Bild links: Die in Pakistan geborene Islamkritikerin Sabatina James.
Von Michael Stürzenberger
„Das harmlose Gesicht des Islams ist zu sehen, wenn Muslime in der
Minderheit sind, das andere zeigt sich, wenn sie in der Mehrheit sind“.
So klar redet Sabatina James immer, wenn sie auftritt. In diesem Fall
in der gestrigen Hörfunksendung von Bayern 2 „Eins zu Eins. Der
Talk“. Sie war so in Fahrt, dass sie der vorsichtige, aber durchaus
passabel informierte Moderator kaum bremsen konnte. Sabatina James ist
spürbar auf einer Mission: Sie will über die
Gefährlichkeit des Islams aufklären, und das macht sie mit
großem Engagement. Sie weiß, wovon sie spricht, sie hat den
Islam am eigenen Leibe erlebt, kann sich überzeugend
ausdrücken und ist sehr sympathisch – ein Glücksfall für
die Islamkritik.
Sabatina James erzählt von ihrer Jugend in Österreich, wie
ihre Eltern sie nach Pakistan verschleppt hätten, um sie zu
zwingen, ihren Cousin zu heiraten. Sie sei in eine Koranschule
eingesperrt worden, wo man ihren Willen habe brechen wollen. Wieder
zurück in Österreich, habe sie die islamischen Fesseln
gesprengt und sei aus ihrer Familie ausgebrochen. Sabatina habe zum
Christentum gefunden und fände es empörend, dass jedes Jahr
160.000 Christen in der islamischen Welt umgebracht und hundert
Millionen verfolgt, unterdrückt und diskriminiert werden. Ihr
eigener Vater habe sie zum Tode verurteilt.
Sie schätze, dass in Deutschland jedes Jahr mindestens 30.000
muslimische Frauen zwangsverheiratet würden. 6000 Frauen begingen
aus reiner Verzweiflung Selbstmord.
Sabatina stellt den Propheten detailgenau als Mörder und
Frauensteiniger dar. Es empöre sie ungemein, dass der
50-jährige Mohammed ein sechsjähriges Kind geheiratet habe.
Aus all der Gewalt und der Unmoral, die ihr im Koran, der islamischen
Geschichtsschreibung und dem täglichen muslimischen Alltag
begegnet sei, habe sie den Ausweg zum Christentum gefunden. In Jesus
sehe sie den liebenden Gott, was sie am grausamen und rächenden
Allah immer vermisst habe.
Sabatina James in Höchstform. 45 Minuten spannendes
Radiogespräch, die sich mehr als lohnen [Moderation: Norbert Joa]:
Sabatina James:
Die zwei Gesichter des Islams [Audiodatei]
Ich habe mir die Mühe gemacht, das Interview für euch abzutippen.
Quelle:
Sabatina James:
Die zwei Gesichter des Islams
Norbert Joa im Gespräch mit Sabatina James: Ein Leben zwischen Islam und Christentum
Norbert Joa: Frau James, sie haben sich einer Zwangsheirat verweigert
und sind vom Islam zum Christentum übergetreten. Seit dem ist ihr Leben
sehr schwer geworden. Hadern sie nicht manchmal mit Gott?
Sabatina: Doch, ich hadere mit Gott. Vor allem, wenn ich sehr einsam
bin, wenn ich Sehnsucht nach meiner Familie habe, dann frage ich mich,
warum das nicht alles einfacher werden könnte, daß es ihre Herzen
berührt und sie vielleicht offener werden, weil, wenn Gott allmächtig
ist, dann kann Gott er alles bewirken. Aber es ist immer der freie Wille
des Menschen. Der Mensch muß halt auch wollen.
Joa: Frau James, seit dem Bruch mit ihrer Familie und dieser
Todesdrohung [durch die Familie] sind bald 10 Jahre vergangen. In
wieviel Orten haben sie denn seit dem gewohnt?
Sabatina: Ich glaube, ich bin so ungefähr 16 mal umgezogen. Das längste, wo ich an einem Ort gelebt habe, war ein Jahr.
Joa: Und immer aus Sorge, man möge [könnte] ihre Spur finden und ihnen
etwas antun. Deswegen ziehen sie weiter. Das Ganze hier, muß ich dazu
sagen, ausnahmsweise, ist eine Aufzeichnung, damit eben kein Gegner kurz
vor vier vor unserem Funkhaus ihnen auflauern kann. Aber was machen sie
eigentlich bei großen Liveauftritten? Ab und zu kommen sie geladen zu
Kongreßen. Geht da jemand mit?
Sabatina: Ich habe immer Polizeischutz, wenn ich öffentliche
Veranstaltungen habe, wo jeder hinkommen kann. Ansonsten mache ich keine
öffentlichen Veranstaltungen. Selbst bei den Gästen frage ich immer
nach, was für Leute da kommen.
Joa: Allerdings, andersherum sind ja jetzt 10 Jahre vergangen und
gottlob ist nichts passiert.. Vielleicht droht ja auch nichts mehr.
Sabatina: Ja, das ist so eine Sache. Ich habe 2006 Polizeischutz
bekommen, mein Opferschutzprogramm in Deutschland. Die haben ja auch
geprüft, ob überhaupt eine Gefahr für mich besteht und haben sich dann
entschlossen, mich in das Opferschutzprogramm aufzunehmen. Meine Familie
hat 2001 das Todesurteil über mich ausgesprochen, nach meiner
Konvertierung [Übertritt] zum christlichen Glauben. Ich habe sehr viel
über den Islam gesprochen. Ich habe über die Lehre des Propheten
Mohammed gesprochen und die Kritik am Islam bringt mir auch
Todesdrohungen ein. Bei uns schreiben die Islamisten [der
„Friedensreligion“] ganz offen an der Pinnwand, tötet alle Juden, alle
Christen, daß ich auf dem falschen Weg unterwegs bin.
Joa: Aber das muß ich an der Stelle schon einmal sagen, durch einen
Auftritt wie diesen, in Bayern 2 hören Zehntausende zu, da wächst jetzt
auch kein Gras drüber. Sie könnten doch auch sagen, ich halte jetzt
einmal ganz schön still.
Sabatina: Genau, und genau das finde ich, ist das größte Verbrechen, was
derzeit passiert. Wir haben zur Zeit die größte Christenverfolgung
aller Zeiten, jedes Jahr werden über 160.000 Christen ermordet und über
100 Millionen Christen leben zur Zeit unterdrückt, werden gefoltert und
die ganze Welt schaut zu. Es ist ein Völkermord, der da passiert in der
islamischen Welt. Ich habe, als ich 2008 in Pakistan war, mit den
Menschen gesprochen, die ihre [christlichen] Söhne verloren haben, die
hingerichtet worden sind. Und ich habe ihnen mein Versprechen gegeben,
daß ich nicht schweigen werde. Und das werde ich niemals machen.
Joa: Man spürt jetzt schon, wie sie Fahrt aufnehmen. [Sabatina
schmunzelt leise.] Es gibt auch Gegner von ihnen, die sprechen von einem
persönlichen Kreuzzug gegen den Islam.
Sabatina: Ich finde, es ist ja keine Tugend, den Islam zu verteidigen.
[Gut-]Menschen die glauben, sie sind besonders liberal und menschlich,
wenn sie eine andere Religion verteidigen, wie den Islam, die haben sich
meistens mit der Lehre des Islams nicht befasst. Sie leben da so nach
der
Ringparabel
„alles ist gleich“, wir beten ja alle zum gleichen Gott und irgendwo
gibt es ja in jeder Religion das Gute. Im Westen geht man einfach von
diesem humanistischen Gedanken aus, das Gute im anderen zu sehen. Das
Problem beim Islam ist, daß sogar das Verstellen [die Lüge] erlaubt ist
gegenüber Andersgläubigen.
Joa: Ihre harte Kernaussage zieht ihnen ja auch so viel Hass und Wut zu.
Gewalt gegen Andersgläubige, Intoleranz, Geringschätzung der Frauen.
Das entspringt nicht der Verirrung einer handvoll Islamisten, also
besonders Fanatischer, sondern ist wichtiger Teil des Koran. Aber da
gibt es doch auch andere Stellen. In der Bibel würde ich ja auch dies
und jenes finden, im Alten Testament. vor allem. [Im Neuen Testament
gibt es keinerlei Aufforderung zu Gewalt. Der Geist des Neuen Testaments
ist, liebe deinen Nächsten. Das Christentum beruht im wesentlichen auf
dem Neuen Testament. Jesus sagte, liebet eure Feinde. Mohammed sagte,
tötet eure Feinde.]
Sabatina: Genau. Es ist nur so, daß in jeder Religion der
Religionsgründer die höchste moralische Vorbildrolle hat. Im Islam hat
es Prophet Mohammed. Der Prophet Mohammed war über 50 Jahre alt, als er
ein sechsjähriges Mädchen geheiratet hat, Aischa. Sie war seine jüngste
Frau [Mohammed hatte insgesamt etwa 10 Ehefrauen].
Mit neun Jahren hat
er mit ihr die Ehe vollzogen [Geschlechtsverkehr gehabt]. Er hat einen
ganzen Stamm von Juden persönlich ausgelöscht, den Stamm Banu Quraiza
[Er hat etwa 700 bis 900 Männer des jüdischen Stammes auf dem Marktplatz
von Medina enthaupten lassen und die Frauen und Kinder in die Sklaverei
verkauft um sich davon neue Pferde und Waffen für weitere Kriegszüge zu
kaufen]. In der Bibel haben wir als höchstes moralisches Vorbild Jesus
Christus. Deshalb nennen wir uns ja auch Nachfolger Christi und nicht
Nachfolger Moses [Judentum]. Das hat Jesus gelehrt, als die Jünger ihn
gefragt haben, was ist das höchste Gebot und er [Jesus] hat gesagt die
Liebe.
Joa: Das ist ein Stichwort, um einmal ein bißchen Druck und Tempo
rauszunehmen [Sabatina lacht schallend], aber gerade bei dem Stichwort
fällt mir eben auch ein, sie haben durch diesen fundamentalen Streit
keinen Kontakt mehr zu Vater, Mutter, Bruder, Schwester. Ist das so?
Sabatina: Ich habe sie nicht mehr gesehen. Ab und zu habe ich Emails
geschrieben, mit meinen Geschwistern. Sie sagen, komm zurück, es hätte
sich alles geändert. Und wenn ich sie auf die Zwangsheirat anspreche,
dann sagen sie, ja, das war eine Verirrung durch unsere Mutter und das
hätte sich jetzt alles geändert.
Joa: Also, die reichen ihnen jetzt die Hand?
Sabatina: Ja, ja, die schreiben jetzt auch Emails und darin ist alles
OK. Jetzt, ist alles in Ordnung. Aber dann kommen wieder ganz wütende
Emails. Ich kann es dann oftmals nicht einschätzen. Mir ist einfach das
Risiko zu hoch. Ich arbeite tagtäglich mit jungen Frauen zusammen und
ich weiß, wie es nach hinten losgehen kann. Und ich würde, solange ich
nicht dieses Vertrauen habe, nicht wieder zu ihnen zurückgehen, denn ich
würde mich fragen, was die 180-Grad-Wende in ihnen ausgelöst hat, daß
sie auf einmal ganz anders geworden sind.
Joa: Aber sie reden jetzt doch so viel darüber. Also innerlich haben sie
nicht abgeschlossen, natürlich nicht, mit ihrer Familie?
Sabatina: Nein, ich liebe meine Eltern. Für mich ist es ein sehr hoher
Preis, den ich hier bezahle. Manchmal bin ich eher diejenige, die dann
sagt, so, ich gehe jetzt zurück, ich will nicht mehr, ich kann nicht
mehr. Es gibt diese Zeiten. Wenn ich krank zu Hause im Bett liege und
keiner kocht mir Tee und ich sehne mich nach Mama, die da wäre. Das sind
ganz normale Gedanken, die man hat als Kind.
Joa: Es gab wohl wirklich Tage, wo sie dachten, ja, ich habe Schande über meine Eltern gebracht.
Sabatina: Ja, aber dann sage ich immer nur, was war die Schande? Ich
habe im Endeffekt ein totalitäres System öffentlich dargestellt. Und
damit haben sie, glaube ich, ein Problem. Ich glaube, daß meine Eltern
das größte Problem mittlerweile damit haben, daß ich meine Geschichte
öffentlich erzähle.
Joa: Und heute tun sie es wieder, was die Sache gut und schwierig zugleich macht, für sie, nehme ich an.
Zwischeneinblendung - Joa: Mir gegenüber Sabatina James. Wie kann ich
sie beschreiben? Außer, äußerst attraktiv [Sabatina lacht und sagt:
„Danke“], lange schwarze Locken, ein ebenmäßiges Gesicht [Sabatina lacht
und sagt: „Oh, Gott, das ist zu viel jetzt, hör auf.], schwarze Augen.
Aber das ist auch gleich ein Punkt, daß die Gegner sagen, der geht es um
Auftreten, Geltungssucht. Das begegnet ihnen häufig.
Sabatina: Ja gut, also ich meine, das ist ganz klar, daß dann, wenn man
gegen so ein totalitäres System, wie dem Islam aufsteht, daß man dann
auch Feinde hat. Und da man bei mir keine Sachargumente gegen mich und
meinen Aussagen findet, greift man eben auf Nebenaspekte zurück.
Joa: Das wird bei Frauen gerne gemacht.
Sabatina: Ich find's lächerlich, daß ich dunkle Locken..., was soll ich jetzt machen?
Joa: Ein Pfarrer ließ sich einmal [zu der Aussage] hinreißen, „das Modell Gottes“.
Sabatina: (lacht) Das war der Pfarrer, der mich getauft hat. (lacht wieder)
Joa: Ich meine, worüber wir reden, daß ist so gar nicht zum Lachen. Ihre
Eltern meinten, die Familienehre ist beschmutzt, weil sie sich damals
der vorgesehenen [Zwangs-]Heirat mit dem Cousin wiedersetzten, als sie
15, 16 Jahre alt waren. Wir kommen noch genauer darauf zu sprechen. Und
dann auch noch zum Christentum konvertierten. Als sie vor 10 Jahren die
Bibel in die Finger bekamen. Warum war ihnen dann Gott und Jesus
sympathischer als Allah?
Sabatina: Weil Jesus eine völlig andere, konträre [entgegengesetzte]
Botschaft gebracht hat zu Mohammed. Er hat seine Feinde geliebt. Er hat
für seine Feinde gebetet. Er hat die Frauen geachtet. In einer Zeit, in
der Frauen nichts wert waren, in einer Zeit, in der Frauen vor Gericht
nicht einmal angehört wurden, weil sie keine Rechte hatten, hat er bei
seiner Auferstehung eine Frau als seine Zeugin. Er hat damit der Frau
eine große Würde gegeben. Das längste Gespräch, welches wir im Neuen
Testament finden, ist mit einer Frau, mit der Samariterin am Brunnen [
Johannes 4, 1-42
] und nicht mit irgendeinem Apostel. Und das ist das, was mir so extrem
gut gefällt an der Bibel. Jesus hat auch die Ehebrecherin verteidigt
[die im Islam gesteinigt werden soll]. Er hat sie nicht zur Steinigung
freigegeben, sowie der Prophet Mohammed. Ich habe immer Jesus mit
Mohammed verglichen und habe einfach gemerkt, Mohammed hat zum Töten
aufgefordert. Jesus hat sich nicht einmal verteidigt. Wenn Menschen im
Namen Jesus Morde begehen, dann ist das völlig gegen seine Botschaft.
Joa: Wir reden über's Neue Testament. Im Alten Testament da stehen auch
harsche Dinge drinnen, aber im neuen, das stimmt, das war ein gewaltiger
Klimawechsel. Sie sind, ich muß einmal klar machen, wo sie her kommen,
geboren im November [Sternzeichen Skorpion] 1982 im Dorf Dhedar, zwei
Autostunden vom pakistanischen Lahore, eine Riesenstadt. Allerdings
aufgewachsen auf einem Bauernhof, mit Mama, zwei Brüdern, einer
Schwester und einem fernen Papa.
Sabatina: Mein Vater war in Österreich und er kam alle zwei Jahre nach
Pakistan, um uns zu besuchen. Und dann hat er immer gesprochen, ja, in
Österreich da würden die Äpfel am Boden rumliegen und die Autos würden
darüber fahren und alles wäre so sauber. Es kam mir alles so
paradiesisch vor und ich habe mir gedacht, da leben die reichen
Menschen, da will ich hin [Sabatina lacht verschmitzt] Bei uns in
Pakistan, da gibt es nur Armut. Papa hat auch immer von seinem Kran
Fotos geschickt und mein Großvater und meine Großmutter haben sie alle
möglichen Leute gezeigt, denn wer so ein Riesending beherrschen konnte,
der war von Allah reichlich gesegnet [Sabatina lacht schallend].
Joa: Sie schreiben in ihrem Buch, das zwischen uns liegt, „Nur die
Wahrheit macht uns frei“, die Mutter war sehr streng, aber das wird gar
nicht so empfunden, denn überall war es so. Die Töchter hatten sich mit
um die Hausarbeit zu kümmern. Die Jungs natürlich nicht. Sie hatten vier
Kilometer Fußweg zur Schule, fanden es aber toll, weil sie als Mädchen
auf die Schule durften. Das war reihenweise bei den Freundinnen nicht
so. War das eine schöne Kindheit?
Sabatina: Insgesamt gesehen schon. Ich denke auch sehr oft daran zurück.
Da hatte ich auch noch meine Geschwister bei mir und das ist etwas, was
mir natürlich fehlt. Pakistan hat eine große Gastfreundschaft. Es ist
eine [Herzens-]Wärme da. Man muß keinen Termin ausmachen, um beim
Nachbarn vorbeizuschauen. Du kommst einfach vorbei. Und wenn dir Zucker
und Mehl fehlt, dann gehst du auch zum Nachbarn. Und es wird nie jemand
komisch angesehen. Und wir haben auch ein sehr hohes Ansehen in unserem
Dorf gehabt, weil mein Großvater islamischer Geistlicher war. Er war
Mullah. Und wenn irgendwelche Vorfälle waren, dann sind die Menschen
nicht zu irgendwelchen Gerichten gegangen, sondern sind zu meinem
Großvater gekommen. Er war der Imam, der die Gebete ausgerufen hat auf
den Minaretten und ich war sehr stolz darauf und habe darum auch den
Koran gelernt.
Joa: Sie waren auch sehr gläubig als Kind. Sie waren auch sehr froh, als
es kurz vor dem zehnten Geburtstag hieß, Papa holt uns alle ins
Paradies Europa. Sie haben das vorhin erzählt. Es war schön grün, sie
hatten einen Garten mit einem Apfelbaum im österreichischen Sarleinsbach
[Oberösterreich, Rohrbach]. Ich habe einmal nachgeguckt, es liegt
zwischen Passau und Linz. Und da haben sie in den ersten Wochen so über
alles gestaunt, habe ich so das Gefühl.
Sabatina: Also, vor allem diese Ordnung, die da war. [lacht] Auch an der
Straße. Alles fährt irgendwie wo Platz ist. Und die Frauen in Hosen, in
Jeans, so etwas habe ich in Pakistan nie gesehen. Das war für mich das
allererste Mal. Und dann diese Kurzhaarschnitte. Und dann kam diese
Nachbarin an, die uns gleich Töpfe gebracht hat. Ich habe aber auch eine
Nachbarin gehabt, die war unverheiratet und die hat uneheliche Kinder
gehabt. Ich weiß nicht, ob es ein oder zwei Kinder waren, aber auf jeden
Fall war es ein uneheliches Kind. Und da habe ich mich schon gefragt,
warum diese Frau noch lebt, denn sie würde bei uns [in Pakistan], weil
sie die Ehre der Familie beschmutzt hat, umgebracht werden. Auch die
Familie würde von der Gesellschaft verstoßen werden. Das war für mich
schon sehr gewöhnungsbedürftig.
Joa: Oder Wasserklos, oder Jungs und Mädels in einer Klasse. Das fand ich auch sehr interessant. Da waren sie ja sprachlos.
Sabatina: Wir hatten in Pakistan eine absolute Geschlechterapartheit
[Geschlechtertrennung]. Allein schon bei den Besuchen. Wenn wir in Linz
eine pakistanische Familie besuchen gegangen sind, [dann gingen] die
Mädchen mit den Mädchen, die Jungs mit den Jungs und die Männer mit den
Männern.
Joa: Wie gings ihnen denn mit dem berühmten Stichwort Integration? Die Sprache war sicherlich erst einmal verdammt schwer..
Sabatina: Für mich nicht. Ich habe kein Problem gehabt mit
Österreichisch. Wir waren sehr willkommen in diesem Dorf und das hat mir
auch sehr geholfen. Unsere Lehrer haben sich extrem bemüht. Wir haben
Nachhilfeunterrricht bekommen, wenn wir uns irgendwo nicht ausgekannt
haben...
Joa: Es kommt nicht die Geschichte von, wir fühlten uns fremd und einsam und wir spürten die Kälte?
Sabatina: Nein, überhaupt nicht. Wie gesagt, schon in den ersten Tagen
standen diese Frieda? [Nachbarin?] dort und in der Schule hatte ich eine
Lehrerin, Frau Kobler, die haben sich alle so bemüht, daß ich deutsch
lerne.
Joa: Gab es auch Freundinnen?
Sabatina: Ja, die Anita und die Maria, das waren meine ersten
Freundinnen, die ich in der Klasse hatte. Es ist alles schon sehr
freundlich gewesen.
Joa: Bei Freundinnen hingen die Bravo-Poster an der Wand, die trugen ja
auch Jeans und T-Shirt. Aber in den Anfangsmonaten, wie sah da ihr
Zimmer, ihre Kleidung da aus?
Sabatina: Also, am Anfang habe ich immer so ein gelbes Salva Kamis, die
pakistanische Nationaltracht, angezogen. Das ist eine Hose und ein ganz
langes Kleid, das über die Knie geht.
Joa: Das man ja nichts sieht.
Sabatina: Genau. Und dann habe ich auch noch so komische Spiegelchen da
drauf gehabt. Ich habe das Bild nämlich gestern noch gesehen. Ich habe
es gefunden.
Joa: In ihrem Zimmer gab es keine Bravo-Poster, nehme ich an.
Sabatina: Nein, aber ich wollte später unbedingt, den Angelo Kelly und Paddy Kelly [Kelly-Family], die mochte ich... [lacht]
Joa: Eigentlich recht harmlos.
Sabatina: Total, aber erstmal waren das Ungläubige. Das war eigentlich nicht gestattet.
Joa: Sie haben aber auch mitbekommen, wie ihre Eltern über ihre österreichischen Freundinnen gesprochen haben.
Sabatina: Ja, gut, ich meine, es liegt einfach daran, wir als Menschen,
aus dem Islam kommen. Der Islam bestimmt alles in unserem Leben, was wir
essen, was wir trinken, was wir anziehen, wen wir heiraten, wer unsere
Freunde sind, wer gut und wer böse ist. Und der Islam teilt die Menschen
in Muslime und Nichtmuslime ein. Muslime ist gleich Umma, Umma heißt
[islamische] Gemeinschaft und die anderen gehören eben nicht dazu. Und
Menschen, die religionsfrei Leben [Atheisten], das ist auch eine
Erfahrung mit Muslimen, die ich heute kenne, haben einen sehr schlechten
Stand im Islam. Und wir haben, zumindest Österreich, wo wir waren, als
religionsfreie Zone gesehen. Ich habe schon so Sprüche gehört wie, die
Bordelle sind voll, die Kirchen sind leer, denen ist nichts mehr heilig.
Das ist etwas, was viele Muslime verstört.
Joa: Und eine Frau mit kurzem Rock ist schnell eine Nutte.
Sabatina: Ja, das wird als unmoralisch empfunden, denn der Körper der
Frau ist überhaupt das Sexobjekt schlechthin und die muß sich verhüllen,
damit der Mann nicht in Versuchung gerät. Das ist halt die Auslegung.
Joa: Aber mit den Jahren haben sie Lust bekommen, sich eben so zu
kleiden. Sie wollten ja auch dazu gehören, zu der Gemeinschaft in der
Klasse, und fingen an, ein Doppelleben zu leben. Ich habe das wirklich
fasziniert gelesen.
Sabatina: Ja, ich habe mich immer doppellagig angezogen. Und das, was
ich nicht mehr haben wollte, habe ich immer in der Schule ausgezogen.
Ich habe auch Jeans getragen in der Schule. Aber auch im Hochsommer bin
ich langärmlig durch die Gegend gelaufen. Ich bin nicht mit den anderen
schwimmen gegangen. Auch wenn mal Geburtstagsfeiern waren oder
Klassenfeste, dann mußte ich immer irgendwelche Ausreden meinen Eltern
gegenüber erfinden, daß ich bei einem Schulfest mitmachen durfte oder an
einem Theaterunterricht teilnehmen durfte. Das wollte ich immer machen.
Ich war ja an einem Gymnasium, das einen Schwerpunkt in Musik und
Schauspiel hatte. Das war für meine Eltern etwas, das nur die
Prostituierten machten, Schauspielern oder Sängerin werden. Das ist kein
Beruf für ehrenhafte Mädchen.
Joa: Ein biss'l hat's sicher auch von Tennie-Rebellion gehabt, damals. Es war sicher nicht nur Glaubenskampf, oder?
Sabatina: Es ist einfach so, wenn man zwischen zwei Stühlen sitzt, zu
Hause bist du nicht islamisch genug, in der Schule bist du nicht
westlich genug. Du sitzt einfach zwischen den Stühlen, du weißt einfach
nicht, wo du hingehörst.
Joa: Und langsam, langsam, eskalierte das Ganze. Und weil das ziemlich schwierig ist, heißen sie auch gar nicht James.
Sabatina: James habe ich von einer verfolgten christlichen Familie aus
Pakistan angenommen. Die sind nach Deutschland gekommen. Damals, als
mein Buch erschienen ist, haben sie von mir erfahren und sie wissen, wie
viel Familien in Pakistan wert sind. Und sie haben gesagt, du bist für
uns wie eine Tochter. Du darfst unseren Namen annehmen.
Joa: Dieses Pseudonym schützt sie natürlich auch. Und ein biss'l auch
ihre Familie. Sie wollen da wahrscheinlich nicht noch weiter etwas
auslösen. In Pakistan sind sie geboren, mit zehn nach Österreich
gekommen und gerieten da in eine tiefe Krise. Sie waren fasziniert vom
Westen, auch von den Freiheiten, vor allem von den Frauenrechten. Und
doch ist es gelungen, mit diesem Doppelleben, erster Freund dann doch
mit fünfzehn, züchtiger Kuss, habe ich gelesen in diesem Buch,
Geheimtreffen...
Sabatina: Das war es dann auch schon [lacht]
Joa: Das wär gar nicht gegangen, zu sagen, ich habe einen Freund und wir gehen nur ins Kino. Punkt.
Sabatina: Nein, ich wußte von Anfang an, daß ich meinem Cousin in
Pakistan versprochen bin [Inzucht]. Meine Mutter hat mir das auch immer
wieder gesagt. Er hat auch immer wieder irgendwelche Briefe geschickt,
zu Beiram [das Osterfest, welches nach dem Fastenmonat, Ramadan, folgt]
und Kasetten, wo immer Liebesmusik dabei war. Dann mußte er immer dazu
schreiben, ich bin dein versprochener... Da weißt du schon Bescheid. Und
wenn meine Mutter dann immer in hooohen [extra lang gezogen] Tönen über
ihn gesprochen hat und über keinen anderen Cousin, dann weiß ich auch,
warum sie das gemacht hat.
Joa: Und sie haben es mit 13, 14, 15 gehört, wahrgenommen, aber verstanden nicht?
Sabatina: Ich habe mir gedacht, die wollen das [die Hochzeit] in Linz
machen, wenn es passiert. Er ist in Pakistan und ich bin in Linz, wie
soll das funktionieren? Man schiebt es auch von sich weg. Und dann lebt
man einfach so weiter.
Joa: Aber dann gab es eben diesen Riesenstreit, wegen diesem ersten
Freund und es gab wohl auch Schläge, das Wort Hure fiel und dann
Ausgangsverbot. Sie flohen in eine Notschlafstelle, sind dann noch
einmal heim. Da lief's dann besser. Aber dann habe ich mir gedacht,
warum haben sie sich darauf eingelassen? Um die Familienehre zu retten,
haben sie gesagt, na gut, ich flieg kurz mit, für ein paar Wochen nach
Pakistan und verlobe mich dort, mit dem. Das klingt so blauäugig.
Sabatina: Sie haben mir gleich am Anfang die Frage gestellt, glauben
sie, daß es noch besser wird, daß die Todesstrafe jetzt noch ausgeübt
wird usw.. Es ist ein Versuch gewesen, mit meiner Familie noch einmal zu
starten. Ich habe ihnen vertraut. Sie haben gesagt, du mußt nicht
heiraten, wenn du nicht willst. Sie haben auch gesagt, daß ich in
Pakistan alle Freiheiten habe. Ich darf dort eine Schauspielschule
besuchen. Dort darf ich dann schwimmen gehen, wenn ich will. Also alle
Freiheiten, die ich in Österreich nicht hatte, würde ich dann in
Pakistan haben.
Joa: Ein schweres Zuckerl.
Sabatina: Ja genau. Und deshalb bringe ich auch heute dieses Vertrauen
nicht zu meinen Eltern auf, wenn sie sagen, es ist alles wieder in
Ordnung, denn das haben sie damals auch gesagt und es ist immer schief
gegangen. Ich war ja nicht einmal in der Notschlafstelle. Ich war einige
Male in der Notschlafstelle und ich bin immer wieder nach diesen
Schlägen nach Hause gegangen. Immer, um ihnen eine Chanche zu geben.
Joa: und dann sind sie im Sommer 1999 mit in den Ferien nach Pakistan, in die alte Heimat gefahren. War's noch die Heimat?
Sabatina: Ja, Pakistan habe ich immer geliebt, werde ich immer lieben. Das ist ein Stück von mir.
Joa: Aber es kam, wie es kommen mußte. Dort vor Ort der liebestrunkene
Cousin steht schon da und die Eltern sagen, jetzt ist doch Hochzeit,
Heirat. Und der Papa flog dann ohne sie heim.
Sabatina: Sie haben mich in Pakistan zurückgelassen und sie haben
gesagt, so lange du nicht Salman, so heiß mein Cousin, heiratest, kommst
du nie wieder nach Österreich zurück. Dann bin ich in Lahore gewesen.
Es gab dort keine Norschlafstelle für Jugendliche, sondern dort gab es
das Haus meiner Tante, die für mich ein weiblicher Tyrann war, und dann
haben meine Eltern mich einfach verlassen. Ich hatte keine Papiere,
keine Dokumente, später habe ich herausgefunden, daß die Dokumente bei
meinem Onkel waren, aber...
Joa: Sie sollten in der Koranschule zur Besinnung kommen. Monate waren's
am Ende. Was für Erinnerungen bleiben an so eine Koranschule?
Sabatina: Große Wände - eingesperrt sein. Wir hatten keinen Ausgang.
Wenn wir raus wollten, wenn wir abgeholt wurden, mußten wir auch ein
Niqab [Gesichtsschleier] tragen, dass man nur die Augen sieht. Im Sommer
hat meine Lehrerin mal gesagt, ich soll auch die Handschuhe anziehen.
Auch die Haut von den Händen kann einen Mann in Versuchung bringen
[perfekte Gehirnwäsche]. Unsere Lehrerin saß immer hinter einem Vorhang
und hat von dort aus die Koransuren zitiert [in arabisch, was keiner
verstand]. Ich habe mich zum ersten Mal in meinem Leben so richtig mit
dem Koran befasst.
Ich habe [bis dahin] jahrelang den Islam und seine Tradition verteidigt
und die ersten Zweifel am Islam sind mir gekommen, als ich angefangen
habe die Übersetzung des Korans auf Urdu [pakistanische Nationalsprache]
zu lesen [falsche Übersetzung würde die Muslime nun einwenden, offenbar
halten sie alle Übersetzer für Dummköpfe] . Ich habe den Koran immer
auf arabisch gelesen, aber nie verstanden, was ich lese. Das war für
mich sehr schlimm, weil ich da erkennt habe, daß das, was meine Eltern
machen, im Endeffekt nicht gegen den Propheten Mohammed spricht, denn er
war selber ein alter Mann als er ein junges Mädchen geehelicht hat...
[Ich finde schon, daß da eine Menge gegen den Propheten Mohammed
spricht. So meinte sie es wahrscheinlich auch.]
Joa: Ein Kind, im Grunde.
Sabatina: Ein Kind, ja. Wir sind Sunniten, meine Familie, zumindest bin
ich es gewesen. [die Mehrheit der Muslime sind Sunniten, die Minderheit,
vor allem im Iran und im Irak, sind Schiiten] Sunniten folgen der
Tradition des Mohammed. [die Schiiten folgen der Tradition des Ali [1]]
Sunna entspricht der Tradition des Propheten Mohammed. Oftmals wird in
der Diskussion gesagt, das ist Tradition, das ist Kultur, das hat nichts
mit dem Islam zu tun. Aber dann muß man sich fragen, wessen Tradition
ist es. [Es ist] Die Tradition des Propheten.
- [1] Ali = Alī ibn Abī Tālib gilt den Sunniten als vierter und
letzter rechtgeleiteter Kalif (656-661), den Schiiten und Aleviten als
erster Imam). Er war ein Vetter und Schwiegersohn des Propheten
Mohammed, dessen Tochter Fatima er heiratete.
Joa: Die Rolle der Frau ist [ihnen] eben da bewußt geworden. Man braucht
[z.B.] zwei Frauen als Zeuginnen, um einen Mann zu wiedersprechen.
Sabatina: Weil der Islam davon ausgeht, daß die Frau kein
Verstandeswesen ist, sondern eher ein sexuelles Wesen, weil sie sehr auf
Emotionen bedacht ist und deswegen müssen zwei Frauen da sein. Das ist
schon sehr, sehr schwierig und daß der Mann auch die Frau züchtigen
darf. Er darf sie schlagen. Das steht im Koran ganz ausdrücklich [Sure
4,34]. Und es gibt die Sure die besagt: Frauen [Sabatina sagt „Weiber“]
sind eure Äcker. Geht auf eure Äcker, wann immer ihr Lust habt. [Sure
2,187]. Für mich ist dies eine Einladung zur Vergewaltigung in der Ehe,
was ja auch total oft passiert in Pakistan. [Muslime würden einem jetzt
sicherlich erzählen, unsere Frauen sind gleichberechtigt und würden dies
mit einem Koranvers unterstreichen, der sicherlich auch existiert. Die
Realität sieht allerdings anders aus.]
Pakistan ist ein Land, das vom Islam durch und durch infiziert [ich
würde sagen vergiftet] ist. Asma Jahangir, UN-Botschafterin aus Pakistan
sagt, sie rät keiner pakistanischen Frau zum Anwalt oder zur Polizei zu
gehen, wenn ihr Unrecht angetan wird. Es könnte sein, daß auch diese
Männer sie vergewaltigen. [Hier sieht man wieder einmal die ganze
Verlogenheit des Islam. Sie werfen dem Westen vor, er sei sündhaft und
unmoralisch. Aber im Westen würde kein Polizist eine Frau auf einer
Polizeiwache vergewaltigen.]
Joa: Aber jetzt muß ich an dieser Stelle einmal sagen, es gibt auch gute
Ehen und Ehemänner, die ihre Ehefrauen nicht schlagen in Pakistan. [Ja,
das stimmt. Neulich hat man einen gefunden, der wurde nämlich
regelmäßig von seiner Ehefrau verprügelt :-)]
Sabatina: Natürlich gibt es die. Pakistan besteht ja nicht nur aus
Menschen, die irgendwelche Tyrannen sind, um Gottes Willen. Pakistan ist
ein wunderschönes Land und ich liebe dieses Volk. Wir haben, was ich
vorhin schon sagte, eine Gastfreundschaft, wie ich sie noch nie irdendwo
anders gesehen habe [und was droht Islamkritikern?]. Ich liebe diese
Menschen. Das Problem ist nur, wenn ich vom Islam spreche, dann spreche
ich nicht von den Muslimen. Dann sage ich nicht, alle Muslime auf der
Welt sehen das so [aber fast alle Muslime folgen den radikalen Muslimen,
wenn's drauf ankommt, sei's aus Überzeugung oder aus Angst]. Die
Muslime haben auch ein Gewissen. Natürlich kannst du das Gewissen durch
den Koran töten und deine Frau trotzdem schlagen. Aber viele folgen
lieber ihrem Gewissen als dem Koran [darauf steht die Todesstrafe] und
die meisten kennen sich, Gott sei dank, im Koran nicht aus, weil er auf
arabisch gesprochen wird, haben wir einen großen Vorteil, denn die
Menschen wissen nicht, was drin steht.
Joa: Sie wußten dann ziemlich genau, was drin steht, nachdem sie hundert
Mal morgens um vier geweckt wurden und es bis Sonnenuntergang gelernt
haben.
Sabatina: Auswendig gelernt.
Joa: Der letzte Ausweg für sie überhaupt noch mal da raus und zurück zu
kommen, Silvester 1999. Jetzt weiß ich nicht, [war es die] Verlobungs-
oder Hochzeitsfeier, dann doch?
Sabatina: Mein Vater ist ja gekommen und hat dann eine Verlobungsfeier
gemacht. Sie wollten die Hochzeit erst dann feiern, wenn die ganze
Familie dabei ist. In Pakistan ist es unvorstellbar mit einem
Familienmitglied die Hochzeit zu feiern. Es müssen alle...
Joa: Sie waren ganz sicher, das ist die Vorstufe, nur Verlobung...
Sabatina: Natürlich, bei der Hochzeit unterschreibst du. Du
unterschreibst deine Heiratsurkunde und so. Das habe ich alles nicht
gemacht. Mein Großvater war da und er war der einzige, der im
islamischen Sinne gefragt hat, ob ich diesen Mann möchte. Und wenn er
sagt ja... denn das [war] der einzige Weg zurück [nach Österreich]. Die
wollten ein Visum für meinen Cousin und dafür mußte ich zurück nach
Österreich.
Joa: Haben sie auf dem Heimflug wirklich gedacht, das war es jetzt? Das habe ich alles hinter mir?
Sabatina: Ich habe gar nicht viel gedacht. Ich habe an meinen Vater
gedacht. Ich habe nicht gewußt, was ich über ihn denken sollte. Er hat
mich in die Hölle reingebracht und holt mich gerade von der Hölle wieder
raus. Ich wollte einfach Frieden mit meiner Familie. Das war das, was
ich wollte. Und ich habe mich gefreut, meine Schwester, meine Brüder und
meine Freundinnen wiederzutreffen. Das waren eher die Gedanken, die ich
da hatte und nicht, oh Gott, wie geht es weiter. Für mich war es
wichtig, daß ich in die Schule gehen kann und ich die Matura [Abitur]
machen kann.
Joa: Mir gegenüber Sabatina James, die erstaunlich viel strahlt, die
ganze Stunde. Trotz dieser drückenden Geschichte, wenn man überlegt, was
ihnen in den ersten 17 Lebensjahren widerfahren ist, von der gläubigen
Muslimin - dann ein enormer Druck - sie stimmen der Verlobung zu. Daheim
geht's weiter in Streit und sie lernen ausgerechnet über einen Christ,
Jan, die Bibel kennen. Da waren sie siebzehn, aber ich kann mir nicht
vorstellen, daß sie die daheim lesen konnten.
Sabatina: Ich habe die Bibel heimlich gelesen. Er hat sie mir zu
Weihnachten geschenkt. Das war eine Zeit, in der ich ihm auch erzählt
habe, daß ich zu Hause Druck habe, weil meine Eltern wollten, daß ich
die Heiratsurkunde unterschreibe. Ich habe ihm das erzählt, daß ich
diese Probleme zu Hause habe und er hat gesagt, du mußt beten. Und ich
war in der Koranschule und sagte, ihr Christen betet nur einmal am
Sonntag und wir beten fünf Mal am Tag [lieber einmal aufrichtig am
Sonntag, als fünf Mal aus Zwang jeden Tag] Und wenn ich ein Gebet
verpasst habe, weil ich in der Schule war, dann habe ich das zu Hause
nachgeholt [man sieht, die islamische Gehirnwäsche funktioniert
perfekt]. Ich war da so radikal unterwegs. Und dann hat er gesagt,
vielleicht betest du zum falschen Gott [Leute klärt mich bitte auf. Sind
das nicht beides monotheistische Religionen? Dürfe es da nicht nur
einen Gott geben? Wieso betet Sabatina nun zum falschen Gott?] Darum
habe ich versucht, zu ihm [Jan] den Kotakt zu meiden, weil ich dachte,
das führt mich irgendwie in Versuchung.
Aber er hat mir zu Weihnachten die Bibel geschenkt, mit ganz, ganz viel
Liebe, und man muß diese Person kennen, um zu begreifen, daß man das
einfach nicht ablehnen kann. Er hat so eine Frohnatur gehabt. Er hat
sich um mich gekümmert. Und ich habe sie nach Hause mitgenommen. Meine
Schwester hat nicht mehr in meinem geschlafen. Meine Mutter hat sie aus
meinem Zimmer rausgenommen. Sie haben ein Zimmer geteilt, weil sie
sagte, ich habe einen schlechten Einfluß auf sie. Wir hatten ein
Hochbett und ich bin darauf gegangen und habe in der Nacht auf diesem
Hochbett gesessen und habe Gott gefragt. Ich habe gefragt, Gott wer bist
du? Bist du jetzt Allah oder Buddha oder Krishna? Ich hatte auch Sikhs
gekannt [indische Religion, vergleichbar mit dem Hinduismus] und ich
hatte Hindus gekannt.
Und dann habe ich die Bibel aufgeschlagen und ich stieß auf einen Vers,
in dem stand, wenn ihr mich aus ganzem Herzen sucht, dann werde ich mich
von euch finden lassen [Gott mag offenbar Versteckspiele ;-)]. Es war
im Endeffekt auch diese Suche, auf der ich unterwegs war. Ich war immer
gläubig. Ich habe an Gott geglaubt, aber ich habe das erste Mal das
Gefühl gehabt, ich habe im Himmel angerufen und das erste Mal hebt
jemand ab [wie war da noch gleich die Telefon-Nummer?]. [Sabatina lacht
schallend] Ich habe ja auch als Muslimin immer gebetet...
Joa: Aber da war kein Anschluß unter dieser Nummer. [Sie hat ja auch immer zum falschen Gott gebetet. ;-)]
Sabatina: Das war einfach eine persönliche Erfahrung. Ein anderer Moslem
wird vielleicht eine andere Erfahrung machen. Meine Erfahrung war eben
die. Ich habe mich dann eben mit dem Neuen Testament befasst. Was ich
auch so schön empfand, war diese Liebe, die von Jesus ausgegangen ist.
Wenn ich mit einem Wort das Ganze zusammenfassen würde, dann würde ich
sagen, das, was mich angezogen hat, war die Liebe. Es ist nicht mehr
diese Rache, die Vergeltung [die im Islam dominiert und die ziemlich
abstoßend ist] und Mord auf Mord.
Jesus bezieht sich ja auch auf
Stellen, [im Alten Testamnent] in denen steht, Auge um Auge, Zahn um
Zahn, ich aber gebe euch ein neues Evangelium: Schlägt euch einer auf
die linke Wange, dann haltet ihm die rechte Wange hin [2]. Das heißt, er
hat auf die Gewalttaten im Alten Testament Bezug genommen. Deswegen kam
man mit dem Argument, na ja, das Christentum ist ja auch gewalttätig,
denn das Alte Testament ist so. Das geht gar nicht auf. [Mit anderen
Worten, Jesus hat jeder Gewalt abgeschworen. Und es ist falsch, Jesus
für die Gewalt des Alten Testaments verantwortlich zu machen.]
- [2] Was Sabatina allerdings auch nicht befolgt, denn sie ist
ständig auf der Flucht. Wie sinnvoll ist diese Empfehlung von Jesus also
wirklich? Die friedliebenden Buddhisten folgten in der Zeit ab etwa
1000 n. Chr. genau dieser Empfelung von Jesus. Das Resultat war, daß die
Muslime die friedlichen Buddhisten fast ausrottenen. In der Zeit
zwischen 1000 bis 1500 n. Chr. ermordeten sie außerdem fast 80 Millionen Hindus , die dies allerdings nicht als gottgegeben hinnahmen, sondern sich gegen die Überfälle der Muslime zur Wehr setzten.
Ich bin jetzt zu etwa zwei Drittel mit dem Text fertig und ich hätte
nicht gedacht, daß es so lange dauert, den Text abzutippen. Aber ich
denke es lohnt sich, denn irgendwann ist das Audio vielleicht wieder
verschwunden. Und dann ist immerhin noch dieser Text da, hoffe ich
jedenfalls.
Joa: Deshalb gab's diesen Tag im April 2001, da waren sie 18 1/2, wo sie
sagten, ich werde meinen Cousin nicht heiraten, und übrigens, ich bin
heimlich zum Christentum konvertiert. Haben sie geahnt, was passiert?
Sabatina: Natürlich, man war schon damit nicht einverstanden, daß ich
den Cousin nicht heiraten will. Was würde passieren, wenn ich jetzt auch
noch sagen würde, Papa, ich will jetzt auch noch dem Islam abschwören.
Aber, daß sie dann wirklich so konsequent eine Todesdrohung
aussprechen... Als Kind hat man immer noch diese Hoffnung, Papa macht
das vielleicht doch nicht [Als Kind unterschätzt man die Wirkung der
islamischen Gehirnwäsche.].
Joa: Er hat's auch nicht gemacht. Er hat's auch nicht getan.
Sabatina: Was? Die Drohung hat er aber ausgesprochen. Und das ist das,
was ich gemeint habe. Ich habe nicht mal an die Drohung wirklich
geglaubt, daß das passieren wird. Es ist ja oft so, wenn man
konvertiert, dann kommt man drei Tage ins Gefängnis. Da wird man
gefoltert und wenn man es dann trotzdem nicht bereut, dann wird man halt
umgebracht. [Islam = die „Religion des Friedens“. Manchmal muß ein
klein wenig mit Folter nachgeholfen werden, um die Menschen davon zu
überzeugen. Wenn auch die Folter nicht hilft, dann hilft vielleicht eine
Enthauptung.] ;-(
Es ist für mich damals so gewesen, daß ich dann zur Polizei [in
Österreich] gegangen bin. Ich habe damals im Leben nicht daran gedacht,
öffentlich darüber zu sprechen. Ich hatte panische Angst. Ich bin
dahingegangen und habe gesagt, mein Vater will mich umbrigen, ich bin
Christin geworden. Und dann hat der Polizist gemeint, na ja, dann werden
sie halt wieder Moslem, Fräulein. [Das zeigt „wieviel“ Wissen der
Polizeibeamte vom Islam hatte.] Die Österreicher sind Pragmatiker
schlechthin, wenn sie meinen, jo, paßt schon, ist doch egal zu wem sie
beten, ob Jesus oder Mohammed. Und er hat sich nicht darum geschert.
Erst als ausgerechnet ein tunesischer Freund von mir dabei war und wir
die ganze Geschichte erzählt haben, da ist er [der Polizist] von einem
Extrem ins andere gefallen. Das was ihre Eltern gemacht haben, das ist
Freiheitsentziehung, das ist Körperverletzung und schwere Nötigung. Wir
müssen den Vater verhaften. Ich will nicht, daß sie meinen Vater
verhaften. Ich bringe mich um, wenn sie meinen Vater verhaften.
Joa: Sie lieben ihn noch?
Sabatina: Ja
Joa: Jetzt sind sie nach einigen Jahren auf der Flucht, auch mit ihren
Ängsten so weit gekommen, daß sie einen Verein gegründet haben [
Sabatina e.V.
], um hierzulande jungen Musliminnen beizustehen, die ähnliches
erleben, also Gewalt daheim oder Zwangsheiratspläne, Rechtlosigkeit. Das
klingt erstens nach einer größeren Parallelwelt, als wir denken, denn
wir sehen so viele Beispiele gelungener Integration und es sieht alles
schon so westlich aus und wie hilft man denen dann?
Sabatina: Ich glaube, daß es sehr wichtig ist, daß man Frauen Mut macht,
daß sie diesen Schritt gehen und daß man diesen Schritt [aus dem
Elternhaus] gehen kann. Und deshalb erzähle ich meine Geschichte auch
öffentlich. Eine meiner Mädels, die ich betreue, hat mir letztens eine
Karte geschenkt, auf der draufgestanden ist, du und deine Geschichte
sind so wertvoll für diese Welt. Und ich weiß, das sie mit „dieser
Welt“, ihre Welt meint. Das gibt mir dann so viel Kraft, dann auch
weiter zu machen. In Deutschland gab es jetzt diese Studie vom
Familienministerium, die leider wahnsinnig untergegangen ist, in der man
sagt, daß es über 3000 Zwangsheiraten jedes Jahr gibt, nur von denen,
die sich gemeldet haben.
Joa: Und doppelt so hohe Selbstmordraten, bei den Mädchen....
Sabatina: ... bei den muslimischen Mädchen [gegenüber nichtmuslimischen
Mädchen]. Ich gehe davon aus, wenn man die arrangierten Ehen [im Prinzip
auch Zwangsheiraten] dazu rechnet, müßten wir mindesten 30.000 Fälle
von Zwangsheiraten in Deutschland haben, denn die meisten Mädchen, die
ich kenne und die aus dem Islam kommen, suchen sich ihren Freund nicht
selber aus. [Sind die muslimischen Männer nicht ebenso arm dran?] Es ist
nicht normal, es ist nicht angesehen, daß man einen Freund hat, mit ihm
Zeit verbringt und dann irgendwann heiratet. Das kommt nicht in Frage.
Ich weiß nicht, von welchem Beispiel da ständig gesprochen wird in
unseren [gutmenschlichen] Fernsehtalkshows [3].
- [3] Der Spiegelredakteur Matthias Matussek, der schon häufiger
in solche Talkshows eingeladen war, schrieb einmal (ich rekapituliere
aus meinem Gedächtnis, weil ich die Quelle nicht finde): Zu jeder
Talkshow über den Islam, zu der er eingeladen war, waren in der Regel
vier Islambefürworter und ein Islamkritiker eingeladen. So manipulieren
die öffentlichen Fersehmedien die Bevölkerung.
Das sind die Vorzeigemuslime, die paar, die es geschaftt haben, Cem
Özdemir und Co. [Cem Özdemir hat zwar eine prominente Position bei den
Grünen, aber er würde aus Deutschland am liebsten
eine türkische Provinz machen. Von Integration kann da also nicht die Rede sein. Cem Özdemir: „Was unsere Urväter vor
den Toren Wiens nicht geschafft haben, werden wir mit unserem Verstand
schaffen!“], die deutsch sprechen. Das sind Menschen, die für
mich nicht unbedingt Repräsentanten [Stellvertreter] des Islam [für die
Integration] sind. Das sind Menschen, die Osama bin Laden als erstes
vernichten würde [wenn er noch könnte, aber er hat ja viele
Gleichgesinnte im Geist], wenn er hier herkommen würde, denn sie sind
Abtrünnige. Sie leben ja im Endeffekt [eine selbst erfundene]
Patchworkreligion [Fantasiereligion]. Sie nehmen sich im Westen, was sie
brauchen und sie nehmen sich vom Islam, was sie brauchen und sagen, das
ist unser Euro-Islam. Das kann man machen, ist auch gut so [Das finde
ich gar nicht gut so, denn sie stehen nicht dazu. Wenn's drauf ankommt
ziehen sie nämlich den Schwanz ein und folgen den radikalen Muslimen,
jedenfalls die große Mehrheit von ihnen.].
Joa: Sie kommen gleich wieder in Fahrt. Man fragt sich, sind wir denn
blöd, daß wir tolerant sind? Es gibt doch gute, gelungene Beispiele von
Miteinander.
Sabatina: [Immer noch in Fahrt.] Natürlich gibt es die, aber man muß
dazu sagen, daß es immer zwei Gesichter des Islams gibt. Das Gesicht des
Islam, wenn er in der Minderheitsposition ist und das Gesicht des
Islam, wenn er in der Mehrheitsposition ist. Zeigen sie mir ein einziges
Land, in dem der Islam an der Macht ist, wo die Muslime die Mehrheit
bilden, wo die Scharia, das islamische Recht angewendet wird und wo
Christen und Muslime friedlich miteinander leben und wo Christen
dieselben Rechte genießen, wie die Muslime. So ein Land gibt es nicht.
Und deswegen... [lacht, wohl über ihr Temperament]
Joa: Sie kommen schnell in Fahrt, aber es ist eine Glaubensfrage, im
wahrsten Sinne. Wir machen hier einmal eine Zäsur [eine Pause] und hören
[am Klavier] Martin Klein, aus Wien, übrigens: „Courage“ [4]
- [4] Wieso ist es eine Glaubensfrage, wenn weltweit die Christen
von den Muslimen unterdrückt, verfolgt, gefoltert und getötet werden?
Das ist keine Glaubensfrage, sondern bittere Realität und mit großer
Sicherheit die Zukunft, die auch Europa bevorsteht, auch wenn die Linken
und Gutmemschen davor krampfhaft die Augen verschließen.
Joa: Das Schlüsselwort heute in diesem Gespräch heißt Courage [Mut,
Tapferkeit]. Manchmal braucht man sie schon ein bißchen, auf einer Party
hier, wenn man sagt, ich bin Christ. Zwischen Spott und Befremden geht
es da hin und her. Ich mußte aber auch an einen Bekannten, Raschid aus
Tunesien, denken, damals als ich studiert habe. Der meinte, daß du
Christ bist, damit kann ich leben, aber daß die Mehrheit an nichts
glaubt, verachte ich. Das ist ihnen vertraut, die Einstellung? [5]
- [5] Wer sagt eigentlich, daß die Mehrheit an nichts glaubt?
Natürlich leben die meisten Menschen nach einer christlich geprägten
Lebensphilosophie [Religion], auch wenn ihnen dies nicht bewußt ist. Die
haben sie gewissermaßen mit der christlich-abendländischen Kultur
aufgesogen. Und selbst die, die behaupten sie seien Atheisten, rufen in
der Not auch nach Gott. Ganz tief drinnen sind wir alle irgendwo
religiös, auch wenn es bei dem einen oder anderen nicht sehr ausgeprägt
zu sein scheint. Aber glaubt mir, in einer Notsituation meldet sich
dieser Teil des Gehirns, ganz entgegen unseres logischen Denkens, das
uns sonst dominiert, laut und deutlich zu Wort. Es scheint im Gehirn
einen Bereich zu geben, der auf Religiosität anspricht. Jedenfalls
scheinen Gehirnforscher so etwas entdeckt zu haben.
Sabatina: Sehr, sehr. Menschen, denen nichts mehr heilig ist, werden von
den Muslimen sehr, sehr harsch [grob] beurteilt. Es ist für Muslime
sehr wichtig, daß sie an einen Gott glauben [das hat man ihnen ja auch
lange genug eingehämmert] und der Islam braucht eine Konkurrenz und wir
[mit „wir“ meint sie das Christentum] haben eine viel bessere Botschaft.
Joa: Na ja, vielleicht kommt man mit besser und schlechter...
Sabatina: Ich würde sagen...
Joa: ... anders
Sabatina: Nein ich würde sagen, besser. Ich würde nicht sagen anders,
wenn einer befiehlt, „Tötet die Ungläubigen“ oder, [Sabatina spricht den
folgenden Satz auf arabisch] „Wer seine Religion ändert, den tötet“,
gegen „Liebe deine Feinde und bete für die, die dich verfolgen“, dann
würde ich sagen, das Letztere finde ich besser.
Joa: Seltsame Rolle jetzt bei mir, aber es gibt ja auch frühe Suren von
Mohammed, da ist er sehr versöhnlich und auch sehr zugewandt. [6]
- [6] In der Zeit von 610 bis 622 n.Chr. als Mohammed noch in
Mekka lebte, versuchte er die Menschen friedlich von seiner Religion zu
überzeugen. Später von 622-632 n.Chr. nachdem er von Mekka nach Medina
geflohen war, hat er die Menschen, die nicht bereit waren, zum Islam
überzutreten, militärisch bekämpft und getötet.
Sabatina: Genau. Da war er in der Minderheitenposition, das sind die
mekkanischen Suren, von denen sie sprechen, die aber nach dem
Abrogationsprinzip ... [das heißt, die alten Suren wurden durch die neuen Suren ersetzt]
Joa: Ei, ja, ja, ja, ja
Sabatina: ... abrogiert wurden. Wie Sure 9 Vers 12, wo dann steht:
„Tötet die Ungläubigen, wo immer ihr sie findet.“ Und wenn man nicht
weiß, welcher Sure man glauben soll, dann nimmt man eben die jüngere
Sure. So sagt es die islamische Theologie.
Norbert Joa atmet tief aus, wegen des überschäumenden Temperaments von
Sabatina [Ist das ein Zeichen, daß er den Worten Sabatinas nicht
zustimmen mag?] und Sabatina lacht. Ja, Herr Joa, wer sich in solch eine
seltsame Rolle begibt, der hat bei Sabatina nichts zu lachen. ;-)
Joa: Aber mir fällt auch auf, es gibt ja das Stichwort, die Konvertiten, das sind die Glühenden inmitten der Lauwarmen.
Sabatina: Ich halte auch nichts von lauwarm [7] Lauwarme haben noch nie
etwas verändert. Ich bin entweder heiß oder kalt, aber nicht lauwarm.
- [7] Ich mag die Lauwarmen [Warmduscher] auch nicht, denn sie
sind langweilig, Herdentiere, die sich der grauen Masse anpassen,
Menschen ohne Format und Charakter, charakterlos.
Joa: Es gibt auch den Spruch „Viel Feind, viel Ehr.“ Der ist sehr
zwiespältig und zweifelhaft, ist aber bei ihnen ganz schön zutreffend,
denn im Spiegelportrait war vor kurzem eine Passage drin, daß es viele
Gründe gibt Sabatina James zu hassen, aus Sicht der Gegner. Ich würd'
sie bitten ausgerechnet diese Stelle einmal selber vorzulesen.
Sabatina: OK. [Sabatinas Feinde sind:] Da wären die Nazis. Ihre
[Sabatinas] Hautfarbe ist eindeutig dunkler, als die eines Ariers aus
Zwickau, die Islamisten, weil sie zum Christentum konvertiert ist, ihre
Familie, weil sie sich der Zwangsverheiratung entzogen hat. Für die
Linke ist sie zu konservativ, für Feministinnen vermutlich zu schön und
für den großen Rest unserer Partygesellschaft eine Zumutung, weil sie
eine völlig unzeitgemäße Vorstellung von Liebe hat und Sex vor der Ehe
ablehnt.
Joa: Und wenn das so ist, dann sind sie ganz schön einsam. [8]
- [8] Allein und einsam sind zwei verschiedene Dinge, Herr Joa.
Man ist nur einsam, wenn man sich nach etwas sehnt, z.B. nach einem
Menschen den man liebt und der einen liebt. Besteht diese Sehnsucht
nicht, dann ist man auch nicht einsam, auch nicht, wenn man alleine ist.
Die christlichen Mönche zu Beginn der Christenheit lebten ganz allein
in der nubischen Wüste [Ägypten, Sudan], auch die Yogis im Himalaya
leben sehr zurückgezogen. Aber sie waren nicht einsam. Erst in dem
Moment, wo eine gewisse Sehnsucht, ein gewisses (erotisches) Verlangen
aufkommt, welches man nicht befriedigen kann, fühlt man sich einsam.
- Ob man sich einsam fühlt oder nicht, hängt auch nicht damit
zusammen, ob man Gott kennt oder nicht, wie Sabatina es behauptet. Die
Frage ob man einsam ist oder nicht, wird allen durch die Physiologie des
Menschen bestimmt. Die Physiologie entscheidet darüber, ob wir
glücklich oder traurig sind, ob wir uns einsam fühlen oder nicht. Ist
man glücklich, dann fühlt man sich nicht einsam, egal, ob man an Gott
glaubt oder nicht und egal ob man allein ist oder nicht. Es könnte
allerdings sein, daß die Physiologie einer „übergeordneten“
[göttlichen?] Kraft unterliegt. Aber ich will das jetzt nicht weiter
vertiefen.]
Sabatina: Ich würde sagen, ich bin alleine. Aber wenn man Gott kennt,
wenn man Gott liebt, ist man nie einsam. Die Schönste und die beste
Entscheidung, die ich in meinem Leben getroffen habe ist, daß ich einen
Sinn habe, wofür ich lebe. Daß ich nicht da bin, um Essen, Schlafen und
Familie zu haben, sondern daß das Leben einen höheren Sinn hat. Den gibt
mir mein Glaube heute. Das ist die beste Entscheidung, die ich
getroffen habe. Das ist auch der Antrieb, für das, was ich heute tue.
Joa: Aber leben müssen sie auf Erden von etwas und das ist der Bucherlös, oder? Von uns z.B. gibt es kein Honorar.
Sabatina: Ja, ich habe das erste Buch, das erste Buch ist ja ein Bestseller geworden, Gott sei Dank... [
Sterben sollst du für dein Glück - 8,99 Euro, gebraucht ab 3,86 Euro ]
Joa: 200.000 Stück verkauft...
Sabatina: Und das zweite Buch ist ja gerade erst herausgekommen [
Nur die Wahrheit macht frei -16,99 Euro
]. Aber ich bekomme eine kleine Entschädigung vom Verein, das sind
jetzt keine Tausenden von Euros, aber davon kann ich leben. Ich lebe
kein Luxusleben, aber es ist auch OK, ich will mich an diesen Dingen
auch nicht bereichern, sondern ich will etwas verändern. [Sabatina nimmt
wieder Fahrt auf.] Christenverfolgung ist etwas, was heute nicht in der
Öffentlichkeit debatiert wird und kein Mensch weiß, daß es sie gibt.
Und für mich hat es auch etwas mit Mut zu tun, daß ich sage, OK, ich muß
den Leuten beweisen, daß diese Dinge existieren und dafür gehst du an
die Öffentlichkeit.
Joa: In jedem Fall haben sie es nicht leicht und das ist so oder so...
Sabatina: Ich würde mir ein leichteres Thema vornehmen...
Joa: Ich denke mir, zum Schluß, Frau James, wünschen sie eigentlich, daß
dieses wirklich schwere, wichtige, aber auch belastende Thema einmal
durch ein anderes abgelöst wird? Also von der Berufung zu einem Beruf,
'nem Job, neuen Aufgaben, 'ner Familie.
Sabatina: Nein, denn Gott sagt uns nicht, daß das Leben leicht wird.
Aber er sagt uns, daß er uns durch die Schwierigkeiten trägt. Und ich
möchte eine gute Saat sähen. Ich frage mich, was hat die Welt davon, daß
es mich gibt? Der Verein trägt dazu bei, daß ich das Leben von anderen
Frauen verändere. Wir retten Leben und das macht mich wahnsinnig
glücklich. Wir retten Menschen in Pakistan aus Gefängnissen, die wegen
Blasphemie [Gotteslästerung] zum Tode verurteilt sind. Unser Team setzt
sein Leben auf's Spiel in Pakistan, um die zu Tode verurteilten
rauszuholen.
Joa: Frau James, im November werden sie 30 und ich habe irgendwelche
Gerüchte gehört, daß sie die vielleicht die Feier in den USA erleben.
[9]
- [9] Bei einem Interview mit Matthias Matussek
sagte sie, daß sie 2012 in die USA ziehen [auswandern?] will. Dort
wohnt auch ihre Freundin Ayaan Hirsi Ali. Es ist außerdem die Rede
davon, daß sie im März 2012 in New York auf dem „Women in the
World-Kongreß“ sprechen soll. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sich das
auf Ayaan Hirsi Ali oder auf Sabatina bezieht.
Sabatina: Ja, kann schon sein. Ich werde jetzt schon einmal nach Amerika gehen und nehme an, daß ich...
Joa: Da gibt es aber auch ganz schön viele christliche Eiferer, muß man auch mal sagen.
Sabatina: Es kommt darauf an, was man unter Eiferer versteht.
Joa: Fundamentalisten.
Sabatina: Was ist ein Fundamentalist in ihren Augen?
Joa: [Menschen] Ähnlich wie [der amerikanische Präsident] George W.
Bush, [die] auch vom Kreuzzug, diesmal [aber] anders herum, sprechen.
[10]
- [10] Mir scheint, Norbert Joa ist auch so ein Multikultiträumer,
auch wenn er es gut versteckt. Das fiel mir oben schon auf, als er von
den vielen integrierten Muslimen sprach oder als er einmal ganz tief
Luft holte, als Sabatina gerade in Fahrt war. Ja, wenn man im
Rotweingürtel lebt, dann bekommt man von der Islamisierung natürlich
nicht so viel mit. Eine rosarote [linke] Brille erfüllt dieselbe
Funktion. Irgendwann werden wir vielleicht froh sein, Herr Joa, wenn wir
einen Präsidenten [Bundeskanzler] haben, der den Islam mit aller Kraft
bekämpft und nicht diese lauwarmen und feigen Politiker, die uns heute
regieren. Und wenn es so weit ist, Herr Joa, dann werden auch sie sich
wünschen, es gäbe solche Politiker. Aber ich glaube, darüber haben Leute
wie Herr Joa noch gar nicht nachgedacht. Solche Leute haben oft keine
Kinder und viele von ihnen denken, nach mir die Sintflut.
Sabatina: Also, für mich ist das Gefühl, daß in Deutschland jeder
Mensch, der eine klare Position zu einer Sache hat, als Fundamentalist
abgestempelt wird [Islamkritiker werden auch gerne als Rassisten oder
Nazi's beschimpft], weil man dadurch versucht, seine eigenen lauwarmen
Ansichten zu überdecken und weil man selber nicht weiß, wofür man steht.
Es ist besser, den anderen zu degradieren, indem man einfach sagt, die
bist Fundamentalist, dann muß man natürlich nicht sein eigenes Leben
hinterfragen. Ich halte nicht viel von Herrn Bush und auch nicht viel
von denen, die im Namen Gottes morden, weil dies nicht dem Auftrag
Christi entspricht.
Joa: Wir halten fest, ganz zuletzt. Die
Antrittsenzyklika : „Gott ist die Liebe.“ [Enzyklika = Rundschreiben] des Papstes.
Sabatina: Ja, das ist es.
Joa: Das wird es in allen Varianten, hoffe ich doch, in allen Weltreligionen geben. [11] Alles Gute und danke daß sie da waren.
- [11] Er will damit sagen: Islam ist Friede. Mir scheint, solche
Menschen wie Norbert Joa schieben die Realität immer weit von sich. Sie
wollen davon nichts wissen. Andererseits ist er natürlich auch ein Opfer
der Meinungsfreiheit, die es Moderatoren und Journalisten nicht mehr
erlaubt, offen und ehrlich ihre Meinung zu sagen. Denn wenn er etwas
anderes sagen würde, dann müßte er Angst um seinen gut bezahlten Job
haben oder Angst haben von Muslimen ermordet zu werden. Sie weit ist es
schon mit unserer Meinungsfreiheit. Sie existiert nur noch in
beschränktem Umfang. Aber es war ein tolles Interview. Schade, daß
Sabatina nach Amerika geht. Sie wird uns fehlen. Hoffentlich kommt sie
bald wieder zurück nach Deutschland.
Die Anmerkungen in eckigen Klammern sind vom Admin. Entschuldigt meine
Kommentare, aber als [staatlich diplomierter] Besserwisser mußte ich
hier und dort die gelbe oder rote Karte zeigen. Demnächst werde ich sogar
meine Doktorarbeit schreiben. Dann dürft ihr mich alle Dr. Besserwisser
nennen. ;-)
Siehe auch:
Video: Sabatina James beim „Kölner Treff“ (10:00) - oder
HIER
Video: Sabatina James im Gespräch mit Michael Hirz (31:57)
Sabatina James:
Das Modell Gottes
Der Leidensweg der
Sabatina James
Sabatina James:
Hübsche Konvertitin präsentiert hässlichen Islam
Mehr zum Thema Islam
Videos zum Thema Islam
Aktuelles aus Islam & Politik