InhaltsverzeichnisHartmut Krauss: Zur Schweizer Volksabstimmung gegen MinaretteNecla Kelek: Die Schweizer Entscheidung ist Zeichen für MisstrauenAlice Schwarzer: „Wir müssen handeln.“Roger Koeppel: Das Gespenst DemokratieChristine Schirrmacher: Wie der Islam die Christen siehtbild.de: Das Minarett-Verbot in der Schweiz erzürnt die MoslemsIslamkritiker Ralph Giordano rechnet mit Multikulti ab
Hier einige Lesetips zum Schweizer Minarettverbot von Hartmut Kraus vom
Hintergrund-Verlag, von der in Istanbul/Türkei geborenen deutschen Sozialwissenschaftlerin und Frauenrechtlerin Dr. Necla Kelek, von der Frauenrechtlerin und Herausgeberin der Zeitschrift „Emma“, Alice Schwarzer und von Roger Koeppel, dem Chefredakteur (Chefredaktor) und Verleger des Schweizer Wochenmagazins
Die Weltwoche. Dann folgt ein Beitrag von der deutschen Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Christine Schirrmacher über das Verhältnis des Islam zum Christentum und ein Artikel der Bildzeitung, die die Frage nach der Religionsfreiheit in den islamischen Ländern stellt. Zum Schluß rechnet der deutsche Journalist, Schriftsteller, Regisseur und Islamkritiker Ralph Giordano mit Multikulti ab.
Zur Schweizer Volksabstimmung gegen Minarette TopGastbeitrag von Hartmut Krauss
01.12.2009: Seien Sie mutig, bringen Sie ein wenig Phantasie auf und stellen Sie sich bitte, auch wenn es schwer fällt, einen Moment lang vor, in unserer spätmodernen Gesellschaft existierte tatsächlich so etwas wie „Demokratie sans phrase“ (Demokratie, wie sie im Buche steht) im Rahmen einer öffentlichen Kommunikationskultur, die von den Grundsätzen des herrschaftsfreien Diskurses getragen würde. Mit der vorherrschenden Verharmlosung und Schönfärberei der islamischen Herrschaftskultur wäre es in dieser nach den Regeln der Habermasschen Utopie funktionierenden Republik aufgrund folgender Prämissen schnell vorbei: Zum einen gäbe es dann chancengleiche Artikulationschancen für fortschrittlich-menschenrechtliche Islamkritik in den Medien sowie eine damit verbundene Domestizierung
1 der islamophilen (islamfreundlichen) Verleumdungskartelle und zum anderen gehörten Plebiszite (Volksabstimmungen) über gesellschaftspolitische Grundsatzthemen zum Grundinventar des politischen Teilhabesystems.
1Im übertragenen Sinne wird der Begriff hier benutzt, um die Entschärfung oder auch Verfälschung einer ursprünglichen Idee zu bezeichnen.
In der Schweiz gibt es immerhin Letzteres und so sind dort, trotz postdemokratischer Verhältnisse im Mediensektor und starker islamophiler Seilschaften, politische Überraschungen möglich. Eine solche hat sich gerade jetzt ereignet, da sich die „Initianten“ eines Referendums gegen den Bau von Minaretten mit einer klaren Mehrheit von 57,5% durchgesetzt haben. Das Ergebnis ist eine große Überraschung für all jene, die in diesem Kontext immer noch an die Unabhängigkeit von Meinungsumfragen und die „repräsentative“ Vertretung (statt Verschaukelung) des „Stimmvolkes“ durch die etablierten Parteien glauben. Tatsächlich erfolgte diese Abstimmung gegen die Regierung, gegen sämtliche Parteien außer der „nationalkonservativen“ SVP (Schweizerische Volkspartei) und einer hierzulande unbekannten „Kleinpartei“ Eidgenössische Demokratische Union (EDU), natürlich gegen die christlichen Kirchen und selbstverständlich gegen das mediale Feudalwesen.
Die Ursache für diese „Überraschung“ liegt auf der Hand: Es ging bei dieser Abstimmung nicht etwa nur um das Für und Wider des Baus von Minaretten, sondern um eine symbolische Abstimmung darüber, ob der von der herrschenden „Elite“ abgesegnete Vormarsch und die Etablierung einer menschenrechtsfeindlichen Herrschaftskultur von der einheimischen Bevölkerung passiv erduldet wird oder nicht. Dass dieser freche und obendrein erfolgreiche „Widerstand“ von den herrschenden Meinungsmachern nun in einem hysterischen Rachefeldzug in den Kommentarspalten niedergemetzelt werden dürfte, wird die Gräben noch vertiefen.
Sehr aufschlussreich, ja nachgerade exemplarisch, waren in diesem Konflikt die Argumente der Herrschenden. Als wollte sie der gesamten islamkritischen Bewegung im Westen noch einmal eine echte Chance auf tiefere Einsicht geben und eine Lektion erteilen, hatte die Schweizer Regierung im Namen des Großkapitals unumwunden erklärt, worum es dem mächtigsten und ausschlaggebenden Flügel der „Freunde des Islam“ wirklich geht: Um die Wahrung von Profitchancen im Exporthandel sowie um reibungslose Verflechtung mit dem Islamkapital (das gerade in Dubai eins vor die Hörner bekommen hat - siehe:
Dubai ist pleite). Entsprechend groß war der Alarmismus, der immer wieder mit der Warnung vor Konsequenzen für die Schweizer Wirtschaft und für das Verhältnis zu den arabischen Staaten verknüpft wurde. Wer sich gegen Minarette, d. h. gegen den Islam und sein repressives und antiemanzipatorisches Regelsystem sowie sein irrationalistisch-herrschsüchtiges Weltbild wendet, schadet den Interessen der kollaborierenden Kapitalfraktionen, indem er die muslimischen Geschäftspartner verstimmt. Um diese bei guter (Geschäfts-)Laune zu halten und eine profitable Liason nicht zu gefährden, sind die westlichen Profiteuere bereit, nicht nur über die Menschenrechtswidrigkeit des orthodoxen Gesetzes-Islam hinwegzusehen, sondern den einheimischen Bevölkerungen die Ausbreitung islamischer Gegengesellschaften aufzubürden, diese zu erdulden und obendrein auch noch steuerlich zu finanzieren.
Um gleichzeitig die Hinnahmebereitschaft der Bevölkerung für dieses profitable Zusammenspiel der spätkapitalistischen Herrschaftselite (Großkapital plus politische Klasse) mit den Herrschaftsträgern des Islam zu fördern, werden u. a. folgende Strategien angewandt:
1) Übertragung der „Islamophobie“ (der Islamfeindlichkeit) der Herrschenden (Angst vor negativen Reaktionen und Sanktionen der muslimischen Partner) auf die Bevölkerung. D.h. die eigene Angst (um den Verlust von Profiten) wird auf die islamkritischen Kräfte projiziert und dort als „pathologisch“ denunziert.
2) Moralische Korruption durch gebetsmühlenartige Wiederholung der Toleranzaufforderung an die Bevölkerung: Erduldet und ertragt passiv die Festsetzung und Ausbreitung islamischer Herrschaftskultur in eurer Lebensumwelt! Dabei wird unterschlagen, dass Toleranz gegenüber einer menschenrechtswidrigen religiös artikulierten Herrschaftsideologie weder vernünftig noch moralisch, sondern irrational und selbstzerstörerisch ist.
3) Anrufung der „Religionsfreiheit“ als letztinstanzliches Dogma. Da der Islam nicht einfach eine „Religion“, sondern eine religiöse Weltanschauung und Herrschaftsideologie mit einem grund- und menschenrechtswidrigen Normenkatalog ist, ist es absurd, hier den Begriff der „Religionsfreiheit“ undifferenziert ins Spiel zu bringen. Der Islam lässt sich eben gerade nicht auf „Religion“ im Sinne spirituell-ritueller Gottesanbetung reduzieren, sondern ist untrennbar mit antiemanzipatorischer Gottesdienerschaft verknüpft, die sich auf alle Seiten des „weltlichen“ Alltagshandelns auswirkt bzw. gerade erst dort bewährt.
Als ideologische Hilfstruppen des postmodernen Kapitals fungieren längst jene funktionalen grünen, sozialdemokratischen und pseudolinken Kräfte, die mit ihrer multikulturalistischen, kulturrelativistischen und postalinistischen Ideologie den Islam beschützen und Islamkritik pauschal diffamieren. Im Sinne einer veralteten Schablone werden diese kapitalfunktionalen Verbände immer noch als „links“ etikettiert, obwohl sie sich doch längst vom Marxschen kategorischen Imperativ verabschiedet haben, „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein verächtliches Wesen ist“ (Marx-Engels-Werke 1, S. 385).
So stoßen wir immer wieder auf das absurde Phänomen, dass die rechtsreaktionäre Herrschaftskultur des Islam durch angebliche „Linke“ verteidigt wird, die damit das ideologische Geschäft des Großkapitals betreiben, während sich die List der emanzipatorischen Vernunft zur Not bis auf Weiteres auch konservativer Kräfte bedient, die, wie im vorliegenden Fall, wohl gar nicht ahnen, wie sie ihrer eigenen herrschenden Klasse in die Suppe gespuckt haben …
Quelle:
H. Krauss – Zur Schweizer Volksabstimmung gegen Minarette
Necla Kelek: Die Schweizer Entscheidung ist Zeichen für Misstrauen TopIslamkritikerin: Muslime müssen sich mehr öffnen.
30.11.2009: Nach Ansicht der Autorin und Soziologin Necla Kelek sind die Ängste und Unsicherheiten der Menschen in vielen europäischen Ländern gegenüber dem Islam von Muslimen und Moscheengemeinden selbst verschuldet.
Zur Volksinitiative in der Schweiz gegen den Bau von Minaretten sagte die türkischstämmige Islamkritikerin und Frauenrechtlerin: „Ich sehe dahinter nicht nur, dass populistische Menschen mit rechten Gedankengut im Kopf gehandelt haben. Ich sehe da auch Bürger, die besorgt sind, die sehr, sehr viele Fragen haben und seit Jahrzehnten keine Antworten, weder von Islamverbänden noch von türkischen Verbänden, darauf bekommen.“
Zwar betonte Kelek, sie lehne die Art und Weise ab, wie die Schweizer Initiative mit dem Thema umgegangen sei. Gleichwohl gebe es in der Schweiz vor allem deshalb Probleme zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen, weil viele muslimische Familien sich deutlich abgrenzten und zurückzögen: „Ich kenne keinen Moscheeverein in der Schweiz, der einen säkularen, bürgerlichen und fortschrittlichen Islam vertreten würde.“
Die öffentliche Debatte über den Islam sei keine inhaltliche Debatte: Es werde immer nur darüber debattiert, wie die Muslime ihren Glauben praktizieren wollten und „mit Anwälten gedroht“. Das mache vielen Bürgern Angst. Kelek weiter: Die politischen Parteien, vor allem die des bürgerlichen Lagers, müssten die Ängste „endlich ernst nehmen“, auch die Moscheenvereine müssten für „einen offenen Dialog werben.“
Sie können das vollständige Gespräch mit Necla Kelek mindestens bis zum 30.04.2010 in unserem Audio-on-Demand-Angebot hören.
MP3-AudioQuelle:
Necla Kelek: Die Schweizer Entscheidung ist Zeichen für Misstrauen
Alice Schwarzer: „Wir müssen handeln.“ TopDie gezielte Unterwanderung muslimischer Gemeinschaften durch Islamisten muss gestoppt werden.
Den vorletzten Silvester habe ich in Algier gefeiert. In meiner „algerischen Familie“. Wir haben bis nachts um vier getanzt, nach arabischen wie westlichen Klängen, klar. Wir, das war auf der algerischen Seite: Meine Kollegin Djamila, die fünf Jahre lang bei mir in Köln Zuflucht gesucht hatte, weil sie in ihrer Heimat in Lebensgefahr war; als unverschleierte Frau und kritische Journalistin stand sie ganz oben auf den Todeslisten der marodierenden Islamisten in den so genannten Années Noires (Kollaboration mit den Nationalsozialisten im Dritten Reich?), die über 100.000 Menschen das Leben kosteten. Neben ihr rockte ihre gläubige, unverschleierte Schwester Zohra mit Ehemann Zahar; ein Händler, der in die Moschee geht und gerne Wein trinkt. Und die Töchter Lili und Mounia, die es in den Schwarzen Jahren gewagt hatten, jeden Tag ohne Kopftuch zur Uni zu gehen, und die so manchesmal nur knapp überlebt haben. Nicht dabei war Djamilas alte Mutter, die jedes Jahr nach Mekka pilgert (und dort auch für mich betet).
Doch am ausdauerndsten tanzte der Sohn des Hauses, Ganoud, tief gläubig und tief lebenslustig. Wenn er mit uns durch die Stadt und an der Küste lang streifte, lautete jeder dritte Satz, mal ernst, mal lachend: „Alice, le prophet a dit…“ Natürlich habe ich ihn damit aufgezogen. Aber ich habe ihn auch ernst genommen. Und er ist bis heute mein Maßstab. Ganoud ist sauer über die „Arroganz und Hegemonie des Westens“. Und wenn ich mal wieder die Islamisten angreife, frage ich mich: Was würde Ganoud wohl dazu sagen? Es würde mich tief beschämen, wenn er eines Tages auch mich in einen Sack mit den „arroganten Westlern“ stecken würde. Bisher ist das nicht geschehen. Ganoud und ich, wir bleiben im Dialog. In einem echten Dialog.
Denn der falsche Dialog und die so lange praktizierte falsche Toleranz haben allen geschadet, nicht nur uns Westlern, sondern allen voran der Mehrheit der nicht-fundamentalistischen Menschen im muslimischen Kulturkreis, Gläubigen wie Ganoud und Ungläubigen wie Djamila.
Diese falsche Toleranz hat den Westen 30 Jahre lang wegsehen lassen: beim Iran, wo die Menschenrechte seit 1979 mit Füßen getreten werden; in Afghanistan, wo die Taliban mit Unterstützung Amerikas die sowjetischen Besatzer verjagten und 1992 die Terrorherrschaft übernahmen; in Tschetschenien, wo nicht nur die russische Soldateska von übel ist, sondern auch die Islamisten ein Problem sind, die bereits 1996 (!) die Scharia einführten; in Algerien, wo die so genannten „Afghanen“, die aus dem Krieg zurück gekehrten Söldner, das bis heute tief traumatisierte Land in den 1990er Jahren erzittern ließen; in Schwarzafrika, wo der von den Gotteskriegern gezündelte Flächenbrand unaufhaltsam um sich greift, und in Europa, wo wir es zugelassen haben, dass mitten unter uns Menschen als „die Anderen“, als BürgerInnen zweiter Klasse behandelt werden. „Die Kulturfalle“ nannte das die Fatwa-verfolgte Khalida Messaoudi-Toumi, die als Mathematiklehrerin jahrelang auf der Flucht war und heute algerische Kulturministerin ist.
Dabei war alles von Anfang an klar. Als ich 1979 zusammen mit einer kleinen Gruppe französischer Intellektueller wenige Wochen nach Machtergreifung Khomeinis im Iran war, dem Hilferuf entrechteter Frauen folgend, haben wir mit zahlreichen Verantwortlichen des neuen Regimes gesprochen: mit Ministerpräsident Bazargan (der wenig später ins Exil floh), mit Ober-Ayatollah Talegani (der später ermordet wurde) und mit den neuen Führerinnen der Iranischen Frauenunion (von denen bald viele spurlos verschwanden). Diese in Granit gemeißelten „Heldinnen der Revolution“ hatten den Schah mit der Kalaschnikow unter dem Tschador verjagt oder waren aus dem Exil zurück gekehrt.
Sie alle waren aufgeklärte und hoch gebildete Menschen. Und sie alle antworteten auf unsere Fragen: Ja, wir wollen den Gottesstaat! Ja, wir werden die Scharia einführen, das ist Allahs Wille! Ja, selbstverständlich steht dann Tod durch Steinigung auf Homosexualität oder Ehebruch (der Frau)! Und dabei lächelten sie liebenswürdig.
Nein, die Islamisten haben nie einen Hehl aus ihren Absichten gemacht. So wenig wie einst die Nationalsozialisten. Auch in „Mein Kampf“ stand ja schon alles drin. Auch damals hätten wir es wissen können, ja müssen. Und auch die fortschrittlichen Muslime haben lange, zu lange geschwiegen aus Angst, des „Verrats“ bezichtigt zu werden. Die ersten, die redeten, waren die Töchter, die sich nicht länger wegsperren und zwangsverheiraten lassen wollten.
Als ich damals nach drei bewegenden Tagen Iran wieder verließ, schrieb ich: „Sie alle waren gut genug, für die Freiheit zu sterben, sie werden nicht gut genug sein, in Freiheit zu leben.“ Und seither habe ich nicht aufgehört, in EMMA über den weltweiten Kreuzzug der Islamisten zu berichten und vor den Folgen zu warnen.
Mit der Folge für mich, dass mir das Etikett einer „Schahfreundin“ und „Rassistin“ angehängt wurde. Zahllose Artikel, ja ganze Bücher sind über die angebliche „Islamfeindin“ Alice Schwarzer veröffentlicht worden; meist kamen sie aus dem universitären, linken Milieu. Und oft von KonvertitInnen. Denn da hatte längst ein Schulterschluss stattgefunden zwischen Alt-Linken und Neu-Islamisten. Die alten Götter, Mao, Che Guevara, Pol Pot, sind tot, es lebe der neue Gott: Allahu akbar! (Allah ist der Größte!)
Seit Mitte der 1980er Jahre haben wir im Westen eine gezielte Unterwanderung der muslimischen Community (Gemeinschaft) durch die Islamisten zu verzeichnen. Ausgebildet werden die Agitateure in Iran, Ägypten oder Afghanistan, das Geld kommt aus Saudi-Arabien (mit dem auch wir gerne Geschäfte machen). Diese Rattenfänger erzählen den arbeitslosen jungen Männern, sie seien die Größten, und hätten das Recht, ihre sprachlosen Mütter ins Haus zu sperren und ihre freiheitsliebenden Schwestern unter den Schleier zu zwingen.
Zu den Fanatischsten gehören die KonvertitInnen, die eine große Rolle im pädagogischen und juristischen Bereich spielen. Auch innerhalb unseres Rechtssystems ist seit Anfang der 1990er Jahre eine systematische Unterwanderung zu verzeichnen. Ziel: Die „Islamisierung“ des Rechtsstaates, im Klartext: die Einführung der Scharia mitten in Europa. Partiell ist das bereits gelungen.
Ja, ich werde immer wieder gefragt, ob ich keine Angst hätte, die Islamisten zu kritisieren. Angst wovor? Selbstverständlich müssen wir handeln! Und ich schätze mich glücklich, wenn es mir gelungen sein sollte, zur Aufklärung über diese Dunkelmänner (und ihre Gehilfinnen) beigetragen zu haben. Und ich freue mich über die vielen freundlichen Gesichter in aufgeklärten Ausländervierteln, wo Frauen wie Männer mir zustimmend zuwinken.
Doch auf einem bestehe ich als Nicht-Muslimin auch weiterhin: Mir geht es nicht um den Islam als Glauben, dessen beunruhigenden Reformstau sollen die MuslimInnen bitte unter sich regeln, und zwar möglichst bald. Mir geht es ausschließlich um den Missbrauch des Islams als politische Strategie. Denn eines ist klar: Das ist der Faschismus des 21. Jahrhunderts. Und diesmal im Weltmaßstab.
Alice Schwarzer, 12.10.2009
Mehr von der Autorin über auf
emma.de,
Gotteskrieger und Schleier und
Die Gotteskrieger und die falsche Toleranz.
Quelle:
Wir müssen handeln
Das Gespenst Demokratie TopVon Roger Koeppel
Die Muezzine der Mainstream-Medien waren sich in ihrem Entsetzen einig: Der Volksentscheid der Schweizer, Minarette per Verfassung zu verbieten, sei völkerrechtswidrig, unmoralisch und eines weltoffenen Landes unwürdig. Die Süddeutsche Zeitung sprach von einem „Kollateralschaden der direkten Demokratie“. So könne es eben kommen, argumentierte herrenreiterlich der Korrespondent, „wenn das Volk nicht nur über Turnhallen oder Transrapidbahnen abstimmt, sondern über alles“. Im „Spiegel“ wie in der „Welt“ wurde in seltener Einmütigkeit von einem Sieg der Angst gesprochen. Diffuses Unbehagen, vage Befürchtungen hätten zu einem „schockierend deutlichen Erfolg“ von 57,5 Prozent Ja-Stimmen geführt. Die Schweizer, so wurden wir belehrt, hätten wider besseres Wissen für eine Annahme der umstrittenen Initiative gestimmt, da das Minarettverbot keine Probleme löse. Die bedauernswerten Schweizer, muss der Leser folgern, waren offenbar zu dumm, um die Implikationen (Auswirkungen) ihres politischen Willens zu verstehen.
Ein Gespenst geht um: die Demokratie. Demokratie heißt Volksherrschaft, und es gehört zu den Berufsrisiken dieser Regierungsform, dass das Volk manchmal anders denkt und fühlt als seine Regierung und seine medialen Interpreten. Der Minarettentscheid vom letzten Wochenende kam auch für die Schweizer überraschend. Niemand hatte erwartet, dass die Initiative an den Urnen siegen würde. Die Umfrageinstitute lieferten über Wochen hinweg detaillierte Fehlprognosen. Das politische Establishment, eifrig unterstützt von allen großen Zeitungshäusern, orchestrierte eine gewaltige Einschüchterungskampagne. Die Schweiz, hieß es, würde sich ins Abseits manövrieren mit dem Kampf gegen die Minarette. Plakate wurden verboten. Man malte das Schreckgespenst arabischer Boykotte an die Wand. Doch die Drohungen verfingen nicht: Bis weit in linke und liberale Milieus hinein muss die islamkritische Initiative Anklang gefunden haben. Noch selten war der Abstand zwischen den Eliten und den gewöhnlichen Bürgern in der Schweiz so groß.
Die besorgten Kollegen liegen daher falsch: Das Abstimmungsresultat vom Wochenende war nicht Ausdruck von Angst, sondern von Mut. Eine Mehrheit der Schweizer hat sich gegen alle Bevormundungen die Freiheit herausgenommen, eine andere Meinung zu vertreten als die von den Politikern und Intellektuellen gewünschte. Ein krauses Demokratieverständnis liegt der Auffassung zugrunde, dass eine Abstimmung nur in einer Richtung zu verlaufen habe. Demokratie ist die Staatsform der Alternativen: Nur in Nordkorea oder Kuba dürfen die Leute, sofern sie überhaupt gefragt werden, einen Stimmzettel ausfüllen, auf dem sich keine Auswahl bietet.
Ebenso abwegig sind jetzt aber auch die Bedenken, die von europäischen Funktionären oder deutschen Journalisten ventiliert werden: Gerade die EU hat sich unter der Ambition ihrer Staatswerdung zu einem Instrument der Demokratieverhinderung entwickelt. Viele Brüsseler Institutionen sind auf der Grundlage eines soliden Misstrauens gegen die eigenen Bevölkerungen von oben nach unten errichtet worden. In der Schweiz ist es genau umgekehrt: Hier hat sich die Demokratie als Staatsform des institutionalisierten Misstrauens von unten nach oben verfestigt. Initiative und Referendum, elementare Volksrechte, sind das Damoklesschwert der Bürger gegen die politische Klasse. Was in deutschen Zeitungen als „Kollateralschaden“ oder Ausfluss „diffuser Ängste“ schlechtgeredet wird, sind die wesenhaften „checks and balances“ (die Kontrolle der Verfassungsorgane) eines der ältesten Rechtsstaaten der Welt.
Was immer an unterschiedlichen Motiven hineinspielte, der entscheidende Grund für das Abstimmungsresultat darf nicht übersehen werden: In der Schweiz herrscht große Skepsis gegenüber dem Islam und vor allem gegenüber dem Integrationswillen der schnell wachsenden muslimischen Minderheit, die innerhalb weniger Jahre auf rund 400.000 Personen anschwoll. Die Schweiz ist stolz auf ihre säkulare Tradition. Noch bis 1973 gab es ein Jesuitenverbot, da man hinter dem Orden katholischen Fanatismus und Illoyalität zum Vaterland vermutete. Es ist nachvollziehbar und vernünftig, dass die Schweizer hellhörig bis kritisch werden, wenn sie sich mit einer Religion konfrontiert sehen, die im Unterschied zum Christentum ihren weltlichen Herrschaftsanspruch noch immer geltend macht. Das Minarett wurde als Ausdruck des politischen Islam bekämpft und als Markierung, mit der sich die Muslime von der säkularen Schweizer Leitkultur Richtung Parallelgesellschaft abgrenzen wollen. Ungeachtet dessen: Die Ausübung ihrer Religion bleibt den Muslimen weiterhin unbenommen. Von einer Einschränkung der Glaubensfreiheit kann keine Rede sein.
Während sich die deutschen Meinungsführer ihren heiligen Zorn über den Schweizer Volksentscheid von der Seele schrieben, meldeten sich ihre Leser mit ganz anderen Voten zu Wort. In der „Bild“-Zeitung ergab eine Publikumsumfrage eine Zustimmung von 83 Prozent zum Schweizer Minarettverbot. Beim „Spiegel“, der den Volksentscheid als „bedauerlich“ abqualifizierte, waren zwischenzeitlich rund 78 Prozent der Online-Leser gegen Minarette. Bereits laufen Versuche, den demokratisch ermittelten Volkswillen durch europäische Gerichtshöfe rückwirkend wieder umzubiegen. Dass solche Tendenzen in deutschen Medien unter dem Eindruck der Minarettabstimmung herbeigewünscht statt gegeißelt werden, stimmt nachdenklich. Der Islam ist eine problematische Religion, weil er die Trennung zwischen Kirche und Staat bis heute nicht zustande brachte. Indem sich eine Mehrheit der Schweizer gegen Minarette aussprach, legte sie ein beeindruckendes Votum ab für europäische Grundwerte.
C: R. Koeppel & FAZ, 1.12.09
Quelle:
Das Gespenst Demokratie
Wie der Islam die Christen sieht TopVon Christine Schirrmacher.
München - 02.12.2009: Die Stellung der Christen in der islamischen Welt: Eine geduldete Minderheit unter der Bedingung der Einhaltung gewisser Grenzen, aber immer Bürger zweiter Klasse. Christen nehmen in islamischen Gesellschaften eine Sonderstellung ein. Einerseits genießen sie gewisse Rechte, gelten sie doch nach klassischer muslimischer Auffassung nicht als ganz und gar Ungläubige. Andererseits sind sie in ihrer Religionsausübung etlichen Beschränkungen unterworfen.
Aussagen des Korans über die Christen und das ChristentumSchon im Koran werden Christen und Juden als „Schriftbesitzer“ bezeichnet (z.B. Sure 5,77), da Mohammed beide Gruppen als Offenbarungsempfänger anerkannte (d. h. die religiösen Gesetze wurden den Christen und Juden von Gott offenbart). Er unterschied sie damit grundsätzlich von seinen Landsleuten, die einem animistischen (naturreligiösen) Polytheismus (Vielgötterei) anhingen und deshalb von Mohammed als Ungläubige betrachtet wurden.
Mohammed hoffte zu Beginn seiner Übersiedlung nach Medina 622 n. Chr., dass auch Juden und Christen ihn ihrerseits als Propheten Gottes anerkennen würden. Sein Urteil fiel zumindest über die Christen zunächst recht positiv aus (weil er sie zu diesem Zeitpunkt für sich gewinnen wollte). So lobt Sure 5,82 die Liebe der Christen den Muslimen gegenüber, sowie ihre Bescheidenheit. Sure 3,110 betont, dass es unter den Christen wirkliche Gläubige gibt und Sure 5,65-66 versichert, dass Christen ins Paradies eingingen, wenn sie sich nur an ihre Offenbarung, das Evangelium, hielten.
Als Mohammed jedoch im Laufe der Jahre mit seiner Person, seinem Sendungsanspruch und seiner Botschaft bei Juden und Christen auf heftigen Widerstand stieß und seine Aufforderung an sie, sich dem Islam anzuschließen, von beiden Gruppierungen abgelehnt wurde (Sure 2,111; 5,15), wandelte sich auch sein Urteil über sie. Überall dort, wo die christliche Auffassung Mohammeds Botschaften widersprach, zog er den Schluss, dass die Schriftbesitzer ihre von Gott empfangene Offenbarung mit der Zeit verfälscht hatten.
Zu dieser Zeit, bald nach Mohammeds Ankunft in Medina, spätestens jedoch ab dem Jahr 624, fiel sein Urteil über Juden und Christen bereits wesentlich negativer aus. Während die Auseinandersetzung mit den Juden auf militärischem Weg geführt wurde und zur Vertreibung und Vernichtung dreier großer jüdischer Stämme in Medina führte (wobei er zwei jüdische Stämme (Banu Qainuqa und Banu Nadir) aus Medina vertrieb und sich an ihrem Eigentum bereicherte und etwa 700-900 Männer vom Stamm der
Banu Quraiza enthaupten ließ und die Frauen und Kinder in die Sklaverei verkaufte, um sich von dem Geld Waffen, Kamele und Pferde für weitere Kriegszüge zu kaufen), brachte Mohammed gegen die Christen vorwiegend theologische Einwände vor:
Sie glauben fälschlicherweise an die Dreieinigkeit und Gottessohnschaft Jesu (Suren 2,116; 5,72-73; 9,30) und sie „verdunkeln die Wahrheit mit Lug und Trug“ (3,71). Der Koran ermahnt die Muslime wohl auch zu dieser Zeit, sich nicht die Christen zu Freunden zu nehmen (Sure 5,51). Diese Äußerung wird bis heute von bestimmten muslimischen Gruppen häufig zitiert. Außerdem enthält der Koran mehrmals die Aufforderung, „Ungläubige“ zu „töten“ (z.B. Sure 4,89), wobei die Frage, wer in diesem Kontext als „Ungläubiger“ betrachtet werden muss, ganz unterschiedlich beantwortet werden kann.
In dieser geschichtlichen Entwicklung liegt der Grund dafür, dass sich im Koran beides findet, positiv anerkennende und negativ abgrenzende Aussagen gegen Christen und den christlichen Glauben. Allerdings überwiegen die negativen Aussagen eindeutig und sind zudem die späteren, d.h. aus muslimischer Sicht normativen (wichtigeren) Offenbarungen.
Christen sind also im Urteil des Korans gewissermaßen Teilgläubige: Die Anerkennung ihrer Offenbarung aus der Frühzeit und die späteren Aussagen über ihre theologischen Irrtümer ließen sie in den traditionell christlichen Ländern Nordafrikas und des Nahen Ostens, die muslimische Heere in den ersten Jahrzehnten nach Mohammeds Tod rasch eroberten, zu „Schutzbefohlenen“ (arabisch: Dimmis oder Dhimmis) werden. Sie mussten zwar nicht zum Islam konvertieren, aber in Anerkennung der muslimischen Oberhoheit nach Sure 9,29 eine Kopf- (arabisch: Jizya) und zeitweise auch eine Grundsteuer (arabisch: Haraj) entrichten.
Viele Quellen belegen, dass das Bemühen muslimischer Herrschaft dahin ging, die Zahl der Angehörigen christlicher Minderheiten sukzessive zu verringern und Anreize zur Konversion zu bieten bzw. durch Entzug von Rechten Druck auszuüben. Rechtlich waren Christen klar benachteiligt und stets nur geduldete Bürger zweiter Klasse, die etliche Einschränkungen und Demütigungen hinnehmen mussten. Dazu gehörte z.B. das Verbot, Waffen zu tragen, Pferde zu reiten, sowie häufig die Verpflichtung, muslimische Eroberungskriege durch Steueraufkommen zu unterstützen.
Der Status christlicher MinderheitenDiese geschichtliche Situation klingt auch heut noch in der islamischen Welt nach. Die christlichen Minderheiten sind dort normalerweise innerhalb ihrer kirchlichen Gemeinschaften geduldet, unterliegen aber in ihrer Religionsausübung nach außen starken Beschränkungen, sowie der Kontrolle und Oberaufsicht durch den islamischen Staat, der, je nach Land verschieden, den Rahmen für die religiöse Bewegungsfreiheit der christlichen Gemeinschaften steckt. Innerhalt dieses Rahmens kann die christliche Gemeinschaft existieren, andernfalls nicht. (Anmerkung: In Saudi Arabien dürfen z. B. keine Kirchen gebaut werden. Außerdem ist der Einführen von Bibeln und anderen christlichen Gegenständen, wie z. B. Kreuze, verboten. Auf dem Austritt aus dem Islam steht die Todesstrafe. - siehe:
Weltverfolgungsindex 2009)
Unter der staatlichen Oberaufsicht werden häufig die offiziell erforderlichen Genehmigungen für Reparaturen von Kirchegebäuden jahrelang verschleppt oder ganz verweigert, so dass Gebäude veralten und unbrauchbar werden. In einigen islamischen Ländern darf die Ausübung des christlichen Glaubens überhaupt nicht für die Öffentlichkeit sichtbar werden.
Immer wieder kommen in islamischen Ländern Übergriffe, ja teilweise Ausschreitungen gegen Christen und christliche Einrichtungen vor
2. Oft ist der offizielle Auslöser ein „Vergehen“, dessen sich Christen angeblich gegen Muslime oder den islamischen Staat schuldig gemach haben. Zwar befürwortet im eigentlichen Sinne weder der Koran noch die Überlieferung (die Hadithe, in denen die Äußerungen und Taten Mohammeds festgehalten sind) Rechtsverletzungen gegen die christliche Minderheit, auf der anderen Seite jedoch bedingt die Bandbreite der koranischen Urteile über die Christen verschiedene Auslegungsmöglichkeiten der Texte, deren sich Einzelne oder islamistische Gruppierungen immer wieder zur Rechtfertigung der Ausbildung von Gewalt bedienten. (siehe:
175.000 Christen werden jährlich ermordet)
2Im November 2009 gingen in Farshoot, 300 Meilen südlich von Kairo, etwa 3.000 Moslems gegen christliche Dörfer vor. Sie plünderten etwa 50 christliche Geschäfte und zündeten etliche von ihnen an. Außerdem gingen sie gegen viele tausend Christen vor. Sie schlugen sie und vertrieben sie aus ihren Häusern. In den Wochen davor haben sie fünf Christen getötet.
Quelle:
3.000 Muslime terrorisieren koptische Christen in ÄgyptenHinzu kommt, dass der Islam aufgrund seines „Drei-Klassen-Systems“ (Ungläubige – Schriftbesitzer – Muslime) die Muslime als die religiös und gesellschaftlich Bevorrechtigten und damit allen anderen Überlegenen betrachtet. In einem weltanschaulichen System, in dem das in der Bibel getadelte „Ansehen der Person“ (Jakobus 2,1-13) in der Religion, Gesellschaftsordnung und Gesetzgebung derart verankert ist, ist die Folge, dass gegen Übergriffe nicht immer mit aller zur Verfügung stehenden staatlichen Härte vorgegangen wird. (Anmerkung: Oftmals beteiligt sich die Polizei an der Übergriffen oder sie sieht wohlwollend weg.)
Strafverfahren werden teilweise halbherzig betrieben oder verlaufen im Sande. Zwar bemühen sich viele islamische Länder, durch rigoristische Maßnahmen die islamistische, den Staat selbst bedrohende Gefahr so weit wie möglich einzudämmen. Das Vorgehen kann jedoch weitaus weniger entschlossen sein, wenn islamistische Aktivitäten sich nicht gegen den Staat, sondern „nur“ noch gegen die unterprivilegierte Minderheit der Christen richten. In Ägypten sollen Christen nach vermehrten terroristischen Anschlägen islamistischer Gruppierungen in den letzten Jahren, gewissermaßen als Nebeneffekt, in einzelnen Fällen stärker in den Genuss staatlichen Schutzes gekommen sein.
Grenzen der Glaubensfreiheit für NichtmuslimeObwohl etliche islamische Länder in ihrer Verfassung das Recht auf ungehinderte Religionsausübung und Glaubensfreiheit festgeschrieben haben, haben Nichtmuslime in der islamischen Welt praktisch immer mit erheblichen Schwierigkeiten bei der freien Ausübung ihrer Religion zu kämpfen, denn in den meisten islamischen Staaten nennt die Verfassung den Islam gleichzeitig als Staatsreligion. Wer sogar Muslim war und zum Christentum übergetreten ist, riskiert sehr viel (nämlich die Todesstrafe, die aber meist durch die eigenen Verwandten ausgeführt wird - siehe:
Islamische Selbstjustiz).
Trotzdem sind wohl die meisten islamischen Länder der Auffassung, dass sie Toleranz üben und Religionsfreiheit gewähren. Toleranz und Religionsfreiheit bedeuten jedoch nur, dass Juden und Christen nicht zum Islam übertreten müssen, wenn sie im islamischen Gebiet wohnen.
Christen stehen durch die vielfachen Benachteiligungen im Bildungswesen, auf dem Arbeitsmarkt und im gesellschaftlichen Leben unter ständigem starkem Druck, zum Islam zu konvertieren. Einige Tausend Kopten halten jährlich in Ägypten diesem Druck nicht stand und werden Muslime.
Dazu kommen die vielen gemischtreligiösen Ehen: Da die Ehe zwischen einer muslimischen Frau und einem christlichen Mann nur möglich ist, wenn der Mann zum Islam konvertiert, ergibt sich hier ein weiterer Grund für den Übertritt. Die Ehe zwischen einem muslimischen Mann und einer christlichen Frau ist prinzipiell möglich, aber die Kinder aus einer gemischtreligiösen Ehe sind immer Muslime, so dass die christliche Minderheit in der islamischen Welt ganz von selbst schrumpft.
Umgekehrt „wird (es) dem muslimischen Bürger nicht zugemutet, einer Glaubensabwerbung ausgesetzt zu werden und sich ihrer erwehren zu müssen.“ Christliche Missionsarbeit unter Muslimen ist überall verboten, wird aber unterschiedlich streng geahndet.
Verboten ist Nichtmuslimen vor allem die Beleidigung und Herabsetzung des Islam, des Korans und des Propheten Mohammed, was nach muslimischer Auffassung durch das christliche Zeugnis automatisch geschieht. Das marokkanische Strafgesetzbuch fordert zum Beispiel eine Gefängnisstrafe von 6 Monaten bis 3 Jahren und zusätzlich eine Geldstrafe von 200 bis 500 Dirham für denjenigen, der einen Muslim vom Islam abwirbt.
Ausländer aus der westlichen Welt werden jedoch meist nur des Landes verwiesen, wohingegen asiatische Christen in Saudi-Arabien in den letzten Jahren allein für christliche Zusammenkünfte in privaten Räumen verhaftet und z. T. drakonisch bestraft wurden.
Christen sollten mit einigen Grundlagen des islamischen Toleranzverständnisses vertraut sein. Die Stellung der Christen in der islamischen Welt – eine geduldete Minderheit unter der Bedingung der Einhaltung gewisser Grenzen, aber immer Bürger zweiter Klasse, ist unter Ausleuchtung aller damit verbundenen Benachteiligungen noch viel zu wenig in der westlichen Welt bekannt.
Christen sollten nicht versäumen, wo immer möglich, auf diese Ungleichbehandlung von Christen zu Muslimen hinweisen, betend für alle Christen eintreten und sie unterstützen und ihre Anliegen öffentlich bekannt machen.
Quelle:
Wie der Islam die Christen sieht
bild.de: Minarett-Verbot in der Schweiz erzürnt die Moslems TopWie viel Kirchturm erlaubt Allah?
02.12.2009: Moslems in der ganzen Welt protestieren gegen das Minarett-Verbot der Schweiz.
Der Rat der islamischen Gemeinschaften in Hamburg empörte sich gestern über das „intolerante“ Verbot, das die Schweizer in einer Volksabstimmung beschlossen haben. Es missachte „verfassungsmäßige Rechte einer religiösen Minderheit“. Der türkische Premier Erdogan sprach von einer „rassistischen und faschistischen Haltung“ der Schweiz gegen Moslems.
Aber wie steht es um die Religionsfreiheit in islamischen Ländern, wie viel christlichen Kirchturm erlaubt Allah?
„Die Türkei, Malaysia, Iran, Jordanien, Saudi-Arabien, Marokko sind, in verschiedenen Abstufungen, noch immer meilenweit von religiöser Toleranz entfernt, wie wir sie in Mitteleuropa kennen. Die wenigsten islamischen Länder kennen echte Religionsfreiheit“, meint der Bonner Theologe und Religionssoziologe Prof. Thomas Schirrmacher.
Beispiel Türkei: Offiziell herrscht dort zwar Religionsfreiheit. Doch in der Praxis werden Christen am Bosporus behindert, verfolgt, bespitzelt, in seltenen Fällen sogar mit dem Tode bedroht! 2007 ermordeten Jugendliche drei Missionare in der Stadt Malatya, fesselten ihre Opfer, schnitten ihnen die Kehlen durch. Auf dem Höhepunkt des Streits um die 2006 in dänischen Zeitungen veröffentlichten Mohammed-Karikaturen wurde der katholische Priester Andrea Santaro (60) erschossen.
Christliche Kirchen dürfen in der Türkei keine Häuser oder Grundstücke kaufen, keine Schulen oder Klöster einrichten. „Bestehende Einrichtungen werden systematisch dem Verfall preisgegeben“, so Prof. Schirrmacher. Folge: Die deutsche Evangelische Gemeinde in Ankara hält ihre Gottesdienste auf dem Gelände der Deutschen Botschaft ab.
Beispiel Saudi-Arabien: Dort genügt es, wenn Christen ein Kreuz oder eine Bibel mit sich führen, um sie für Monate ins Gefängnis zu sperren. Selbst in der eigenen Wohnung ist das christliche Gebet verboten! Ein katholischer Gastarbeiter von den Philippinen landete im Knast, weil er auf einem Foto in seiner Brieftasche einen Rosenkranz betet. Verboten!
Beispiel Iran: Dort herrscht die strenge Scharia (das islamische Rechtssystem): Wer zum Christentum „konvertiert“, Werbung für Christen macht, wird mit dem Tode bestraft. Christentreffen finden, wie im alten Rom, heimlich statt, in Kellern und Scheunen. Jüngster Fall: Ehsan Fattahian († 28), ein Christ aus dem Nordiran. Wegen „Abfallens von Gott“ verurteilte ihn das Revolutionsgericht zum Tode. Das Urteil (Tod durch Erhängen) wurde, trotz internationaler Proteste, vor genau drei Wochen, am 11. November 2009 um vier Uhr früh vollstreckt.
Quelle:
Wie viel Kirchturm erlaubt Allah?
Islamkritiker Ralph Giordano rechnet mit Multikulti ab TopIch bin kein Türken-Schreck, aber...
4.12.2009: Die
Bildzeitung gibt Ralf Giordano heute Gelegenheit zu einer ausführlichen Stellungnahme zum Ausgang der Schweizer Volksabstimmung im Besonderen und zur Islamkritik allgemein. Giordano prangert an, dass in die rechte Ecke gestellt wird, wer kritische Fragen stellt und dass Probleme mit der Integration von Moslems von dieser Minderheit selbst ausgehen. Zustände, die mit Grundgesetz und Menschenrechten nicht vereinbar sind, müssen angesprochen werden dürfen.
Giordano schreibt unter anderem:
57 Prozent der Wählerinnen und Wähler haben gegen den Bau weiterer Minarette in der Schweiz gestimmt, es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich auszumalen, zu welchem Ergebnis eine entsprechende Abstimmung in Deutschland führen würde. (Anmerkung: Beim „Spiegel“ stimmten rund 78 Prozent der Online-Leser gegen Minarette. Unter mehr als 100.000* Leser der
Bildzeitung stimmten mehr als 80 Prozent gegen den Bau von Minaretten.)
*am Freitagabend (04.12.2009) um 21:52 Uhr waren es sogar
249.646 Leser die abstimmten (Ergebnis: 82 Prozent der Leser sind gegen den Bau von Minaretten.)
Wird nun die Mehrheit der Eidgenossen zu lauter verkappten Faschisten erklärt? Jede Kritik am Islam als Beleidigung denunziert? Und jeder Kritiker als Rassist enttarnt? Schluss, endlich Schluss mit den Totschlagargumenten einer „political correctness“, die mit der Autorität einer Staatsräson auftritt!
Ein Gemisch aus Multikulti-Illusionismus, Sozialromantik, Gutmenschtum und Umarmungstendenzen. Kurz, eine Haltung, die sich von Grund auf scheut, anti-emanzipatorische und menschenrechtsferne Mentalitäten, Sitten, Gebräuche und Traditionen der muslimischen Minderheit auch nur anzusprechen, geschweige denn zu thematisieren.
Dabei sind das größte Tabu die Integrationshemmnisse, die aus der (islamischen) Minderheit selbst kommen. Zustände, die mit Grundgesetz und Menschenrechten nicht vereinbar sind. Migration und Integration sind längst eines der großen Probleme der deutschen (und europäischen) Innenpolitik geworden, und werden es wahrscheinlich quer durch das 21. Jahrhundert bleiben.
Auf keinem Gebiet aber ist die Kluft zwischen veröffentlichter und öffentlicher Meinung, also zwischen politischer Klasse und den öffentlichen Medien einerseits und „gewöhnlichen Bürgern“ andererseits, größer als auf diesem. Die Reaktionen auf die Schweizer Volksabstimmung haben das nur noch einmal bestätigt.
Diagnosen tun weh.Durch eine total verfehlte Immigrationspolitik stoßen hier zwei Kulturkreise in jeweils sehr unterschiedlichen Entwicklungsstadien aufeinander:
• Der abendländisch-christliche Kreis, der in den letzten fünfhundert Jahren mit Renaissance, Aufklärung, bürgerlichen Revolutionen und ihrer Fortschreibung durch die Jahrhunderte einen gewaltigen Sprung nach vorn getan hat.
• Der islamische Kreis, eine Welt, die nach einem Kulturhoch am Ausgang des Mittelalters, von dem Europa nur beschämt werden konnte, auf eine verstörende Weise stagniert (stehen geblieben ist). Anpassungsversuche an die Moderne führen zu schweren Erschütterungen. Dabei zeigt gerade die Türkei auf mannigfache Weise, wie schwer es selbst eine teilsäkularisierte* muslimische Gesellschaft mit Reformen hat.
*Unter Säkularisation versteht man die Trennung von Staat und Religion.
In dieser Auseinandersetzung ist mir unbeabsichtigt eine Schlüsselrolle zugefallen. In einem Gespräch mit dem Vorsitzenden der Kölner DITIB (Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V.), Bekir Alboga, am 11. März 2007 habe ich vor laufender Kamera den Bau der Köln-Ehrenfelder Großmoschee und Pläne für fast zweihundert weitere Bauten dieser Art zu hinterfragen gewagt.
Die Wirkung war explosiv, der lokale Rahmen sofort gesprengt. Ich bekam Hunderte und Aberhunderte von Briefen, die alle den gleichen Tenor hatten: „Wir sind wie Sie über Erscheinungen der Migrationsszene beunruhigt, wagen es aber nicht, uns öffentlich zu äußern, weil wir dann in die rechte Ecke gestellt werden, wo wir nicht hingehören.“ Unter diesen Briefen, ich habe eine Nase dafür, war kein einziger ausländer- oder fremdenfeindlicher. Ich hatte ausgesprochen, was viele gedacht, sich aber nicht zu sagen getraut haben. Was sich seither zeigte, ist erschreckend: In einer Atmosphäre weitverbreiteter Einschüchterung macht der aus der Nazizeit überhängende Schulddruck es auch den völlig schuldlosen Generationen unserer Gegenwart noch zusätzlich schwer, kritische Fragen zu stellen.
Das aber tut niemand schärfer als Muslime selbst, darunter Muslima wie Necla Kelek oder Seyran Ates, denen niemand Islamophobie vorwerfen kann. Sie sind es, die im Interesse der Integration den Finger in die Wunde legen, wieder und wieder. Kronzeuginnen für Verhältnisse, deren Behebung nur im ureigensten Interesse der muslimischen Minderheit liegen können. Allen voran die inakzeptable Rolle der Frau in der islamischen Gesellschaft, Fokus aller Reformen überhaupt.
Ich bin kein Türkenschreck, kein Anti-Muslim-Guru, ich habe nicht zum Bürgerkrieg aufgerufen. Ich habe durch kritische Fragen dazu beigetragen, einem von feigen deutschen Politikern und integrationsunwilligen Migranten verdrängten und geschönten Problem zu verstärktem öffentlichen Diskurs zu verhelfen.
Muss ich hier gebetsmühlenhaft abspulen, dass in dieser Auseinandersetzung Grundgesetz und Menschenrechte mein Kompass sind? So wie ich mein ganzes Leben gegen Nazismus, Faschismus und Stalinismus gekämpft habe, so werde ich überall da antreten, wo muslimischerseits die Gesellschaftsform angegriffen wird, in der ich mich nach bitteren biografischen Vergleichsmöglichkeiten einzig sicher fühle: in der demokratischen Republik.
Dabei stößt jede pauschale Ächtung, jede generelle Dämonisierung von Muslimen auf meinen Widerstand. Aber wann immer ich mit Riten, Sitten und Gebräuchen konfrontiert werde, die gegen meine Wertewelt gerichtet sind, werde ich auf meiner kulturellen Selbstbehauptung bestehen, so wie es die Schweizer mit ihrer Initiative gegen den Neubau von Minaretten getan haben!
In dieser erkämpften und erlittenen Position bin ich Rassist, Hetzer, Nazi und Judenschwein genannt worden. Neben Morddrohungen im Namen Allahs, die auch einen terrorgewohnten Mann wie mich schocken konnten, obwohl ich mein ganzes publizistisches Leben lang von rechts bedroht worden bin.
Quelle:
Giordano verteidigt Schweizer Minarett-VotumSiehe auch:
Nach dem Ja zum Schweizer Minarettverbot: Wir müssen uns nicht schämen!Information zum Thema IslamVideos zum Thema Islam