In den frühen Renaissance187, als Europa von einer religiösen Inbrunst überflutet wurde, haben christliche Frauen vorsichtig versucht, ihrer Spiritualität Ausdruck zu verleihen. Eine Möglichkeit bestand darin, einem Kloster beizutreten. Manche Klöster bestanden aus zwei Häusern, eines für Mönche und eines für Nonnen. Diese Anordnung hatte ihren Ursprung in der Notwendigkeit der spirituellen Beratung, der ökonomischen Hilfe und der Verteidigung von äußeren Angriffen. Bereits ab 514 n.Chr. leiteten einige Äbtissinen die Nonnenklöster. Aber im Gegensatz zu den früheren Klöstern, die die Leitung eines einzelnen Abtes als das Wort Gottes akzeptierten, folgten die Äbtissinen entweder den strengen Regeln des Heiligen Columban's188 oder den Regeln des Heiligen Benedikt's (Benedikt von Nursia).
187Das französische Wort Renaissance bedeutet Wiedergeburt. Bezogen auf seinen Ursprung bedeutet der Begriff die „kulturelle Wiedergeburt der Antike“. Im weiteren Sinne meint Renaissance daher die Wiedergeburt des klassischen Altertums in seinem Einfluss auf die Wissenschaft, die Literatur, die Gesellschaft, das Leben der vornehmen Kreise und die Entwicklung der Menschen zu individueller Freiheit im Gegensatz zum Ständewesen des Mittelalters. Im engeren Sinne wird unter dem Begriff Renaissance eine kunstgeschichtliche Epoche verstanden. Die Anfänge der Renaissanceepoche werden im 14. Jahrhundert in Italien gesehen. Als Kernzeitraum gilt das 15. und 16. Jahrhundert.
188Columban von Luxeuil (540 - 615 n.Chr.), ein irischer Mönch, ging 595 mit 12 Schülern nach Burgund in Frankreich und gründete dort die Klöster Luxeuil und Fontenay und in Italien das Kloster Bobbio, wo er 615 starb.
Aber viele Frauen benötigten eine andere Ansprache, um die spirituelle Begeisterung zu entfachen. Sie sehnten sich nach einem Leben, wie Christus es mit seinen Jüngern geführt hatte, keusch und arm, und sie wollten ihr Leben in den Dienst ihrer Mitmenschen stellen. Und sie wollten sich frei zwischen diesen Menschen bewegen, in ihrer Mitte leben, anstatt in einem Kloster eingeschlossen zu sein. Von den kollektiven Sehnsüchten dieser apostolischer Frauen, entwickelte sich die religiöse Bewegung, die sich die Beginen nannte. Hierbei handelte es sich um eine weibliche religiöse Gemeinschaft, die zwischen den Ordensgemeinschaften und den Laien angesiedelt war.
Die Beginen 2
Die Beginen 3
Die Beginen 4
Die Beginen 5
Die Beginen 6
Die Beginen 7
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