßend. Die Autorin bezeichnet das Kopftuch darin als „badge of belonging” (Zugehörigkeitsgefühl). Ich denke, dieser Ausdruck trifft es ziemlich gut. Ein Zugehörigkeits-Kennzeichen bzw. -Abzeichen, wie eine Art Ausweis, ein Identitätsbeweis…Wenn ich mir meine damaligen Beweggründe in Erinnerung rufe und sie kritisch hinterfrage, dann kann ich nur sagen, dass das Tuch auch für mich ein Symbol für Zugehörigkeit zu dieser neuen Religion war. Ich hatte Kontakt zu Musliminnen, als ich selbst noch nicht muslimisch war, da trug ich logischerweise kein Tuch, aber irgendwie fühlte ich mich davon magisch angezogen. Ich schäme mich beinahe, es zuzugeben, aber es war einerseits eine Art verklärte, verkitschte Romantik dabei….

Fremde Kulturen reizten mich ohnehin. Das Studium hat überdies mein bis dahin verschüttetes sprituelles Interesse wieder zum Leben erweckt. Aber bei Christen gewinnen sie als junge Frau Ende 20 keinen Blumentopf! Nicht mal in einer Großstadt… Leider. Esoterik war noch nie mein Ding, also habe ich mich dauernd beim Gang durch die Stadt gefragt: „Wer sind diese Frauen? Wer sind diese Muslime?” So kam überhaupt erst der Kontakt zustande… Ich fand diese Kopftuchdamen tatsächlich faszinierend, geheimnisvoll, anders. Das reizte mich ungemein. Als ich mich näher mit dem Islam beschäftigt hatte, wuchs außerdem meine Achtung vor ihnen: Sie trugen das Tuch trotz all der Anfeindungen, erst recht seit 9.11.2001 (Flugzeuganschläge auf das World Trade Center in New York). Als ich dann selbst Muslimin wurde, da wollte ich schon dazugehören. Ich gebe es zu, das war eigentlich mein wichtigster Beweggrund. Natürlich wusste ich stets, dass man auch ohne Tuch Muslimin sein konnte, aber das schien mir inkonsequent zu sein. Wenn schon, dann richtig…

Erwähnen möchte ich zudem den immensen Druck, der in der islamischen Community (Gemeinschaft) herrscht: Natürlich hat mich niemand gezwungen, das Tuch zu tragen, aber ich habe sehr oft erlebt, dass das Tragen des Tuches bei den meisten (!!!) nicht freiwillig ist. Selbst bei mir war es das nicht hundertprozentig. Ich spürte sehr subtil, dass das Tuch nötig ist, um wirklich dazu zugehören. Ich wusste immer: OHNE werden dir viele Fragen gestellt, meistens unangenehme. Fast alle Muslime sehen das Tuch als Pflicht. Das war mir klar. Dem beugte ich mich. Da wird oft argumentiert: „Ach nein, das stimmt nicht, das ist alles freiwillig. Wer es seiner Frau/Tochter aufnötigt, handelt gegen den Islam. Nein, das ist nicht richtig.“

Die meisten, die so argumentieren, sagen dann immer salbungsvoll: „Ja, es ist freiwillig, aber wenn du es nicht trägst, dann entscheidet Gott am Ende.” Aha! Na, und was wird der wohl sagen? Da fast alle Muslime der Meinung sind, das Tuch sei Pflicht*, das steht so im Koran, da kann sich eine Frau genau ausrechnen, wie Gott wohl reagieren wird, wenn sie kein Tuch trägt. Na klar! Ab in die Hölle! Wie oft habe diese Diskussionen miterlebt? Zu oft. Und Frauen waren dabei stets die schlimmsten Protagonistinnen (Befürworterinnen) dieses Zwanges. Ausgerechnet Frauen haben selbst am lautesten und deutlichsten ihre eigene Unterdrückung mittels Kopftuch eingefordert und verteidigt. Skurril, beschämend. Bis zum Schluss habe ich das wieder und wieder erlebt.

*Anmerkung: Im Koran gibt es keine Sure mit einem eindeutigen Anhaltspunkt, dass Frauen ein Kopftuch oder einen gesichtsverhüllenden Schleier tragen sollen. Jedoch beharren die klassischen Koraninterpreten darauf, dass es eine religiöse Pflicht für Musliminnen zum Tragen eines Kopftuches oder einer anderen Verschleierung gäbe. (Quelle: Kopftuch)

Wieso ich den Islam wieder verlassen habe?

Es handelte sich dabei eigentlich um einen äußerst komplexen, langwierigen inneren Prozess. Kurz gesagt, weil ich genau das erkannt habe, was in ihren Schriften und Broschüren steht. Weil ich so viele Erfahrungen mit Muslimen gesammelt habe, die mir zeigten, dass Islam nicht das war, wofür ich ihn hielt. Weil ich ähnliche Erfahrungen machte wie der ehemalige Islamkonvertit Barino (siehe Video Koran im Kopf). Weil ich letztendlich erkennen musste, was extrem schmerzhaft für mich war, dass der Islam eben doch frauenfeindlich, brutal, totalitär, rückständig, aggressiv etc. ist. Weil ich auch das Gottesbild anzweifelte (fromme Leistung, Zwangsbeterei, Koran nicht von Gott, Allah eher ein brutaler Despot). Islam bedeutet für mich Unterdrückung und Selbstaufgabe.

Ich las Mark A. Gabriels* Buch Jesus und Mohammed. Das öffnete mir die Augen über den sog. Propheten. Ein Mann, der nichts weiter ist als ein Mörder, ein Räuber, ein Kinderschänder, Vergewaltiger, ein skrupelloser Machtpolitiker und Judenhasser. Ein Mann, der nur nach weltlicher Macht und Reichtum strebte, der Kritiker umgebracht hat oder den Mord an ihnen in Auftrag gab. Der Menschen steinigte. Widerlich, wie Muslime diesen Mann anhimmeln und verklären. Und wie anders ist Jesus! Der Satz in der Bibel „Und wer von euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein” wurde für mich zum zentralen Wendepunkt. Jesus rettet die Ehebrecherin und vergibt ihr. Mohammed? Es ist mal wieder bezeichnend: Er sagt im Koran: „Wenn ihr 2 Ehebrecher schnappt, gebt ihnen 100 Peitschenhiebe.” (allein diese Strafe schon!!!) Und jetzt kommt der entscheidende Satz: „Lasst euch bloß nicht vom Mitleid mit den beiden abhalten, diese Strafe zu vollziehen.” (Sure 24,2) Oh Gott! Nur wegen dieses Satzes könnte ich nie wieder Moslem sein.

*Anmerkung: Marc A. Gabriel lehrte als Professor für Islamgeschichte an der Al-Azhar Universität in Kairo. Außerdem war er Imam an der Moschee von Gizeh. Als er an der Friedfertigkeit des Islam zweifelte, wurde er verhaftet, ins Gefängnis gesteckt, gefoltert und sollte getötet werden. Auch sein Vater wollte ihn töten, als er erfuhr, dass er sich zum Christentum bekannte. Als man ihn wieder frei ließ, floh er aus Ägypten. Aus Sicherheitsgründen und zum Schutz seiner Familie vor radikalen Islamisten änderte er seinen Namen in Mark (Marc) A. Gabriel. Heute lebt er in den USA. Davonberichtet auch das Video (in Englisch) mit ihm. Sehr zu empfehlen ist auch ein Auszug aus Mark A. Gabriel's Buch Islam und Terrorismus

Heute möchte ich unbedingt andere Menschen über den Islam aufklären.Wie nötig das ist, sieht man ja gerade im Moment bezüglich dieser unseligen Islamkonferenz wieder. Da wird wieder gelogen und die Bevölkerung getäuscht, dass es nur so kracht. Aber manchmal denke ich, die können oder wollen nicht anders. Sie müssten es als gestandene Männer und Frauen im Prinzip besser wissen, aber sie tun’s nicht. Besonders krass und widerlich fand ich, dass bezeichnenderweise pünktlich zu dieser Taqiyya*-Veranstaltung diese verlogene, aufgehübschte Studie (ach wie toll integriert die deutschen Muslime doch sind) aus dem Hut gezaubert und in der Presse lanciert wurde, um mal wieder die kritischen Stimmen im Keim zu ersticken und die Bevölkerung an der Nase herumzuführen. Bundesweit repräsentativ solle diese Studie sein und mit Vorurteilen aufräumen…. Ach ja? Muslime würden nicht in einer Parallelgesellschaft leben? Tatsächlich? Da kann, nein muss ich ihnen als Ex-Muslimin etwas anderes erzählen. Ich habe jahrelang für Muslime gearbeitet…

*Anmerkung: Taqiyya bedeutet im Islam die Erlaubnis, notfalls auch die Unwahrheit zu sagen. (siehe: Taqiyya)

Ich habe mit meiner Konversion den Fehler gemacht, den u.a. auch all unsere Herren und Damen Politiker und Politikerinnen machen: Ich habe den Islam nicht als das gesehen, was er wirklich ist. Salopp ausgedrückt, hätte ich besser auf meine Oma, Gott hab sie selig, hören sollen. Sie starb vor meiner Konversion. Sie hat also nichts mitgekriegt. Sie hatte aber immer einen coolen, sehr weisen Spruch auf den Lippen: „Du musst die Menschen nehmen wie sie sind und nicht wie sie sein sollen.” Wie wahr!!!!!!!! Denn genau daran hab ich mich nicht gehalten. Ich hab mir den Islam schöngeredet, bis ich total besoffen davon war. Aber ich habe immer im Hinterstübchen gewusst, wie der Islam wirklich ist. Das habe ich allerdings immer ignoriert und mir das Erlebte erneut schöngeredet. Gewalt gegen Frauen? Gegen Andersgläubige? Klar, alles nur Traditionen, hat nix mit dem Islam zu tun. Was dennoch nicht von der Hand zu weisen war, wie z.B. all die Hetze gegen Christen/Juden im Koran (siehe Suren: Sure 2,191 - Sure 4,56 - Sure 4,89 - Sure 5,33 - Sure 8,12 - Sure 9,5 - Sure 9,29 - Sure 9,52 - Sure 9,111 - Sure 61,4), der Vers, der das Schlagen von Frauen erlaubt (Sure 4,34), die blutige Biografie Mohammeds, das alles habe ich trotz heftigster Bauchschmerzen immer ignoriert.

Ich habe mir fast nur liberale Muslime ausgesucht. Ja, es gibt sie, diese Liberalen, es gibt auch tatsächlich emanzipierte Frauen. Aber sie stellen eine winzige Minderheit dar und das geben sie auch meist selbst offen zu (mir gegenüber jedenfalls). Sie entsprechen nicht dem Mainstreamislam (der islamischen Mehrheit). Sie sind nie emanzipiert-liberal aufgrund ihrer Religion, sondern ihrer Religion zum Trotz. Ihre Liberalität fußt auf ihrer Menschlichkeit, nicht auf einer totalitären Islamideologie. Das muss man trennen. Und genau das kapieren auch Politiker nicht.

Ich muss sagen, dass ich mein Leben lang, erst recht aber bei meiner Jobkrise nach dem Uniexamen, nach Sicherheit, Beständigkeit, Anerkennung, Gemeinschaft, Zugehörigkeit und Gerechtigkeit gesucht habe. Der Islam schien mir genau das zunächst zu bieten. Auch die starren Regeln und Gesetze gaben mir Halt. Aber sobald ich mich in meinem Leben wieder besser gefühlt und meine Krise überwunden hatte, da wurde mir schnell bewusst, wie sehr der Islam selbst in einer vermeintlich liberalen Ausprägung mein Leben, mein Denken, mein Fühlen einschränkt, wie mir der Islam den Lebenssaft abwürgt.”

Dieser Bericht kann sicher zweierlei erreichen. Einerseits vermittelt er Ausschnitte aus der Innenperspektive und zweitens macht er den Frauen und Männern Mut, die sich vom Islam lösen möchten. Karin hatte dabei den Vorteil, dass sie nicht in eine Moslemfamilie eingeheiratet hat, den sozialen Zwängen somit nicht vollständig ausgeliefert war und somit die Deutungshoheit für sich selbst bewahren konnte. Berücksichtigend, dass bei der Mehrzahl der Ausstiegswilligen dies nicht der Fall ist, so ist hier Staat und Gesellschaft gefordert, die Rahmenbedingungen für einen möglichen Ausstieg zu verbessern, notfalls mit Hilfe ehemaliger Muslime, die den Isman verlassen haben. (siehe: ex-muslime.de - Email-Kontaktformular - Kontaktadresse: Zentralrat der Ex-Muslime e.V. - Postfach 801152 - 51011 Köln - Telefon: 0177/5692413

Quelle: Bekenntnisse einer Ex-Konvertitin zum Islam

Siehe auch:
Deniz: Mein Leben vom Moslem zum Ex-Moslem
Ali Sina: Warum ich den Islam verlassen habe
Kurosch Farsi: Ansichten eines Ex-Moslems
Sultan Assawahri: Vom Islam-Terroristen zum Christen
Dündar Karahamza: Vom Muslim zum Christ
Mark A. Gabriel: Vom Islam zum Christentum

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1 Kommentar:

Susan hat gesagt…

Danke für den Beitrag. Ich bin "nur" Mensch und konnte und kann muslimische Frauen einfach nicht verstehen. Wie kann ich mich als Frau so klein machen. Es gibt für mich nur Menschen und die Grundidee der Menschen sollte der Humanismus sein und nichts anderes.